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Zombies go home!

Geschrieben von Lara
Zombies go home!

Trends und Hypes verlaufen wellenförmig. Bei Kleidung, auf dem Arbeitsmarkt und sehr stark in den Medien. Das Auf und Ab, das Sterben und Comeback von Genres, Stoffen und Erzählweisen lässt sich sehr schön über die Jahrzehnte verfolgen. In Sachen Games haben wir gerade wieder einen Höhepunkt eines Trends überschritten: Zombies. Unzählige Spiele beschäftigten sich in den letzten Jahren mit dieser menschlichen Urangst der Sterblichkeit.

Nichts gegen Zombies, ich mag Zombies, Zombies sind super, aber ich hab genug von Spielen mit Zombies. Zombies als Gegner sind mittlerweile so ausgelutscht wie deine M…, naja sie sind halt ausgelutscht. Auch Aliens, Vampire, Roboter, Dämonen und Mutanten sind schon arg verbraucht. Neue Gegnertypen braucht das Land! Wie wäre es mit….

Die unsichtbaren Killer: Bakterien und Viren

Viel zu wenig werden die Ninjas der Natur thematisiert. Sie lauern ständig und überall und schlagen blitzschnell zu. Viren sowie Bakterien sind (mit ein paar Ausnahmen) unsere gefährlichsten Feinde und müssen endlich ins Licht der Öffentlichkeit. Occupy your body! Wie wäre es etwa mit einem Spiel, in dem man als Anti-Körper die Polizei im Menschen spielt? Man kämpft sich Stück für Stück durch die verschiedenen Bereiche des Körpers, vom Magen, über Leber und Lunge bis ins Gehirn.

Cholera als Spiel? Klingt doch nice, was? (Foto: Wikipedia)
Cholera als Spiel? Klingt doch nice, was? (Foto: Wikipedia)

In den ersten Levels müsst ihr euch noch mit Kleinigkeiten wie Schnupfen, Husten, Halsweh rumschlagen, doch später kommen die tödlichen Viren. Vor dem ekligen Boss NORO oder H5N1 müsst ihr euch in Acht nehmen. Und ganz am Ende lauert der Tod in Reinkultur: der Krebs. Egal ob als Hack’n’Slay, Shooter oder RPG – der Bedrohung durch Bakterien und Viren muss endlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden!

Under the Sea: Die Gefahr aus der Tiefe

James Camerons „Avatar“ hat es gezeigt: Die Unterwasserwelt bietet nahezu unendlich viele Möglichkeiten, neue Kreaturen zu erschaffen. Man denke nur einmal an den Hammerhaielefanten! Aber die meisten Wasserbewohner muss man gar nicht re-kombinieren. In den Meeren um Australien und Japan leben jeweils knapp 33.000(!) verschiedene Arten. Und jeder, der schon einmal eine ZDF Doku über Wasserlebewesen gesehen, weiß wie verdammt gruselig und grausam einige dieser…“Tierchen“ sein können.

Da geht einiges. (Foto: Sebastian Münster, via Wikimedia Commons)
Da geht einiges. (Foto: Sebastian Münster, via Wikimedia Commons)

Trotzdem gibt es nur selten Unterwasserkreaturen als Gegner. Ab und zu mal ein Hai, ein Kraken oder ein Hummer. Bei „Kirby’s Dream Land 2“ auf dem Game Boy war sogar mal einen Anglerfisch als Boss zu sehen. Bei einem derartig riesigen Artenreichtum wäre so einiges möglich. Beispiele gefällig? Klickt euch mal zu oddee.com oder tripbase.com. Da braucht man dann gar kein „Dead Space“ oder „Lost Planet“ mehr, um Alpträume zu bekommen. Und ein gewisser Aquaman könnte vielleicht endlich sein eigenes Videospiel bekommen. Nach „Deadpool“ halte ich alles für möglich.

Hitchcock hatte recht: Die Vögel

Als tierische Zombies werden ja gern mal Insekten genommen. Schwach als Individuum, doch stark in der Masse.  Aber schon Hitchcock wusste, welche Ausdruckskraft die gefiederten Himmelsbewohner haben. Stellt euch mal eine Welt vor, die von todeswütigen Vögeln beherrscht wird. Niemand könnte mehr nach draußen gehen, weil er unter freiem Himmel sofort zu Tode gepickt würde. Gegen einen Schwarm von 100 hyperaktiven ADHS-Spatzen, die statt Körner lieber Menschenfleisch verzehren, haben wir doch gar keine Chance. Von Krähen, Habichten, Schwänen, Adlern oder Geiern ganz zu schweigen.

Die Angst steht ihr ins Gesicht geschrieben. (Foto: Universal Pictures)
Die Angst steht ihr ins Gesicht geschrieben. (Foto: Universal Pictures)

Und wer schon einmal das markerschütternde Gurren der Taube des Todes gehört hat, weiß um die Gefahr von oben. Und was müssen erst Hühner für einen unglaublichen Hass auf die Menschheit haben? Da hilft nur noch der Flammenwerfer….

Der Fluch der Muh-miez-mäh: Mumifizierte Tiere

Als seien Viren, Unterwassertiere und Vögel nicht schon schlimm genug, was wäre erst, wenn Tiere auch noch quasi unsterblich wären? „Halt! Stopp! Sind das nicht auch Zombies? Hallo-ho, Resident Evil Hunde!“, ruft der kleinkarierte Gamernerd von nebenan. Nein, mumifizierte Tiere sind keine Zombies, nicht im engeren Sinne. Zombies sind in der Regel Menschen, zombifizierte Tiere gibt es abseits der „Resident Evil“-Reihe eher selten. Aber der gravierendste Unterschied zwischen Untoten und Mumien ist der Sterblichkeitsfaktor. Während man Zombies mit gezielter Perforation des Gehirns zur ewigen Ruhe betten kann, sind Mumien nicht kleinzukriegen, will sagen: unsterblich. Bei der Mumifizierung wird ihnen ja das Gehirn schon entnommen. Jedenfalls dachte ich an einen ägyptischen Bauernhof, bei dem plötzlich alle Tiere als Mumien herum laufen. Und weil man Mumien nicht töten kann, kann man sie nur besänftigen. Das Mumien-Huhn bekommt verdorbene Körner, die Mumien-Kuh verschimmeltes Gras und die Mumien-Schweine…naja die fressen alles so wie immer.

Wir wissen, wie man Zynga retten kann... (Foto: Zynga)
Wir wissen, wie man Zynga retten kann… (Foto: Zynga)

Für diejenigen, die es etwas derber möchte, kann man auch ein feines Kaputthauspiel daraus basteln und die Tiere zu Hack und Geschnetzeltem verarbeiten. Natürlich, um die armen Dinger von ihrem grässlichen Fluch zu befreien. Zum Dank bekommt man vom jeweiligen Tier die unsterbliche Seele in Form von unterschiedlichen Boni, wie den Euterschuss oder die Eier-Granate. So könnte man dieses Unsterblichkeitsproblem auch umgehen. Die spannende Frage bleibt natürlich: Wie hat es der Bauer geschafft, seine gesamten Tiere in Mumien zu verwandeln? Daraus könnte man ja auch ein Spiel machen….

Homo Homini Lupus – Der Mensch ist dem Menschen ein (Wer-)Wolf

Altes Sprichwort, aber immer noch aktuell. Und welche lebendig gewordene Metapher bildet diese Weisheit am besten ab? Genau, der Werwolf (HomLup). Lange musste er ein Schattendasein fristen, während seine Kollegen der klassischen Horrorfiguren – Vampir und Zombie – immer wieder neue Spiele spendiert bekamen. Wenn überhaupt, tauchte der arme Werwolfie nur als Randfigur auf, maximal bekam er die Rolle eines Zwischenbosses. Doch dort, wo Vampire glitzern und Zombies dumm wie Brot sind, da hat der Werwolf keine Schwäche. Er ist über-stark, über-agil und über-schnell. Der Werwolf hat neben seinem tierisch guten Geruchssinn noch seine menschliche Intelligenz, die er zu nutzen weiß. Er ist sowohl allein als auch in der Gruppe eine echte Bedrohung. Seine einzige Schwäche ist laut einschlägiger wissenschaftlicher Fachliteratur Echtsilber – ein eher seltenes Material heutzutage.

Das wäre echter Horror, würden Werwölfe so aussehen. Ahhhh! (Foto: Concorde)
Das wäre echter Horror, würden Werwölfe so aussehen. Ahhhh! (Foto: Concorde)

Was den Werwolf darüber hinaus interessant macht, das sind seine verschiedenen Erscheinungsformen. Klassischer Wolfman oder modernes Mutantenmonster? Zudem umgibt den Werwolf ja auch immer ein gewisser Hauch von Tragik, denn in der Regel wird man eher unfreiwillig zum Vollmondmörder. Daraus kann man viele spannende Geschichten stricken, mit einem Antagonisten, der vielschichtiger ist als der immer böse und eindimensionale Zombie.

Möglichkeiten, zukünftige Spiele mit neuen oder wieder entdeckten Gegnern anzureichern, gäbe es viele. Wichtig dabei wäre eine gesunde Mischung aus bekannten und neuen Ideen. Denn allzu abgedreht mag es der Gamer ja auch nicht. Hättet ihr noch eine Idee für völlig frische Gegnerarten?

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Über Lara

Lara wurde in den 1980er Jahren geboren und entdeckte ihre Gaming-Leidenschaft schon früh als kleine Stöpseline. Schuld daran hat ihre Großmutter, die ihr zu Weihnachten 1991 einen GameBoy schenkte...[weiterlesen]

Veröffentlicht am 7. Februar 2014

8 Kommentare zu “Zombies go home!

  1. Lustisch, lustisch …

    Im Text steckt übrigens ein kleiner Fehler, du meintest sicher „The Abyss“ und nicht „Avatar“.

    Übrigens vermisse ich solche Filme, „Leviathan“ mit „RoboCop“ und „Naked Lunch“ Darsteller Peter Weller war einfach genial.

    • Ah, Avatar und Abyss. Das war aber auch gemein. Beim Lesen habe ich auch gestutzt, war aber nicht mehr genau sicher, was bei Avatar so abging (ich mag den Film nicht). Habs korrigiert.

  2. Ich weiß ja nicht, ob ich „Die Gefahr aus der Tiefe“ als zukünftigen Gegnertrend begrüßen würde. Unterwasserleben sind die Pest. Immer. IMMER! Da will ich doch nicht komplette Spiele, die darauf aufbauen …

  3. Lara schrieb am :

    Ich meinte schon AVATAR, das 3D der mit dem Schlumpf tanzt Spektakel. Cameron hat Unterwasserlebewesen genommen (Hammerhai) und ein Landlebewesen drausgemacht. Auch die ganzen Pflanzen sind ja von der Unterwasserwelt inspiriert (Korallenblumen etc).

  4. Pingback: Games-Career Blogschau Episode #2 | Games-Career Blog

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