21

Call of Failure: Patriotismus & Propaganda

Völlig voreingenommen wagte ich mich an „Call of Duty: Black Ops“ heran. Welche Erwartungen hatte ich schon nach „Modern Warfare 2“, das mich von Anfang an langweilte und dann noch diese fragwürdige Flughafenszene präsentierte? Ich gehöre vermutlich auch zu den wenigen Spielern, die die deutsche Version des letzten Infinity Ward-Werkes schlimmer fanden als das Original, schließlich musste ich bei einem Massaker an Zivilisten zusehen und konnte nicht einmal in irgendeiner Art und Weise eingreifen. Ein richtiger “Cut” hätte wohl die vorbestimmten Ereignisse durcheinander gewirbelt? Ansonsten ödete mich die Ballerei ohne Verstand nach eins, zwei Spielstunden an. Wieso hätte „Black Ops“ besser sein sollen, sprach abgesehen vom Entwickler-Wechsel irgendwas dafür? Jedoch wurde ich überrascht: Die Kreation von Treyarch hat mir echt viel Spaß bereitet, die sechsstündige Kampagne war tatsächlich sehr nett und einfach „rund“. Dazu noch ein hervorragender Multiplayer-Part und der lustige Zombie-Modus – was will ich also mehr?

Keine Frage: Black Ops ist cool inszeniert!
Keine Frage: Black Ops ist cool inszeniert!

Aber ihr könnt es euch vielleicht denken, ich muss natürlich nörgeln. Meckerei auf hohem Niveau, könnte man meinen, würde ich wieder zu einer doofen Floskel greifen wollen. Aber es gibt nun einmal genügend Angriffspunkte, die in mir die Frage aufkommen lassen, wieso „Black Ops“ vermutlich wieder unglaublich viele Millionen Dollar Entwicklungskosten verschlungen hat. Denn in etlichen Bereichen haben die Macher geschlampt oder setzen den Konsumenten wieder Dinge vor, die gesellschaftlich gesehen schlichtweg inakzeptabel sind.

Inakzeptabel #1: Authentizität

„Black Ops“ spielt zur Zeit des Kalten Krieges. Fast ausschließlich seid ihr in den 1960er Jahren unterwegs, um nebenbei den Vietnamkrieg zu überstehen, irgendwelche Forschungsanlagen in Russland zu infiltrieren oder in Kuba Fidel Castro zu ermorden. Die dramaturgisch wirklich fein inszenierte Handlung erlaubt Zeitsprünge, ihr müsst sogar ein Mal nach 1945 reisen, um dort einen deutschen Wissenschaftler zu…ähm..stibitzen. Ich begrüße es, dass sich Treyarch für einen Protagonisten entschieden hat, der zwar nicht in allen Missionen auftritt, aber die tragende Rolle erhält. Das verleiht dem Spiel eine gewisse Tiefe, schließlich erhaltet ihr erstmals in der Serie eine richtig zusammenhängende Geschichte.

Gabs diese Waffe damals schon? Oder nicht? Hm...
Gabs diese Waffe damals schon? Oder nicht? Hm...

Doch was zum Teufel haben sich die Macher bei der Waffenauswahl gedacht? Ein Teil der Moorhuhn-Tötungsspielzeuge stammt gar nicht aus den 1960er Jahren? Die ersten Spielminuten ist mir das gar nicht aufgefallen, doch als ich 1968 die AK74 einsetzen konnte, wurde ich misstrauisch. Der Nachfolger der AK47 wurde, wie der Name schon verrät, erst 1974 veröffentlicht. Ein wenig Recherche bringt noch mehr Ungereimtheiten zu Tage: Die Walter WA2000 (frühe 1970er Jahre), die L96A1 (frühe 1980er Jahre), die HK PSG1 (1970er Jahre), die Strela-3 (1974) oder die Kiparis (1970er Jahre) hätten niemals den Weg in „Black Ops“ finden dürfen. Plausibel kann dies Treyarch nicht erklären, nicht durch mögliche Prototypen oder SciFi-Reisen in die Zukunft. Zweitgenanntes hätte ohnehin nicht zur Pseudo-seriösen Handlung gepasst. Gewiss, ich bin kein Waffennarr oder Experte, aber es wird zunehmend unglaubwürdig, wenn ihr Gerätschaften einsetzt, die es schon vom logischen Verstand her gar nicht in den 1960er Jahren gegeben haben kann.

Rein bezogen auf das Shooter-Erlebnis ist das freilich eine Kleinigkeit, Treyarch hätte trotzdem etwas mehr Wert auf eine Authentizität legen können, zumal es in den 1960er Jahren sicher genügend andere Waffen gab, eben dank des Vietnamkrieges. Und ein kleineres Arsenal wäre wirklich kein Drama gewesen. Davon ab: Es ist dank Google und Wikipedia eine Leichtigkeit, mehr über Waffen zu erfahren. Umgangssprachlich nennt man das wohl Recherche.

Inakzeptabel #2: Schwarz-Weiß-Malerei

Ich würde zu gerne wissen, was ein russischer Gamer von den „Call of Duty“-Storys überhaupt hält. Ständig sind es die Russen, die grundsätzlich BÖSE sind, also der Terrorismus in Reinkultur, der die US-amerikanischer Kultur vernichten möchte. Bei „Black Ops“ kommt noch ein blöder deutscher Wissenschaftler dazu, der mit einem russischen Fiesling die westliche Welt mit einem Giftgas ausrotten will, um bestimmt den Kommunismus im potentiellen Ödland zu etablieren. Leute, wir schreiben das Jahr 2010 – da muss es das Zelebrieren von Vorurteilen und das Fördern von einem Klischeedenken nicht mehr geben! Dass sich Russen in ihrem eigenen Land auch noch in einem gebrochenen Deutsch unterhalten, ist sowieso lächerlich. Und wieso kann ein gebildeter Feind mit einem perfiden Plan nicht akzentfrei sprechen?

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.
Brachiale Action! Da kann man eigentlich nicht meckern...also eigentlich...

Diese ganze Propaganda-Scheiße, bei der die US-Soldaten der namensgebenden „Black Ops“-Einheit als wahre Helden dargestellt werden, die für Recht und Ordnung auf der ganzen Welt sorgen, geht mir gehörig auf den Keks.Spoiler-Alarm: Bei der Schlusssequenz habe ich nur  die wehenden US-Flaggen vermisst. Dass eine ganze Armada von Kriegsmaschinerien in der Nähe von Kuba auftauchen, lässt jede Art von Realismus verfliegen. Aber hey, solange die Amis da sind, braucht sich die gesamte Menschheit keine Sorgen um Schurkenstaaten-Terror machen. Alles klar, der US-Spieler glaubt den Mist vermutlich auch noch.

Hart genommen ist „Black Ops“ einmal mehr Kriegsverherrlichung, die durch das Sterben befreundeter Mitstreiter intensiviert wird. Vermutlich wird hier der Hass auf Ausländer geschürt, schließlich haben diese auch Schläferzellen im eigenen Land. Wenn die zuschlagen, ist es aus mit der US-Zivilisation. Ich als Europäer kann nur den Kopf schütteln, ich bin mir aber sicher, dass dies von manchen Leuten ernst genommen wird. Alles in allem ist diese Schwarz-Weiß-Malerei aber überaus bedenklich, eben weil sie Vorurteile beflügelt und die Russen auch im 21. Jahrhundert für alles Schlechte verantwortlich gemacht werden. Es ist zweitrangig, ob „Black Ops“ in den 1960er Jahren spielt, da die Geschichte ohnehin rein fiktiv ist und kaum Bezug zu wahren Ereignissen hat. Wieso eigentlich nicht? Gerade nach dem Ende des 2. Weltkrieges geschah einiges, was man Spieler hätte vermitteln können. Die US-Soldaten haben viele Leben in Vietnam und anderen Ländern auf dem Gewissen. Ach, über so etwas redet man besser nicht.

Da fällt mir ein: Sind bei „Black Ops“ überhaupt irgendwo farbige Soldaten dabei? Also jetzt keine zu tötenden Asiaten, sondern stärker pigmentierte Charaktere? Oder gab es die in den 1960er Jahren auch noch nicht? Da muss ich echt aufpassen, dass ich nicht aus Versehen das Wörtchen Rassismus mit Treyarch in Verbindung bringe…. (Danke an Marcel für den Kommentar. Dann hat sich das Problem ja geklärt, die Schwarzenquote wurde eingehalten. Heißt ja nicht ohne Grund “Black Ops”…*hüstel*)

Inakzeptabel #3: Entwickler auf Crystal Meth

Crystal Meth ist eine Droge, die bereits während des 2. Weltkrieges von den Nazis benutzt wurde. Nach 1945 fand der Wirkstoff N-Methylamphetamin im Vietnamkrieg Verwendung, zum Doping sowieso. In den Staaten erfreut sich  das Aufputschmittel, das zu Euphorie und niedrigerem Schlafbedürfnis führt, fragwürdiger Beliebtheit, allgemein ist das Zeug eine populäre Partydroge. Und beim Spielen von „Black Ops“ hatte ich häufiger das Gefühl, als wären die Entwickler Crystal Meth nicht ganz abgeneigt gewesen. Das wahnwitzige Tempo beim Töten unzähliger Gegner lässt regelrecht vergessen, dass eigentlich auf Menschen geschossen wird. Die hohe Spielgeschwindigkeit, für die die „Call of Duty“-Serie bekannt ist, senkt in meinen Augen die Hemmschwelle deutlich, teils müsst ihr sowieso nur in irgendeine Richtung feuern, um ganze Russen-Scharen in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Das ist stupide und befremdlich. Denn in den ruhigen Passagen geht es keinesfalls harmloser zur Sache.

Dieses Standbild verdeutlicht euch, wie rasant Black Ops ist...*hust*
Dieses Standbild verdeutlicht euch, wie rasant Black Ops ist...*hust*

Inakzeptabel #4: Brutalität und Provokation

Heimlich klettert ihr aus einem Container, schleicht euch von hinten an einen Russen heran, schnappt eine naheliegende Axt und rammt ihm diese in seinen Hals. Schlimmer geht immer: Wenn ihr Fidel Castros Doppelgänger (nein, das ist kein Spoiler!) eine Kugel in den Kopf jagt, wird das in Zeitlupe genauestens vorgestellt. Mit einem Messer Köpfe fast abtrennen, zuschauen, wie ein Kumpan in unmittelbarer Nähe erschossen wird, einen Gegner direkt hinrichten  – ja, auch in der deutschen Version dürft ihr solche Situationen überstehen. Trotz Schnitten, fehlenden Blutfontänen und keinen herumfliegenden Körperteilen ist die hiesige Fassung von „Black Ops“ überaus abstoßend und stellenweise widerlich. Klar kann immer argumentiert werden, man möchte die Brutalität des Krieges verdeutlichen. Allerdings handelt es sich doch noch immer um ein Spiel, das unterhalten will, oder?

Dass ich offenbar bereits ziemlich abgestumpft bin, zeigte eine kleine Szene: Ich steckte gerade einem Gegner ein Messer in den Hals und dachte mir nichts weiter dabei. Mission erfüllen und so. Die Freundin daneben schaute mich verständnislos und angewidert an, als wolle sie sagen: „Wie kannst Du nur sowas zocken?“ Wenn jemand über Killerspiele sachlich diskutieren will, dann empfehle ich ihm „Black Ops“ (ach, die letzten „CoD“-Episoden) als Steilvorlage.

Schon klar. Waffen sind zum Töten da...
Schon klar. Waffen sind zum Töten da...

Tja, das war’s dann auch schon: Gewaltverherrlichung, Klischees, Provokation – in Kombination mit fehlender Glaubwürdigkeit. Das ist „Call of Duty: Black Ops“. Muss ich mir jetzt Sorgen machen, dass ich meinen Spaß mit der schicken und perfekt gescripteten Solo-Kampagne hatte, deutlich mehr als mit „Medal of Honor“ und „Bad Company 2“?

Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Wunderbar!
Teile den Beitrag oder hinterlasse einen Kommentar.

Twittern

Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 16. November 2010

21 Kommentare zu “Call of Failure: Patriotismus & Propaganda

  1. M@rcel schrieb am :

    <blockquote cite="Sind bei „Black Ops“ überhaupt irgendwo farbige Soldaten dabei? Also jetzt keine zu tötenden Asiaten, sondern stärker pigmentierte Charaktere?">

    Bowman ist doch farbig, **ACHTUNG SPOILER** er stirbt zwar zum Schluss**SPOILER ENDE**, aber er ist ein oft auftretender Charakter.

  2. Ich kenne mich mit sowas echt nicht aus, aber die 60er Jahre sind verflucht lange her. Kann es vielleicht sein dass es damals wirklich nicht so viele farbige Soldaten gab, weil man sie für… naja, minderwertig, hielt? Oder hat man sie vielleicht sogar gerade deshalb in den Krieg geschickt, weil man sie für nichts besseres als zu sterben befand, und eigentlich müssten es noch viel mehr sein als du dir erhofft hättest? Wie gesagt, weiß sowas nicht.

    Bei Call of Duty habe ich mich schon immer, seit dem ersten Teil, leicht dümmlich gefühlt, weil ich Spaß daran hatte, obwohl es objektiv betrachtet ein Arschlochspiel ist. Von daher: Nix neues, habe mich nicht hypen lassen, werde es wie die beiden Modern Warfares irgendwann mal günstig erwerben.

  3. @Pascal: Gute Frage, aber meines Wissens wurden teils auch anlässlich des Vietnamkrieges die Rechte der Schwarzen in den USA deutlich gelockert, eben damit mehr Soldaten im Gesamten in den Krieg ziehen konnten. Also bei Black Ops sieht man davon an sich nichts…

    Ich glaub, ich hatte es im ARtikel auch schon angedeutet: Für die CoD-Serie ists nichts Neues…eben vieeeeeel Ballerei ohne Tiefgründigkeit. Dabei schielt Treyarch ja schon in die richtige Richtung – es gibt z.B. ne an sich sinnvolle Story, wenn auch mit vieeeel Pathos und so.

  4. Heinz schrieb am :

    Super Artikel!

    Du gibst genau das wieder was ich mir auch bei diesem Spiel gedacht hab. Es wird ja auch nich besser mit den Jahren.

    Das dumme ist nur, das jedes CoD ein Verkaufserfolg ist mit mehreren Millionen Einheiten.

    Entweder ist die Masse schon darauf konditioniert oder die Menschheit ist leider so Blutrünstig.

    Vielleicht liegen wir aber alle Falsch und die Spieler wollen nur den Sportlichen Wettstreit im Multiplayer ala Counterstrike ;-).

  5. NIkolai schrieb am :

    Sehr guter Artikel,

    endlich ist auch einer meiner Meinung!

    ich selber bin Russe und kann auch wirklich sagen das ich ein absoluter Fan on CoD binn.

    Aber genau diese Aspekte und Argumente die du mit deine Belege wiedergibst, lassen mich jeden Tag ein bischen mehr dabei zweifeln ob ich noch so ein Fan wie vom ersten CoD binn.

    Die meisten kaufen sich es sowiso ohne Verstand oder nur wegen den Multiplayer und denken dabei vermutlich nichts… was ich persönlich schlimm finde! Weil dabei handelt es sich vielmehr um eine Realen Simulation!

    Diesen Artikel musst du ausfeinern und nochmal überarbeiten aber ich würde ihn dann sofort zur Presse schicken…

    P.S. ich wusste selber nicht was ich meine Freundin darauf antworten sollte, sie sprach mich desshalb auch nochmal an!

    Mfg Nikolai

  6. NIkolai schrieb am :

    Jo grüss dich:) Ja ich binn der Meinung das du eineige Sachen im Text nochmal kurz durchgehen solltest oder besser gesagt so umschreiben sollst dass es Journalisten gefällt. Ich kann dir gerne dabei helfen etc. aber erst am Wochenende da ich in dieser Woche einige Exam Arbeiten noch zu erlediegen habe…

    liebe grüsse aus Hamburg=)

  7. Naja, es ist ja meine Absicht, dass mich Spieler verstehen, nicht Journalisten. Aber Verbesserungsvorschläge nehme ich gerne entgegen, wenn Du Zeit hast. :)

  8. Altairre schrieb am :

    @Sven:

    Interessant und unterhaltsam geschrieben, zu der übermäßigen Gewalt will ich dich aber was fragen, bevor ich dazu was schreibe: Im Vergleich zu MW2, wie findest du BO? Schlimmer, genauso schlimm, weniger schlimm (und dabei meine ich nicht die Explizität der Szene, sondern von einem moralischen Standpunkt her).

  9. @Altairre Wirklich gute Frage. Wenn man es hart nimmt, nehmen sich beide Teile wohl nicht allzu viel. Rein von meinem Gefühl her ist Black Ops einen Tick härter, vorrangig weil es einfach mehr provokante Szenen gibt. Ist aber nur so ein persönliches Empfinden, wenn ich an beide denke. Wenn man es nur auf einen moralischen Standpunkt "reduziert", dann halte ich beide Titel für gleichermaßen inakzeptabel und "zu viel des Guten".

  10. Altairre schrieb am :

    @Sven: Und das ist der Punkt, den ich anders sehe. Vielleicht interpretiere ich es nur falsch, ich finde MW aber um einiges "schlimmer" als BO. Black Ops versucht in meinen Augen nie realistisch zu sein. Es sagt von Anfang an: Hey, ich bin wie ein sinnloser Actionfilm, alles ist maßlos übertrieben und komm mir bloß nicht mit Realismus, hab einfach den Spaß, den die Meisten auch mit einem gut inszenierten Actionfilm haben. Das wars. Bei der Szene mit dem Zeitlupen-Kopfschuss musste ich richtig lachen und meine da ein ironisches Zwinkern der Entwickler gesehen zu haben alá: Hast du etwas anderes erwartet? Die Szene war imho eine Hommage, zumindest ist mir das als Erstes in den Sinn gekommen. Bei Modern Warfare haben die Entwickler aber immer wieder betont, dass z.B. die Flughafenszene da gewesen sei um die Schrecken des Krieges zu zeigen und pffft… Sowas kann ich nicht ausstehen. Eine weitere Situation die ich schlechter gemacht fand waren die Kommentare der Kollegen bei der Tod von Oben Mission in MW1, auch hier sollte wahrscheinlich die Verrohung deutlich werden, der Versuch bricht aber schon bei der ersten Wiederholung eines Kommentars und zieht das Ganze nur noch ins Lächerliche.

    Ja, der Kehle-durchschneiden-Moment war hart und ja man hätte die Axt am Anfang auch weglassen können. Wirklich krass aufgefallen, wie in MW und MW2 ist es mir persönlich aber nie, ich habe auch das Gefühl, dass es bei CoD auch schon zum Selbstläufer geworden ist, wenn man jedes Jahr sagt: Das setzt der Provokation aber die Krone auf. Provoziert hat man in Black Ops meiner Meinung nach nicht mehr, als z.B. Stirb Langsam auch. Mir hat Black Ops auch um einiges mehr Spaß gemacht, als MW2 oder auch MW1, auch wenn die Moorhuhn Sequenzen immer noch nerven und Gameplay technisch ist es sowieso nicht das Gelbe vom Ei und ich werde es schnell wieder vergessen haben. Das Ende fand ich allerdings sehr gelungen (und dabei meine ich nicht den "Die Amis sind da – jucheehhh!" Part, sondern das Letzte, was man in BO zu Gesicht bekommt.

  11. @Altairre: Ist schon ein interessanter Ansatz von Dir, keine Frage. Persönlich hab ich das anders gesehen: Black Ops hat ja sozusagen erstmals eine richtige und zusammenhängende Story. Dort haben die Entwickler versucht, mehr "Drama" und "Emotionen" durch einen festen Protagonisten einzuführen. Sowas wie Humor oder gar eine Hommage konnte ich für mich überhaupt nicht entdecken. Eben eher das Gegenteil, denn die Geschichte eines "Helden" wurde hier mit allen Tiefen und Schwierigkeiten vermittelt. Bei MW(2) wurden Story-Häppchen aneinander gereiht, Du konntest Dich also gar nicht mit einer Person identifizieren..somit war es mehr eine Ansammlung von provokanten Szenen, eben teils auch aus dem Kontext gerissen.

    Aber wo ich zustimmen muss: Durch die permanente Gewalt in sämtlichen der letzten Teilen stumpft man schon etwas ab…vielleicht ist das auch der Grund, wieso man BO eventuell nicht mehr so hart findet als MW2? Vieles kennt man in ähnlicher Form ja schon…

    Mir selbst hat BO übrigens deutlich mehr Spaß als MW2 gemacht, eben aufgrund der natürlich lächerlichen Story..aber halt die komplette Handlung auf 08/15-Actionfilmniveau fand ich schon stimmiger als eben das Abgehackte. Übers Gamesplay brauchen wir da nicht zu reden..alles toll gescriptet, aber längst bekannt. Weit entfernt von einem "erfrischend neu", klar. Aber das heißt ja nicht, dass ein CoD deswegen schlecht ist…

  12. Altairre schrieb am :

    @Sven: Ist halt eine Interpretationssache, ich konnte mich in BO genauso wenig identifizieren, wie in MW2, aber ich garantiere dir, dass man die bekanntesten Szenen aus MW1 und 2 länger in Erinnerung behalten wird, als die aus BO. Beide (Flughafen, Tod von Oben) sind mir deshalb so aufgefallen, weil sie so dilletantisch inszeniert waren, bei Tod von Oben ist mir das noch mehr aufgefallen als bei der Flughafen-Szene.

    Natürlich hat die Gelassenheit bei expiziter Gewaltdarstellung in z.B. BO was mit Abstumpfung zu tuen, aber auch mit der Art und Weise, wie Gewalt benutzt wird. Gewalt wird nicht krasser, wenn man sie dir ständig ins Gesicht klatscht, bei CoD kann man die Gegner nicht mehr als Menschen wahrnehmen, das liegt auch an dem hohen Spieltempo und dem Bodycount.

    Die berechtigte Aufregung bei MW 1 und 2 kam halt auch daher, dass gewisse Tabus, bzw. Sachen, die man vorher noch nicht gesehen hat umgesetzt wurden und dazu eben noch schlecht.

    Gewalt funktioniert nur dann wirklich als Schocker, wenn man sie innerhalb eines Spieles in einer härteren Form nicht erwartet, bzw zie bis zu dem bestimmten Punkt nicht vorkommt, oder die Figuren menschlich erscheinen. Ein Beispiel dafür ist Mafia 2 und der Tod von Henry, das fand ich viel "krasser", als alles, was in CoD gezeigt wird, auch wenn sogar Mafia 2 an zu langen Schießereien gekrankt hat (trotzdem wurde es besser umgesetzt als in vielen anderen Spielen, daher schätze ich es auch sehr).

    Einen weiteren guten Ansatz hat Velvet Assassin mit der Darstellung der deutschen Soldaten gehabt, auch wenn es da nicht konsequent genug umgesetzt wurde, da hat man viel Potenzial verschenkt.

    Deswegen kratzt mich die Gewaltdarstellung in BO einfach nicht, da werden nicht die richtigen Töne benutzt, als dass ich länger darüber nachdenke.

  13. Also wenns ums Nachdenken über Gewalt geht, dann macht es für mich keinen Unterschied, ob ich MW(2) oder BO spiele. Ich finde alles gleichermaßen krass und übertrieben, lässt mich aber trotzdem relativ kalt und ich vergesse sie schnell wieder. Abgesehen vielleicht vom MW1-Anfang und der Flughafenszene in MW2. Das Russisch-Roulette bei BO war ebenfalls so eine Szene, die im Gedächnis geblieben ist, danach hörts schon auf. Vielleicht ist das aber auch gut so? Persönlich hätte ich aber nichts gegen mehr Anspruch und Tiefgang, also dass mir die Ballerei sozusagen im Halse stecken bleibt..ja, das fänd ich durchaus gut. Wie wäre es z.B. mit der Ermordung von John F. Kennedy..selbst erleben und so?

  14. Till schrieb am :

    Hey bin jetzt grad erst auf den Artikel gestoßen hab mir alles brav durchgelesen…

    Insgesamt finde ich das was du anprangerst ein wenig übertrieben, ganz abgesehen vom Zynismus, der den Artikel durchtränkt.

    Natürlich gibt es überdurchschnittlich harte Szenen in dem Spiel, wie in fast allen CoD Titel. Aber hier vergisst du wie fast alle Kritiker das entscheidende: Jeder 8-Jährige kann auf Kino.to gehen und sich Saving private Ryan angucken, liegt da nicht der Fehler?

    Du kannst das spiel nicht wegen seiner Brutalität kritisieren, wenn du es auf die ebene eins aktiven spielfilms setzt, und das ist die kampange nunmal.

    Ich hab mir das Spiel eig nur wegen dem Multiplayer gekauft, genau wie MW2. Wo ich mit dir übereinstimme is bei den Waffen, kenn mich da auch nich so aus aber wenns wirklich so unlogisch ist wie dus darstellst is das echt n anfängerfehler^^ aber im vietnamkrieg gab es eig nur 2 wirklich entscheidende gewehre… ich denke du weist welche und vielleicht noch die m14, das wars.

    Was den Pathos angeht: Das ist kalter krieg aus sicht der amis, was erwartest du???

    Ich mags einfach nicht das seit MW2 grundsätzlich auf Cod rumgehackt wird ums madig zu machen, die guten sachen werden meist einfach bei seite gelassen…

  15. @Till: Och, ich mag Zynismus. :) Ne, im Ernst. Am Anfang und an Ende betone ich ja, dass mir CoD: BlackOps wirklich viel Spaß gemacht hat. Trotzdem halte ich die Gewaltdarstellungen für maßlos übertrieben, die Story ist hanebüchen und die Waffenauswahl dilettantisch. Mal doof ausgedrückt: Ich kritisiere Dinge, in meinen Augen zurecht, auf einem hohen Niveau. Denn letztendlich zählt ja der Spaß, den man mit dem Spiel hat – und der war zumindest bei mir hoch.

  16. Sven K schrieb am :

    Finde diesen Artikel nicht besonders gut… Natürlich kann man Kritk zu Black Ops machen, das Spiel soll schließlich unterhalten oder?
    Dieses Spiel soll nur zum unterhalten der Spieler sein, und nicht auf einer wahren Geschichte basieren.
    Klar, das es komisch ist das ein paar 70er und 80er Waffen einfach mal so in die 60er kommen, sowie die MP5K, die Mission die 1962 (Missonname vergessen)spielt. 1962 gabs noch nicht mal ein Prototyp von der MP5K…
    Das Russen in der CoD Story fast nur die Bösen sind ist richtig, aber ich kenne viele Russen die Black Ops trozdem gerne spielen.
    Die Amis sind meinstens immer die Helden in Spielen Filmen usw.
    Was ganz normales… Klar, das Amis mit ihrer Macht übertreiben, aber dies ist ein Videospiel, was sicht nicht immer an der Realität basiert.

    • Um ehrlich zu sein, verstehe ich jetzt Deine Kritik nicht so genau. Du siehst meine Kritikpunkte ein, aber dann doch wieder nicht? Außerdem sag ich ja auch, dass Black Ops Spaß macht..mir persönlich sogar mehr als MW2….

  17. Nun ja,
    Wirklich nachvollziehen kann ich deine Kritikpunkte nicht.
    1.Mir ist es ziemlich egal, ob es im Jahre sowieso schon die Waffe sowieso gab. Solange man keine Plasmawerfer benutzt^^ ;) Ich denke da stimmen mir viele Gamer zu.
    2. Irgendjemand muss ja der Böse sein. Ob nun die Terroristen in MoH oder die Russen in BO. Es gibt ja auch ein Level indem man Deutsche töten muss. Und ich spiele das Spiel trotzdem gerne. Und die Amis werden nunmal gerne als Superhelden angesehen. Es gibt allerdings ja auch Games von russischen Entwicklern (Death2Spies), indenen die Russen die Helden sind.
    3. Die übliche Kritik an CoD. Das Spiel ist ja keine Militärsimulation. Wenn ich mir CoD kaufe will ich keine taktischen Singelplayergefechte. Dafür gibt es andere Games.
    4.Ich selbst war natürlich noch nie im Krieg, doch was man so hört ist der auch äußertst brutal. Solche Szenen sind zwar nicht schön, aber sie tragen unglaublich zur Atmossphäre bei. Als jüngstes Beispiel könnte ich da HOMEFRONT nennen, mit den Eltern-Erschieß Szene. Erzeugt eine innere Wut gegen die Nordkoreaner.

  18. sipanz schrieb am :

    “Ständig sind es die Russen, die grundsätzlich BÖSE sind, also der Terrorismus in Reinkultur, der die US-amerikanischer Kultur vernichten möchte”

    Junge zock dass Spiel mal richtig und sieh dir dass zweite Level an, Black Ops ist ein mieses Pro Russisches Spiel, allein schon wenn man aus Workuta ausbricht “Für RUSSLAND” und Reznov(ein Held im Spiel) ist Russe…

Kommentar schreiben

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.