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Von Werbung und (zu) langen Rezensionen

Geschrieben von Sven
Von Werbung und (zu) langen Rezensionen

Verflucht. Klick. Klick. Mensch! Klick. Klick. Ey, geht’s noch? Klick. Klick. Klick. Boah! Klick. Seufz. Klingt nach einem schlechten Spiel? Nö. Aber nach einer schlechten Webseite.

Ich lese gerne und viele Rezensionen auf diversen Onlinemagazinen. Bei eingangs genanntem Szenario wälzte ich mich durch den Bericht über „Forza Motorsport 4“ auf 4Players.de. Ehrlich gesagt war dieser eine halbe Katastrophe. Ich meine nicht die Schreibqualität, die ist voll in Ordnung. Sehr wohl aber die Tatsache, dass der Artikel auf acht Seiten unterteilt ist. Mit dabei: Massig Werbung, die sich auch gerne mal über den eigentlichen Text schiebt. Oder ich muss Banner schließen. Sorry, wie kann hier ein Lesefluss entstehen? Ständige Unterbrechungen sind anstrengend und bereiten keine Freude. Das permanente Weiterklicken zu nächsten Seiten widert mich an. Sehr! 4Players ist nur eine Seite von vielen. Vor allem auf deutschen Spielemags hat sich diese Vorgehensweise etabliert. Statt mich zum Durchstöbern zu animieren, stören Reklame, Klickorgien und kurze Textbruchstücke, die nie im Gesamten überfliegbar sind.

Acht Seiten auf 4Players sind zwar nicht üblich. Aber so oder so: zu viel.
Acht Seiten auf 4Players sind zwar nicht üblich. Aber so oder so: zu viel.

Ich verstehe den Grundgedanken: Ein Onlinemagazin muss Seitenabrufe generieren und Werbeeinblendungen produzieren, so läuft es nun einmal im Business. Solange Firmen Bannerplätze auf TKP-Basis (pro 1000 Einblendungen gibt’s Summe X) buchen, müssen diese die Portale auch ausliefern. Wer rückt in den Hintergrund? Richtig, der Nutzer, der sich für die Rezensionen interessiert. Der muss Layer, blinkende Bildchen und Artikel, die in gefühlte 1000 Seiten gegliedert sind, hinnehmen. Ist das der richtige Ansatz? Ich denke nicht. Wenn dann noch eine schlechte Navigation, verschachtelte Menüs und ein eingeengtes Design, welches nur auf das möglichst optimale Darstellen diverser Sonderwerbeformen ausgelegt ist, dazukommt, ist der Ärger vorprogrammiert. Jedenfalls meiner. Sicher, ich könnte Adblocker oder die tolle Reader-Funktion vom Safari-Browser (Dank an Manuspielt für den Hinweis) verwenden. Aber was zum Teufel soll das? Muss ich also experimentieren oder gar Software installieren, nur damit ich bequem das lesen kann, was ich will? Außerdem unterstütze ich gerne Webseiten, die gute journalistische Leistungen mit Anzeigen refinanzieren.

Ich schätze, ein Umdenken ist erforderlich. Und das aus etlichen Gründen. Oftmals fehlt mir schlichtweg die Zeit und Geduld, mir Tests über 2000 Wörter und mehr durchzulesen. Wieso sollte ich das auch tun? Für mich zählen die Vor- und Nachteile und die grundlegenden Besonderheiten oder Mechanismen, nicht aber jeder noch so winzige Pups. Nach dem Durchforsten einer Rezension will ich möglichst unvoreingenommen an ein Produkt herangehen können – sollte ich mich zu einem Kauf hinreißen lassen haben. Das klappt  nicht, sobald ich schon alles weiß und zum Beispiel beim Spielen oder Anschauen darauf warte, dass etwas geschieht, was mir ein Text längst verriet. Und damit meine ich nicht nur das Spoilern von Story-Hintergründen. Mir vergeht zusätzlich die Lust am Informieren, wenn ich im Vorfeld sehe, dass ein Test über zehn Seiten geht. Und dann noch dazu eine Werbeflut in Kombination mit langen Ladezeiten? Zum Kotzen!

Was ich brauche, das sind übersichtliche Artikel. Scrollen ist okay, das geht mit jeder Maus heutzutage gut und schnell. Werbung kann ich auch hinnehmen, wenn sie visuell bereichernd dargestellt ist und nicht über den Content ploppt. Oder sich Musik einschaltet. Oder sich ein Trailer selbständig zu Wort meldet. Irgendwie ist mir das eh ein Rätsel: Haben die Marketing-Verantwortlichen, die die Werbekampagnen planen, nicht selbst mitbekommen, wie sehr manche Magazine künstlich Seitenabrufe generieren und ihre Seiten mit riesigen Bannern zukleistern? Von einer Effizienz kann nicht die Rede sein.

Andernorts schon schlimmer gesehen, aber dennoch grenzwertig beim frisch relaunchten Eurogamer: Blinkende Werbung um den Content.
Andernorts schon schlimmer gesehen, aber dennoch grenzwertig beim frisch relaunchten Eurogamer: Blinkende Werbung um den Content.

Inakzeptabel und rechtlich bedenklich sind ferner Werbeanzeigen, die direkt in Texten zu entdecken sind. Textlinks, welche unauffällig etwas vorstellen und optisch kaum von dem eigentlichen Inhalt zu unterscheiden sind. Es fehlt die Kennzeichnung der Werbemittel, ist irreführend und grenzt im schlimmsten Fall an Betrug am Leser. Auch das sehe ich häufig!

Geht es nur mir so? Die „Top 10“-Artikel sind doch völliger Quatsch? Setzt mir jemand „Die 10 besten Shooter aller Zeiten“ vor, wieso sollte ich mir alle gleichermaßen angucken? Ich schaue mir den ersten an und will danach wissen, welche die wirklich großartigsten Spiele sind. Was reizt mich der siebente Platz? Oder der fünfte? Die schicksten drei sind doch die, die ich kennen will, oder? Ähnlich bei den viel zu langen Tests (häufiger bei Gamersglobal gesehen): Dank mangelnder Zeit und Motivation ertappe ich mich oft genug dabei, wie ich mir die erste Seite eines Tests anschaue und gleich zum Fazit oder der Wertung „vorspule“. Damit bin ich sicher nicht alleine, und es stellt sich zu Recht die Frage: Weshalb dann überhaupt so lange Artikel schreiben oder sie übermäßig splitten? Also rein bezogen auf den praktischen Nutzen für den Leser!

Ein Problem, von dem ich mich freilich nicht ausschließen möchte, ist ein weiteres: Viele Tests sind schlichtweg unglaublich langweilig. Öde Einleitung, öde Beschreibungen, öde Erklärungen, öde Vergleiche, ödes Fazit. Das Resultat noch auf 10.000 Zeichen gebläht, weil der Autor dadurch eine höhere Vergütung erhält? Toller Ansatz, sorgt er doch dafür, dass sich der Test unnötig in die Länge zieht, sich die Seitenzahlen erhöhen und die Freude am Lesen verloren geht.  Und so dreht sich der verantwortliche Chefredakteur für alle Ewigkeiten im Kreis und ignoriert dabei, was sich die Zielgruppe womöglich wünscht.

Gamersglobal: Oftmals zu lange Tests, die unattraktiv präsentiert werden. Dazu gibt es natürlich Reklame.
Gamersglobal: Oftmals zu lange Tests, die unattraktiv präsentiert werden. Dazu gibt es natürlich Reklame.

Ich will keinesfalls alle Magazine im Online-Bereich verteufeln. Gott bewahre. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass viele noch immer viel zu klassisch denken und nicht darauf achten, wie sich das Konsumverhalten ihrer Leser verändert hat. Sie haben Wünsche, Vorlieben und „NoGo’s“ im Kopf. Die zu berücksichtigen ist die oberste Priorität, um zu unterhalten, zum Lesen anzuregen und Spaß zu vermitteln. Ich schätze, in vielerlei Hinsicht ist die Bloggerszene hier ihrem Vorgänger voraus. Die Ansprache der Leser, der direkte Draht zwischen Schreiber und User und schlussendlich die Präsentation der Inhalte sind es, die heutzutage elementar sind. Letztgenanntes ist zwangsläufig das, was ich zuerst zu Gesicht bekomme. Wenn das schon nicht zufrieden stellt, wie soll dann der Rest stimmen?

Es gibt freilich und zum Glück Positivbeispiele – auch bei Magazinen. Nur so lange nicht die Masse an Portalen im 21. Jahrhundert ankommt, so lange muss auch niemand über den Sinn und Unsinn zum Beispiel von Wertungssystemen diskutieren. Oder seht ihr das anders?

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Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 25. Oktober 2011

16 Kommentare zu “Von Werbung und (zu) langen Rezensionen

  1. Guter Beitrag. Sehe ich genauso, wollte jetzt jedoch keinen so langen Text dazu verfassen (*gg*). Lese auch die seitenlangen Tests schon lange nicht mehr, wenn dann maximal das Fazit, und selbst da haben manche ja schon wieder fast eine Seite +/- Punkte, also wird zwangsläufig auch dort nur noch überflogen. Teils sind die Seiten mittlerweile auch schon wie in Magazinen, durch übergroße Screenshots künstlich gestreckt. Die oftmals so gelobte GEE war da ein gutes Beispiel – nicht selten hat da der Text im Kampf gegen das Bild einfach den Kürzeren gezogen. Aber nunja, gibt Leute die stehen wohl drauf, so richtig rechtmachen kann man es wohl keinem.

    Das mit der Werbung ist natürlich auch meganervig, daher hab ich auch schon seit längerem einen Adblocker als Wachhund, es surft sich deutlich angenehmer. Anfangs war ich zwar auch kein Freund davon, allerdings hat das mit Layern, Bannern und sonstigem BlingBlingRotz einfach abartige Formen angenommen mittlerweile.

  2. Sebi schrieb am :

    lustig dass du 4players erwaehnst. Auch ich lese da regelmäßg news aber die reviews tu ich mir schon lange nicht mehr an. Maximal klicke ich mich direkt zum fazit durch und schaue mir die pro und contras an mehr klickerei halte ich einfach nicht aus.. wenn mich eine Seite mit werbebalken nervt besuche ich sie einfach nicht wieder so einfach ist das. Es gibt genug blogs bei denen das nicht der fall ist. Dort kann ich mir auch sicher sein dass die stimme nicht von einem publisher gekauft wurde.

  3. Pingback: Sehe ich genauso! | grimmiger gamenerd

  4. Hi Sven,

    ich bin durch Zufall (Twitter sei Dank) auf deinen Beitrag hier gestoßen. Normalerweise hätte ich mich auch nicht dran gestört, da ich deine Meinung durchaus akzeptieren kann, und wäre weiter gezogen.

    Was ich aber absolut nicht fair finde, ist dass du hier GamersGlobal mit schlichtweg falschen Tatsachen darstellst. Bitte zeige mir einen dieser Artikel bei GG, der 10 Seiten und mehr umfasst. Wir hatten genau einmal einen Artikel mit 9 Seiten. Das war Jörgs Shogun-2-Test. Ansonsten sind unsere Artikel im Schnitt 3-4 Seiten lang.

    Mag sein, dass das dem einen oder anderen immer noch zu viel ist. Es gibt aber eben auch Menschen, die sich gerne etwas ausführlicher über ein Spiel informieren. Da zähle ich mich dazu, weshalb ich letztlich auch bei GamersGlobal gelandet bin. Warum können beide Arten zu Schreiben in deinen Augen denn nicht koexistieren?

    Ich lese selbst auch hin und wieder mal ein Review auf Rock Paper Shotgun, Giantbomb oder ähnlichen Seiten. Als Kaufberatung würde so ein Review für mich persönlich aber eben nicht funktionieren bzw. nicht ausreichen. Und da stehe ich offensichtlich nicht alleine da. Verteufle ich deshalb deren Art zu schreiben? Mitnichten. Ich lese diese Seiten dann einfach seltener. Aber mir liegt es fern zu sagen: „So kann man doch bitte kein Review schreiben.“

    Viele Grüße,
    Bernd,
    GamersGlobal

    • Ich befürchte, dass Du nicht ganz verstanden hast, worauf ich hinaus will: Es ist zweitrangig, ob ein Test nun über 10 Seiten geht oder nicht – so lange er auf 10000 Zeichen gestreckt wird. Das ist schlichtweg zu viel, da völlig unnötig und an der aktuellen Zielgruppe vorbei gedacht.

      Es ist ja schön, wenn Du gerne und viel und lange Texte liest. Aber es ist trotzdem nicht mehr zeitgemäß. Leute brauchen schnell ihre Informationen. Stattdessen sind Tests im Online-Sektor teils viel zu ausführlich, mit einem normal langen Test würde man in einer Printzeitschrift vermutlich 20 Seiten füllen.

      Und es sei betont: Ich schreibe hier auf meinem Blog das, was mir nicht gefällt. Und dazu gehört nun einmal auch Gamersglobal. Ich bemängle ganz sicher nicht die Schreibqualität der Autoren. Das ist ein völlig anderes Thema. Ich bemängle sehr wohl aber die Art der Präsentation, die mir nicht zusagt. Und ich bin sicher, dass es vielen anderen Leuten so geht. Frag doch mal Deinen Chef, ob er Statistiken darüber hat, wie oft eine Seite 3 von einem 5-seitigen Test gelesen wird. Gewiss deutlich geringer als Seite 1 und 5. Und das bestimmt nicht, weil auf Gamersglobal nur Leser wie Du zu finden sind.

      • Danke für deine Antwort.

        Wie gesagt, es liegt mir fern, deine Meinung oder deine generelle Kritik an GamersGlobal und ausführlichen Tests an sich zu bemängeln. Mir ging es lediglich um die von mir als falsch wahrgenommene Darstellung bezüglich unserer Seite. Wir strecken nicht künstlich unsere Texte, noch sind wir in irgendeiner Form angehalten, das zu tun oder machen das gar, weil die Höhe der Vergütung davon abhängen würde.

        Wir schreiben unsere Tests so, wie wir es für richtig halten und stehen auch zu deren Ausführlichkeit. Unsere Leser sind uns offensichtlich dafür dankbar, ansonsten wären sie nicht unsere Leser. Dass das also nicht mehr zeitgemäß wäre, wage ich zu bezweifeln. Natürlich ohne die Existenz der anderen Zielgruppe zu bezweifeln, nämlich den Fans von kürzeren Tests, wie von dir beschrieben.

      • Hehe. Na, fragst Du mal Deinen Chef nach Statistiken? Du bist so sehr überzeugt von der Richtigkeit eurer Vorgehensweise, dass Du offenbar nicht nachhaken möchtest? :)

        Wenn ihr nicht mehr Geld für längere Tests bekommt, dann ist doch alles prima. Das habe ich auch Gamersglobal nicht explizit vorgeworfen. Solltest Du das so aufgefasst haben, dann müsst ich noch einmal meine Formulierung überarbeiten.

        Und eines noch: Eure Leser sind aus verschiedenen Gründen bei euch. Ob sie schlussendlich auch ALLE komplett eure Tests lesen, darüber kann ich nur spekulieren. Ich schätze aber wie gesagt: nein.

      • Keine Angst, ich muss da nicht nachhaken wegen Zahlen, nur haben die hier nichts verloren :) Ob ich einen Test von Anfang bis Ende durchlese, oder nur grob überfliege, hängt in vielen Fällen ja einfach auch vom Interesse fürs jeweilige Spiel ab.

      • Nicht für mich sind die Statistiken, sondern für Dich. Aber gut, Du hältst es ja nicht für nötig. :)

        Und Deine zweite Aussage halte ich für Unsinn. Das heißt im Umkehrschluss also, es ist nicht unsere Aufgabe als Schreiberlinge, das Interesse beim Leser zu wecken? Für ein Spiel, was ihn vielleicht sonst gar nicht angesprochen hätte? Das Ziel eines Redakteurs sollte es unbedingt sein, das Interesse zu wecken.

      • Ich habe nicht gesagt, dass ich es nicht für nötig halte. Du hast lediglich die falsche der beiden Interpretationen meiner Aussage gewählt ;)

        Selbstverständlich sollte es das Ziel sein, das Interesse des Lesers zu wecken. Nur: Mich als absoluten Fußball-Ignoranten wird kein Redakteur der Welt dazu bringen, mir einen FIFA- oder PES-Test durchzulesen. Selbst dann nicht, wenn er einen Pulitzer-Preis bekäme.

  5. Randy schrieb am :

    Mensch du Sven, klasse Artikel. Knorke! Mir huscht das auch schon lange durch meine Synapsen, hatte aber nie Lust darüber zu schreiben. Gut das du das mal gemacht hast.

    Was ich persönlich sensationell finde, das im Grunde jeder denn ich kenne nur zum Fazit klickt, besonders bei 4 Players. Die Seite mieft eindeutig zu gewaltig. Dort wurde das Spranzband überdehnt!

    Ich geh da schon seit mehreren Lichtjahren nicht mehr drauf…

    …und jetzt geh ich ins Bett.

    Ps: als ich auf deinen Blog kam sprang mir eine Werbung vor den Latz! So eine die man wegklicken muss. Pass auf mein Lieber, die Seuche hat vielleicht auch dich bald in ihren Fängen. :)

    • Hehe. Och, ich verteufle ja wirklich keine Werbung. Mal etwas hier und da, ein Layer zum Wegklicken. Damit kann ICH sehr gut leben, weil ich auch ein Verständnis dafür habe. In Maßen ist das erträglich – finde ich.

  6. Flauwy schrieb am :

    Du sprichst mir aus der Seele, Sven. Allein das Titelbild sagt schon alles. Hier gehts auch nicht wirklich um 4P oder GG. Es geht einfach ums Prinzip. 4 Seiten sind immer noch mindestens 2, eher 3, zu viel!

    • Sehr schöne Klickstrecke. :) Die werden ja häufig genug für Top10-Artikel missbraucht. Unter anderem bei Chip.de…oder war es pcwelt.de? Naja, jedenfalls zig Seiten benutzen die auch. Oder Screenshot-Galerien, die nichts anderes als Klickstrecken sind – sogar mit Werbeunterbrechung (Eurogamer). Schrecklich.

  7. Solange es eine eigene Fazitseite gibt, stoere ich mich nicht sonderlich an langen Spieletests, die ich meistens nur ueberfliege. Meistens mach ich mir selbst ein Bild, indem ich zum Beispiel auf Youtube nach Ingame Szenen suche.

    Das gleiche gilt auch fuer Hardwaretests. Computerbase ist da ein gutes Beispiel. Die haben einerseits zwar sehr sehr ausfuehrliche Tests. Andererseits aber auch alles noch mal schoen zusammengefasst auf der letzten Seite in einem Fazit. Ich schau mir dann meist die Zwischenueberschriften an und filtere fuer mich heraus, was interessant erscheint und vergleiche hier und da die Benchmarkwerte in den Tabellen. Vermutlich liegt meine Aufmerksamkeitsrate irgendwo bei 20 und „oh guck, ein Eichhoernchen“-Prozent.

    Bei Printmedien sieht die Geschichte noch etwas anders aus. Hier nimmt man sich zusammen mit dem gedruckten Magazin ja meistens auch noch ein bisschen Zeit mit – und klickt nicht wie sonst in der Mittagspause hastig seine Browserfavoriten durch. ;-)

    Das letzte Spielemagazin hatte ich vor ein paar Monaten in der Hand. Ein australisches 120 Seiten Heftchen. Die Tests wareb sehr oberflaechlich geschrieben und ich hab es nach ’ner Viertelstunde schon wieder aus der Hand gelegt, weil sich jegliches Interesse sofort wieder zurueck in den Liegestuhl gelegt hat. Frueher® gab es doch so viele Hintergrundberichte ueber Heimbastler, John Carmacks Multidisplay-Arbeitsplatz, die neuesten Technik-Kniffe der nVidia- und ATi-Ingenieure inklusive exklusiven Fotos aus deren Laboren und Bueros.

    Jetzt wo es HTML5 moeglich macht, aufwendige Spiele plattformunabhaengig und Browser-basiert mit verhaeltnismaessig geringem Aufwand zu entwickeln, koennte man mit HowTo’s und Tutorials monate- wenn nicht sogar jahrelang ganze Rubriken fuellen und z.B. ein heftbegleitendes Projekt aufbauen. Und damit der zumeist jungen Lesergruppe Starthilfe geben und dazu animieren, selbst als Spieleentwickler anzufangen.

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