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Polysnack #4: Sayonara Wild Hearts

Geschrieben von Lara
Polysnack #4: Sayonara Wild Hearts

Als Musikerin sollte ich eigentlich gut in Rhythmusspielen sein. Aber irgendwie bin ich es nicht, wahrscheinlich weil ich mich von der visuellen Ebene zu sehr ablenken lasse. Und mamma mia, hat “Sayonara Wild Hearts” eine krasse visuelle Ebene! Satte Neonfarben knallen mir entgegen und trotzdem fühle ich mich nur für einen kurzen Moment überfordert. Aber gehen wir zum Anfang.

Der Weltraum ist aus den Fugen. Kosmische Kräfte geraten ins Wanken als das Herz einer jungen Frau gebrochen wird. Jetzt muss sie sich in ihrer Astralform The Fool ihrem Herzschmerz stellen, um das kosmische Gleichgewicht wieder herzustellen. Das machen wir in Form eines Arcade-Rhythmus-Action Spiels. Mal sausen wir auf unserem Longboard spiralförmige Strecken entlang, mal kämpfen wir akrobatisch auf Motorrädern nur um dann auf einem riesigen Geisterhirsch in einem Wald zu reiten. Aber immer versuchen wir möglichst viele Herzen einzusammeln.

Glücklicherweise dauert jede dieser wilden Fahrten nur ein paar Minuten. Genau so lange eben, wie ein guter Popsong dauert. Das ist sicherlich die größte Stärke von “Sayonara Wild Hearts”: Hervorragende Elektro-Popsongs gepaart mit kurzen, intensiven Leveln. Das macht nicht nur eine riesen Portion Spaß sondern bleibt auch stets fair. Sollte man mal an einer Passage nicht weiterkommen, erlaubt einem das Spiel, den Frustmoment zu überspringen. So bleibt der Spaß erhalten und man kann problemlos die komplette Geschichte erleben. Da jedes Level drei Ränge hat (Bronze, Silber und Gold) ist es möglich, jeden Abschnitt erneut zu besuchen. So schafft es Studio Simogo, die das Spiel entwickelt haben, die beste Balance zwischen Anspruch und Spaß bereitzustellen. Man kann es ein paar Minuten zwischendurch oder mehrere Stunden am Stück spielen. Je nach Spieler:innenwunsch eben. “Sayonara Wild Hearts” ist ein bunter Genre-Mix und definitiv eines der besten Spiele des Jahres 2019. Denn manche Snacks sind wie Songs: So gut, dass man sie wieder und wieder und wieder genießen will.

Über Lara

Lara wurde in den 1980er Jahren geboren und entdeckte ihre Gaming-Leidenschaft schon früh als kleine Stöpseline. Schuld daran hat ihre Großmutter, die ihr zu Weihnachten 1991 einen GameBoy schenkte...[weiterlesen]

Veröffentlicht am 18. Januar 2020

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