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Star Wars – Episode VII: Vorfreude und Gleichgültigkeit

Geschrieben von Sven

Sind wir nicht alle mit „Star Wars“ aufgewachsen? Wir haben unzählige Male zumindest die ursprüngliche Trilogie geschaut – unendlich oft liefen die Filme ja im TV. Und nicht wenige Fans ersetzten ihre alten, womöglich mehrfach gekauften DVDs durch die schicken Blu-ray-Varianten vor einiger Zeit. Nachdem sich Disney den „Krieg der Sterne“ einverleibte, war die Fortführung der Saga nur eine Frage der Zeit. Begeisterung und Skepsis stand in vielen Gesichtern – zu Recht.

Und jetzt wissen wir auch noch, wer in der „Star Wars: Episode VII“ mit dabei sein wird. Regisseur J.J. Abrams schnappte sich die alten Stars Harrison Ford (Han Solo), Carrie Fisher (Prinzessin Leia), Mark Hamill (Luke Skywalker), Anthony Daniels (C-3PO), Peter Mayhew (Chewbacca) und Kenny Baker (R2-D2), um mit ihnen die Neuzugänge John Boyega, Daisy Ridley, Adam Driver, Andy Serkis, Domhnall Gleeson sowie Max von Sydow einzuführen.

Die Alten treffen auf die Jungen. (Foto: starwars.com)
Die Alten treffen auf die Jungen. (Foto: starwars.com)

Grund zur Freude? Zum Jammern? Tja. Wir von Poly sind schon recht optimistisch, zumindest teilweise. Schauen wir mal etwas in die Zukunft, obwohl bisher nichts außer dieser Cast-Ankündigung bekannt ist…

Sebastian freut sich auf die neue „Star Wars“-Filme, weil…

…ich schon J.J. Abrams‘ „Star Trek“-Neuinterpretation äußerst gelungen fand und ihm ähnliches für die Jedi-Saga zutraue. Die jetzt bekannt gewordenen Darstellerriege, bestehend aus alten Recken und jungen, eher noch unbekannten Akteuren, ist für mich dabei gar nicht der entscheidende Faktor. „Star Wars“ drehte sich noch nie um die Schauspieler, sondern um die Inszenierung einer perfekten Space-Opera, gewürzt mit einem Schuss Mystik sowie einer Portion Humor und umrahmt von einer epischen Handlung samt bahnbrechenden Special-Effects. All das hat Abrams schon in seine zwei „Star Trek“-Filme gepackt und sowohl mich als auch eingefleischte Trekkies begeistert. Warum soll ihm das nicht wieder mit der vermeintlich abschließenden Trilogie des Sternenkrieges gelingen?

Wir wissen ja alle, dass die Episoden 1 bis 3 wahrlich nicht die beste Arbeit von George Lucas war. Einen Gefallen dürfte er sich und dem – zugegebenermaßen – schweren Erbe wohl kaum gemacht haben. Er suchte verzweifelt den Anschluss an die Original-Trilogie, indem er Anakin Skywalker’s Leben zwischen Lächerlichkeit und verbitterter Romantik porträtierte. Und trotz aller Mühe, die Computereffekte der wirren Zeitlinie anzupassen, sprich sie „älter“ aussehen zu lassen als die Tricks aus den ersten drei Filmen, war das Ergebnis zumindest für mich ein klarer, stilistischer Bruch!

J.J. Abrams hat doch schon Star Trek erfolgreich neu aufgelegt - wieso nicht auch Star Trek? (Foto: Paramount Pictures)
J.J. Abrams hat doch schon Star Trek erfolgreich neu aufgelegt – wieso nicht auch Star Trek? (Foto: Paramount Pictures)

Die neue Trilogie kann hier aus dem Vollen schöpfen, neue, interessante Geschichten ohne irgendwelchen Darth Vader-Ballast erzählen und tricktechnisch mindestens so auf die Kacke hauen wie es „Pacific Rim“ kürzlich getan hat. Nichts anderes erwarte ich von Mr. Abrams. Und da ich ihn für einen würdigen Verwalter des Jedi-Erbes halte, freue ich mich sehr darauf, den ikonischen Text „A long, long time ago…“ bald wieder auf der Kinoleinwand zu sehen.

Lara ist kein Fangirl mehr? Aber…

Eigentlich ist meine “Star Wars”-Fangirl-Zeit schon lange vorbei. Sie endete ungefähr mit dem Erscheinen von Episode III. Nicht, weil ich den Film schlecht fand, im Gegenteil, für mich ist er der beste der neuen Trilogie und kommt am ehesten an die alten Werke heran. Danach verschwand “Star Wars” einfach langsam aus meinem Sichtfeld. Ich hatte die großen, wichtigen Bücher gelesen (Thrawn-Trilogie), die guten Spiele gezockt – es gab schlichtweg kein Material mehr. Natürlich war “Star Wars” über die Jahre immer irgendwie da. Aber es war mir nicht mehr wichtig.

The Old Republic brachte etwas Erinnerungen zurück. (Foto: EA)
The Old Republic brachte etwas Erinnerungen zurück. (Foto: EA)

Ein kurzes Aufflackern war tatsächlich das MMORPG “The Old Republic”. Ich hatte mit diesem Spaß. Leider ging mein PC zu der Zeit kaputt und somit war auch “SWTOR” für mich gestorben.

Die Bekanntgabe des Casts von “Episode VII” löst in mir jetzt weder Jubelstürme noch Jammer- und Entrüstungsarien aus. Er sagt meiner Meinung nach einfach nichts aus über die zu erwartende Qualität des Films aus. Der Cast der alten Filme war vor Ep IV ähnlich unbekannt wie die jungen Schauspieler dieses Mal. Vor dem ersten richtigen Trailer bleibt Episode VII für mich also weiterhin mäßig wichtig. Nachdem J.J. Abrams mit den “Star Trek”-Filmen gezeigt hat, dass er große Franchises rebooten kann, hab ich keine große Sorge. Episode VII wird nicht scheisse. Und wenn er besser wird als Episode I und II, haben wir alle gewonnen.

Das meint Dominik, der alte Trekkie

In der fünften Klasse war die Welt noch in klare Lager unterteilbar, die durch Grundsatzfragen bestimmt wurden: Amiga oder Atari? Ärzte oder Tote Hosen? Platte oder CD? Und natürlich: “Star Wars” oder “Star Trek”? Ehrlich gesagt: Ich war eher ein Trekkie. Nicht, dass ich die „Star Wars“-Filme schlecht gefunden hätte, aber so richtig umgehauen haben sie mich auch nicht, als ich sie irgendwann Ende der 1980er auf VHS sah.

Wenn ich fünf oder 10 Jahre älter wäre und den Hype damals im Kino mitgemacht hätte, sähe das vielleicht anders aus. Eventuell hätte ich dann mit „Star Wars“-Figuren gespielt statt mit „Masters of the Universe“? Anfang 20 war ich schon größtenteils immun gegen den Wirbel um „Die dunkle Bedrohung“. Zum Glück, weil sich die Enttäuschung im Kino dadurch in Grenzen hielt.

Auch wenn es Dominik nicht zugeben mag: In Wirklichkeit mag er die alten Helden doch auch... (Foto: StarWars.com)
Auch wenn es Dominik nicht zugeben mag: In Wirklichkeit mag er die alten Helden doch auch… (Foto: StarWars.com)

Zwei Dinge stimmen mich allerdings zuversichtlich, dass die neuen „Star Wars“-Episoden die Prequel-Trilogie übertreffen werden:

Erstens: George Lucas ist weg vom Fenster und Disney traue ich dank der Marvel-Verfilmungen mehr zu als dem Sack, der Han Solo verboten hat, zuerst zu schießen!

Zweitens: Der Produzent J.J.Abrams hat schon einer anderen Space Opera ein zufriedenstellendes Reboot im nächsten Jahrhundert verpasst: „Star Trek“.

„Star Wars“ stand für mich schon immer für zwei Dinge: Tolles Effektkino und ein interessantes Universum. Gerade das Letztere hat auch nicht wenigen tollen Computerspielen den passenden Hintergrund geliefert: „Dark Forces“, „X-Wing“ und „The Old Republik“ zum Beispiel. Was aber noch viel besser ist: Ich kann mit meiner Nichte „Lego Star Wars“ spielen oder im Garten mit ihr Lichtschwert-Duelle ausfechten. Das ist um Welten besser als mir das Gehirn von „My Little Pony“ zerfressen zu lassen!

Episode 7 bis 9 werden dafür sorgen, dass auch der nächsten Generation ein Draht zur Jugend erhalten bleibt!

Sven reist zurück

Klar, mehr als ein Blick in die Kristallkugel ist derzeit nicht möglich. Aber ganz ehrlich: Die Ankündigung, dass Luke, Han und Leia mit dabei sein würden, hinterließ in mir das Gefühl, als würde ich in meine eigene Kindheit zurückreisen. In meinen naiven Vorstellungen wird J.J. Abrams  meine Helden früherer Tage wieder in den Sternenkrieg schicken – vielleicht sogar so, wie bei der ursprünglichen Trilogie? Spaß, Drama und Action in einem gesunden Verhältnis, nicht zu viel Pseudo-Philosophie, dafür ein zerstreuendes SciFi-Spektakel mit jede Menge Kawumm, T-Fightern, Todesstern (hm?) und so weiter. Ihr wisst schon, oder? Ich bin kein eigentlich kein Fanatiker von irgendwas, daher wünsche ich mir vom neuen “Star Wars” nur gute Laune mit den Schauspielern, die mich damals so sehr mit ihren Geschichten vor den Fernseher fesselten. Aber ich bin kein Kind mehr, klar. Für mich ist es absolut in Ordnung, wenn Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher von jungen Jedis und Schurken abgelöst werden. Es geht eben weiter – ganz sicher, damit unsere Kindeskinder auch noch mit “Star Wars” aufwachsen können.

Sven hätte gerne ein neues Rebel Assault. Dann bitte in Full HD - natürlich! (Foto: LucasFilm Games)
Sven hätte gerne ein neues Rebel Assault. Dann bitte in Full HD – natürlich! (Foto: LucasFilm Games)

Was mir ein klein wenig Angst bereitet: Ich mochte schon “Star Trek: Into Darkness” von J.J. Abrams nicht mehr, da die Substanz verloren ging und er mir einen beliebigen SciFI-Film vorsetzte. Irgendwie. Ob er der sicherlich berühmteren Lucas/Disney-Lizenz gewachsen ist? Ich kann es nur hoffen.

Ein Wunsch nebenbei: Disney, bitte bringt ein frisches “Rebel Assault” für die neue “Star War”-Trilogie. Das würde meine Reise in die Vergangenheit komplettieren. Hach.

Das Wars. (meint Andreas)

Nee, ich will nicht mehr. Die originale “Star-Wars”-Trilogie zählt zu den prägendsten Erinnerungen meiner Kindheit, aber seit diesem Rotz namens “Episode 1” ist das Interesse an dieser Reihe bei mir nahezu auf Null gesunken. Nie wurde mir deutlicher vor Augen geführt, dass es George Lucas nur um die Kohle geht.

Dieses Foto mit dem neuen Cast ist nun auch nicht gerade besonders aussagekräftig. Was fällt mir dazu ein? Rentner im Weltraum, Gollum schlägt zurück oder Star Wars 90210? Beim neuen Boss J.J. Abrams kann ich mir auch nicht sicher sein, ob er sowieso alles umkrempelt. So nach dem Motto HIMYJM, und Han Solo meldet sich aus dem OFF mit “Kinder, ich will euch jetzt mal was erzählen…”.

Was ich damit sagen will: Ohne die geringste Info zum Plot kann niemand etwas erwarten. Sicher ist J.J. Abrams im Vergleich zu Lucas der weitaus talentiertere Filmemacher und hat das verstaubte “Star Trek”-Universum souverän ins Lens-Flare-Zeitalter geführt. Auch seine Erfahrung als Serienerfinder spricht für ihn und deshalb traue ich keinem anderen in Hollywood eine solche Mammutaufgabe zu. Schließlich geht es um den wohl größten Neustart einer Marke, wahrscheinlich größer als Pokemon, LEGO und Coca Cola zusammen (Höhö!). Aber warum, haben sie “Star Wars” nicht einfach sterben lassen? “Is it better to burn out than to fade away” und so. Oder hätten sie “Troops” als HBO-Serie in Auftrag gegeben! “The Wire” mit Sturmtruppen gegen das Drogenkartell der Jedis! Ach, Disney, lass mir doch meinen Frieden.

Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 4. Mai 2014

3 Kommentare zu “Star Wars – Episode VII: Vorfreude und Gleichgültigkeit

  1. Rayk schrieb am :

    Gleichgültigkeit trifft es wohl ganz gut, aber natürlich kann ein Hype wieder aufleben, wenn der Film um klassen besser wird als die letzten Episoden. Und die alten Schauspieler wieder zu holen, ist auf jeden FAll gut, um Atmosphäre aufzubauen. Die neuen müssen sich erst etablieren.

    Ich persönlich würd mich sehr auf ein neues X-Wing vs Tie Fighter freuen. Mir ist es völlig unerklärlich, wieso diese geniale Reihe nie fortgesetzt wurde.

    • Weil sie damals schon sperrig waren. Das kann man heute wirklich niemanden mehr vorsetzen. Ich hatte beide Spiele allerdings auch Wing Commander und ich mochte letzteres erheblich lieber. Der Witz ist, es gibt sehr viele solche Weltraumshooter, nur halt im Indie-Bereich, die niemand kennt. Etwa Arvoch Alliance oder Dark Horizon. Oder eben auch Fangames wie das kostenlose Wing Commander Saga.

      • Sperrig – oder eben ziemlich simulationslastig, und das verkauft sich heute in der Tat nicht mehr so gut. Wobei ich schon sagen muss, dass insbesondere ab “Tie Fighter” die LucasArts-Weltraumserie wirklich bei mir fast genau so hoch im Kurs war wie das unerreichte “Wing Commander”.

        Mal schauen, vielleicht gelingt ja “Star Citizen” und “Elite: Dangerous” ein gewisses Revival dieser leider momentan brach liegenden Spielrichtung. Ich wär auf jeden Fall dabei!

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