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Wii, wU, was: Läuft bei Nintendo noch alles richtig?

Geschrieben von Andy
Wii, wU, was: Läuft bei Nintendo noch alles richtig?

Früher, da war alles so einfach. Ein japanisches Rollenspiel war ein Hit, eine Filmumsetzung Müll und Nintendo-Produkte das Non-Plus-Ultra. Selbst als mit Nintendo 64 und GameCube die Verkaufszahlen mal nicht so dolle waren, da sicherten exklusive Top-Hits (z.B. „Super Mario 64“ oder „Metroid Prime“) den Kult-Status sowie der Handheld-Markt die finanzielle Zukunft. Mit der Wii wurde uns gar ein neues Gaming-Zeitalter suggeriert – der Fernbedienungsfuchtelsteuerung sei es gedankt. Aber jetzt sieht all das irgendwie nicht mehr so rosig aus – und die schwächelnde Vorstellung seitens 3DS sowie Wii U passt wunderbar als Momentaufnahme für die derzeit allgemein herrschende, dezent deprimierende Lage. Irgendwie sind ja alle am Jammern, am Leiden, am Untergehen: einbrechende Hardware-Verkäufe hier, sterbende Magazine dort, enttäuschende AAA-Titel haufenweise.

Wie angedeutet: Nintendo ist diese Situation nicht völlig fremd. Als Sony mit der PlayStation überraschend vorbeizog und auch der in meinen Augen total niedliche Würfel keine Kehrtwende brachte, da half es, die bereits erwähnten,  etablierten Serien aus dem Hut zu zaubern. Entsprechend ist es kein Wunder, dass die Japaner wieder so reagieren – anders kann ich mir die Ankündigung einer Fortsetzung zu „The Legend of Zelda – A Link to the Past“ nicht erklären. Anstatt einer modernen Evolution eine Neuinterpretation eines 2D-Meilensteins – der Trick hat ja schon bei „Super Mario Bros.“ geklappt, wieso also nicht auch mit „Zelda“?

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Nintendo goes Square-Enix: fortgesetzte Fortsetzungen. (Bild: Nintendo)

Ich sage euch, warum es diesmal schief gehen könnte: Weil selbst die Fans skeptisch geworden sind. Bei „New Super Mario“ war die Euphorie noch groß. „Ja, endlich wieder ein klassisches Jump’n’Run!“, hieß der Tenor. Nichts gegen die 3D-Auswüchse, ganz im Gegenteil – jedoch fehlte einem „Super Mario 64“ der simple Charme des Original-Hits von 1985. Manche sahen damals gar einen Genre-Wechsel vollzogen. Im Falle von „A Link to the Past“ sowie „Ocarina of Time“ hingegen sind die Konzeptunterschiede weniger dramatisch. Viele „Zelda“-Fans bevorzugen die Nintendo-64-Episode, oft wird dieses gar als das beste Spiel aller Zeiten tituliert. Die wesentlichen Gründe, sich auf eine Neuinterpretation im Geiste eines „A Link to the Past“ zu freuen, sind die Bitmap-Optik und die damit starre Vogelperspektive. Der Nachfolger adaptiert dabei nur letztere – und von den diversen neckischen 3D-Tricks abgesehen gefällt mir der zwanghaft auf Polygon & Textur getrimmte Stil der bislang gezeigten Bilder wenig.

Auch darüber hinaus setzen die Japaner derzeit voll auf ihre alten Marken, wobei man anhand der jüngst für Nintendo 3DS angekündigten Titel von „Donkey Kong Returns 3D“ bis „Mario & Luigi: Dream Team“ sieht, wie verzweifelt allein die Suche nach einem Markt für weitere Fortsetzungen zu sein scheint. Frei nach dem Motto: Die Spieler vertragen kein weiteres „Mario Galaxy“ und kein neues „Skyward Sword“?. Dann kramen wir halt „Super Mario World 2 – Yoshi’s Island“ sowie „A Link to the Past“ heraus. Jede Fortsetzung braucht anscheinend eine Fortsetzung – oder noch besser (grusel, grusel): eine Trilogie! Square-Enix steckt seit „Final Fantasy X-2“ in einer ähnlichen Bredouille…

Nintendo darf darüber hinaus eines nicht außer acht lassen: die Produktqualität. Die Zeiten, in denen ein neues „Super Mario“ automatisch für flächendeckende Höchstwertungen sorgt, sind vorbei. Gerade die „New“-Titel ähneln sich viel zu sehr und vermissen damit genau das, was die Fans von der Serie gewohnt sind: Frische sowie Eigenständigkeit. Entsprechend ist es kein Wunder, wenn sogar die treue Basis nach und nach abrückt.

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Na, und, los: Welcher „New Super Mario“-Teil ist hier abgebildet? (Bild: Nintendo)

Eine andere Option der Kursrettung wären neue, unverbrauchte wie Hit-sichere Konzepte – die wachsen nur leider nicht auf Bäumen beziehungsweise lassen sich schwer erzwingen. In der Hinsicht könnte man fast schon sagen, dass Nintendo sein Glück bereits aufgebraucht hat – oder wie viele grandiose, unsterbliche Marken soll der Branchenriese denn noch erfinden? Selbst jenseits der Hardcore-Spieler haben sie Dinge erreicht, von denen andere träumen – womit ich bei der Wii angelangt wäre. Diese war ja in der Tat sehr erfolgreich, weil das Gerät mehr als die gewohnte Kundschaft erreichte. Die Wii hatte lange Zeit einen Status, von dem jeder Spielzeughersteller träumt: Sie war „trendy“.

„Trendy“ – das ist Segen und Fluch zugleich. Denn einerseits fliegt man wie auf Autopilot gestaltet jahrelang über die Konkurrenz hinweg, andererseits gerät man leicht in Vergessenheit, sobald der „Trend“ ausgelutscht ist. Jeder wollte „Wii Sports“ ausprobieren und hat es vielleicht auch über einen gewissen Zeitraum gespielt. Aber wie viele werden sich an diesen Titel noch in einem Jahrzehnt erinnern? Solch ein Gedächtnis haben nur die Vielzocker, die wiederum von Anfang an uneins gegenüber dem Gerät standen.

Oder nehmt „WiiFit“: Videospiele und sportliche Ertüchtigung in einem, ergo der Traum eines jeden Teenagers. Zumindest auf dem Papier, denn wer ernsthaft geglaubt hat, er könne ansonsten auf körperliche Fitness verzichten, der gehört in die Schublade „besonders naiv“ gesteckt. Entsprechend ist auch dieser „Trend“ nach weniger als fünf Jahren fast vollkommen verschwunden. Ernsthaft: Was kam denn nach „WiiFit“? Die Anzahl der Nachahmer ist erschreckend dünn und die Menge an Verbesserungen oder Erweiterungen praktisch nicht vorhanden. „Your Shape“ sowie „EA Active“ haben es versucht, zur „Belohnung“ erzielte jede weitere Neuauflage sichtlich weniger Verkäufe. Könnte das daran liegen, dass der Verbraucher nach „WiiFit“ kaum Ambitionen besaß, sich ein neues Produkt zu kaufen? Oder zynisch betrachtet: Warum brauche ich eine Fortsetzung zu einem Fitnessprogramm? Bestimmt nicht wegen der neuen Story oder einer besseren Grafik…

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Ein Fitness-Programm reicht… weshalb „EA Active 2“ kein Systemseller war. (Bild: Elecronic Arts)

Die Wii U ist nun alles andere als trendy – und genau aus diesem Grunde bislang grandios gescheitert. Dem „versierten“ Zocker fehlt die Killer-Application, den Gelegenheitsspielern ein echter Grund, weshalb sie jetzt nochmal Hunderte von Dollar/Euro für ein neues Gerät auf den Tisch legen sollen. Überhaupt: Geht mal auf GameFaqs und schaut euch dort die Release-Liste an. Die Anzahl der Titel, die einen festgelegten Erscheinungstermin haben, beläuft sich auf knapp über 20 – den japanischen, amerikanischen sowie europäischen Markt zusammengenommen! Selbst Besitzer einer PlayStation Vita können sich auf mehr „Stoff“ für ihr Gerät freuen.

Weniger schlimm sieht es beim 3DS aus, zudem dort immerhin dank „Kid Icarus Uprising“, „Fire Emblem: Awakening“ oder „Luigi’s Mansion 2“ der Metacritic-Schnitt anfängt zu lächeln. Aber die Verkaufszahlen des Geräts an sich bleiben eine Enttäuschung. Ich selbst kenne jedenfalls in meinem Bekanntenkreis so gut wie niemanden, der auch nur eines der beiden Geräte hat – egal ob Nintendo-Jünger oder nicht.

Die Branche steckt derzeit aufgrund riesiger Budgets auf der einen Seite, dem 1-Euro-oder gar F2P-App-Wahn auf der anderen Seite sowie den mangelnden Finanzen williger Käufer irgendwie in der Mitte in einer Krise, bei der (sofern kein Wunder geschieht) einige Existenzen über Bord fallen werden. Und wenn das mit Nintendo so weiter geht, dann gehören die Japaner leider zur bedrohten Spezies.

Kleiner Nachtrag: Es stimmt, dass sich inzwischen die Nintendo 3DS-Verkaufszahlen halbwegs normalisiert haben. Aber zum einen hinkt er immer noch dem DS hinterher, zum anderen hat Nintendo dafür sprichwörtlich zahlen müssen, eben weil der Start ähnlich unglücklich verlief wie jetzt im Falle der Wii U. Der Verkaufspreis kullerte entsprechend innerhalb weniger Monate um 1/3 nach unten. Alle Kunden, die bis dahin das Gerät erstanden hatten, bekamen einen ganzen Sack voller Virtual Console-Spiele gratis zugechasst. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies so geplant war und dem finanziellen Haushalt von Nintendo gut tat…

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Über Andy

Andreas “Andy“ Altenheimer wandelt seit 1977 auf dieser Welt, als „Star Wars“ und „Der Stadtneurotiker“ in die Kinos kamen, und fühlt sich wie eine Mischung dieser beiden Filmklassiker... [Weiterlesen]

Veröffentlicht am 22. April 2013

9 Kommentare zu “Wii, wU, was: Läuft bei Nintendo noch alles richtig?

  1. Tja, man mag es kaum glauben, aber da ist Nintendo wahrlich gewaltig unter Druck. Konnte man beim 3DS das Ganze noch mittels Preissturz und einigen wirklich guten Spielen wieder in ertraegliche Bereiche retten, scheint sich bei der Wii U fast eine Art Resignation breit zu machen. Allein die lachhafte Anzahl an Spielen ist wirklich dramatisch, denn wir reden hier von Nintendo, die es bislang immer gut verstanden haben, Systeme ueber einige Killer-Apps zu verkaufen. Bei der Wii U ist die Magie wohl dahin oder eben der Markt so veraendert, dass die althergebrachten Grundsaetze nicht mehr funktionieren.

    Die naechsten Jahre koennten die groesste Umwaelzung im Hardware-Markt seit langem bringen – und einige faustdicke Ueberraschungen! Ob gar das Ende von Nintendo als Videospielgigant eingelaeutet wird, mag ein bisschen weit hergeholt sein. Doch wer sich die derzeitige Lage anschaut, duerfte zumindest einsehen, dass die Unkenrufe in diese Richtung durchaus ihre Berechtigung haben.

  2. Sich hier an einer Release-Liste von GameFAQs hochzuziehen, aber nicht darauf einzugehen, dass sich bei Nintendo so Einiges in Arbeit befindet, ist etwas einseitig und auch zu kurz gegriffen. Ich hab bisher keine Wii U, aber es stehen durchaus Titel aus, für die ich mir die Konsole holen werde: X, der Nachfolger zum grandiosen Xenoblade Chronicles, Wind Waker HD, mit dem ich das Spiel endlich nachholen kann und dann gleich noch aufgehübscht, und Earthbound, das nun endlich wieder seinen Weg auf den Markt und üerhaupt erst nach Europa findet. Pikmin 3 werd ich mir holen und da ich schon Rayman Origins auf der Wii gespielt habe, werde ich mir Legends auch für die Wii U holen.

    Darüber hinaus mag die Anzahl großer Titel jetzt relativ überschaubar ausfallen, aber viele Indie-Entwickler stürmen regelrecht auf die Wii U. Two Brothers, Shovel Knight, Buddy and Me, Q.U.B.E., Blood of the Werewolf, ggf. Super Combo Man oder der Oculus-Rift-Titel The Gallery – da steht manch interessantes Spiel aus, zumindest aus meiner Sicht, aber mir sind die meisten AAA-Titel ohnehin recht egal.

    Spätestens beim neuen Smash Bros. geht’s eh ab.

    Interessant ist, dass West-Unternehmen wie EA oder die Grafik-Spacken von Crytek Nintendo komplett boykottieren, während die japanischen, aber auch Ubisoft oder Warner sehr gut mit Nintendo können. Ein kleiner Kulturkonflikt? Es ist zwar schade, dass EA ihre Titel nicht auf die Wii U bringen, aber nach den vielen Debakeln in letzter Zeit, fürchte ich mich vor Dragon Age 3 eher als dass ich mich darauf freuen könnte.

    Nintendo hätte bei der Wii U und dem 3DS schon von Anfang an für ein möglichst großes Lineup sorgen sollen, aber dass die Konsolenhersteller ihre Konsolen-Launches inzwischen komplett verhauen, hat ja auch Sony mit der Vita gezeigt. Alle drei brauchten bzw. brauchen Zeit, werden dann aber ihre Käuferschaft finden. Den 3DS haben auch alle totgeschrieben, inzwischen verkauft er sich besser als der DS, der seinerseits schon Rekordzahlen vorweisen konnte. Deshalb würde ich sagen: Abwarten, Tee trinken.

  3. Das Ende von Nintendo wurde ja schon oft vorausgesagt, denn die steckten schon mehrmals in der Krise. Zum Beispiel beim Gamecube. Und dann kam *schwupps* die Wii.

    Aber es stimmt schon: Die aktuelle Hardware (Nintendo 3DS und Wii U) ist langweilig und wenig innovativ. Und die Spieleauswahl … das große Gähnen! Nintendo lebt eigentlich nur noch von seinen eigenen Marken, die dann auf allen Plattform ausgeschlachtet werden. So langweilig das sein mag – kurioserweise funktioniert es immer noch. Kaum erscheint ein neues Super Mario oder Zelda und schon werden die Hardware-Verkäufe angekurbelt. Aber das wird nicht ewig so weitergehen, zu stark ist die Konkurrenz durch Tablets und Smartphones.

    Aber auch da vertraue ich auf das Können der Japaner. Die haben sich schon mehrmals in ihrer Firmengeschichte neu erfunden. Es ist halt nur die wichtige Frage WANN sie das machen? Die Zeit dafür ist eigentlich überreif!

  4. Oguz-Khan schrieb am :

    Die Wii-U ist ein tolles Gerät das viele innovative Konzepte erlaubt. Es fehlt halt einfach DIE Killeraplikation dafür. Was hatten wir uns über Metroid Prime gefreut und wurden auch nicht enttäuscht. Ich würde sofort zuschlagen wenn es wieder ein so gut gemachtes und auf die Featuers der Wii-U geeichtes Spiel dafür erschiene. Ich denke ich bin nicht der einzige der so denkt. Nintendo müsste jetzt nur noch liefern.

  5. Mein Problem mit der WiiU besteht schon seit der Wii. Ich bin mit SNES zu den Konsolen gekommen und habe seither alle stationären Nintendo Konsolen quasi direkt zum Launch gekauft (die WiiU jetzt allerdings nicht mehr).

    Grund ist, schon beim Gamecube traten bei mir erste Ermüdungserscheinungen ob der immer gleichen Fortsetzungen auf. Allerdings punktet der süße Würfel dennoch mit einigen tollen Titeln. Aber bei der Wii war dann endgültig Schluss. Zum einen störte mich die Preisgestaltung: Je 45 Euro für ein neues Mario Kart oder Zelda, die genauso aussehen wie auf Gamecube und dem aktuellen Standard völlig hinterher hinkten (und damit meine ich nicht einmal die 480p Auflösung)? Nö, war mir zu teuer, für das Geld habe ich mir lieber PC oder PS3 Games geholt.
    Aber, ich hätte die Spiele vielleicht dennoch (irgendwann) gekauft und möchte es (irgendwann) auch sogar immer noch (wenn wirklich sehr günstig), nur, es ist IMMER das gleiche. Alter Wein in neuen Schläuchen – wobei die neuen Schläuche eben auch aussehen als hätten sie jahrelang im Lager vor sich hergestaubt.

    Zelda und Mario entwickeln sich NULL weiter. Und das ist der größte Knackpunkt. Ich habe mich weiter entwickelt. Seit a Link to the Past sind über 20 Jahre Videospielgeschichte ins Land gegangen. Das was Nintendo mir da heute auftischt zieht einfach nicht mehr bei mir. Es mag für junge Neuspieler interessant sein, ich erwarte einfach mehr – von allem. Insbesondere Charakterentwicklung und Storys haben sich seit den 90ern extrem gewandelt. Meine Ansprüche sind ein Vielfaches höher als damals. Und Nintendo liefert eben nicht.

    Was würde ich mich über ein tolles neues Zelda mit Grafik der Qualitätsstufe wie etwa beim MMORPG Tera (natürlich nicht dessen sexy Stil bei Charakteren) und einer erwachsenen ausgeklügelten Story freuen. Vielleicht mit Dreiecks-Liebesgeschichte, tiefschichtigem Bösewicht usw. usf. freuen. Aber diese asexuellen Kinder gegen einfach nur den dummen bösen Ganondorf gehen mir einfach auf den Zeiger. Ich bin keine zwölf mehr!

    • Ich kann Dir da generell beipflichten, aber Du darfst eines nicht vergessen: Nintendo hat bislang immer am meisten damit gehabt, die etwas jüngere Zielgruppe – oder auch, wie im Falle der Wii – die Familie anzusprechen. Hätte das bei der Wii nicht zu diesem unglaublichen Verkaufserfolg geführt, hätte sich das Unternehmen vielleicht nicht so schwer getan, die Wii U richtig zu positionieren. So versucht man, irgendwie alle Spielergruppen anzusprechen und die große Innovation der Wii – die Bewegungssteuerung – auf die nächste Stufe zu heben. Doch wie schon bei Sony´s Vita, die sich auch nicht entscheiden kann, für wen sie jetzt eigentlich hauptsächlich da ist, geht die Rechnung dieses Mal nicht auf.

      Die Hardcore-Gemeinde lacht sich angesichts der moderaten Technik in der Wii U einen Ast und nimmt sie angesichts der Konkurrenz von Sony und Microsoft, die jüngst am Horizont auftauchte, nicht ernst. Die Casual-Gemeinde kann nicht mehr viel anfangen mit dem doch „komplizierteren“ Gerät. Selbst wenn das Gamepad eine weitere Innovation darstellt, kann diese in vollem Umfang eigentlich nur vom geübten Spieler genutzt werden. Für alle anderen ist es viel zu umständig zu bedienen und daher weitaus uninteressanter als das primitive, aber letztlich doch eingängige Gefuchtel mit der Vorgängerkonsole.

      Nintendo kann momentan nur wirtschaftlich punkten, wenn sie die alten Marken „neu“ beleben. Das zeigte sich schon auf dem 3DS, der sich erst einigermaßen vernünftig verkaufte, als die Kernmarken noch stärker bedient wurden. Und das wird wohl – bis zu einem gewissen Grad – auch mit der Wii U funktionieren, auch wenn ich glaube, dass das Ende der Fahnenstange so langsam erreicht ist. Nintendo muss sich was einfallen lassen, wenn es in der Zukunft auf dem Hardware-Markt noch eine Rolle spielen will.

      Noch eine Anmerkung:
      Die Wii hatte durchaus ein paar innovative Konzepte zu alten Nintendo-Marken, allen voran „Super Mario Galaxy“. Das hat zwar nichts mit der Besonderheit mit der Hardware zu tun gehabt, aber das Jump´n Run war dann doch noch mal eine echte Evolution im „Mario“-Reigen. Eine echte Ausnahme im sonstigen Einheitsbrei…

      • In einem kleinen Forum wurde in einem Thread nach den besten Spielen der aktuellen Generation gefragt. Da habe ich bei J&R auch Mario Galaxy angegeben!

        Tatsächlich ist es so, die XBox One ist, wenn alles so kommt, wie von Microsoft derzeit verk*ckt, dann werden hoffentlich(!) viele Verzichten. Wenn jetzt Sony die gleichen Fehler wie MS macht, dann kann die Wii U doch noch punkten – jedenfalls bei mir. Dann dann würde ich sie neben dem PC (Hauptspielgerät) eben als die Konsole für zwischendurch, wenn ich Konsole zocken möchte, holen.

        Allerdings werde ich sicher kein A Link to the Past „Remake“ mit Kiddy-Optik kaufen sondern eher Sachen wie Bayonetta 2 (mein bisher einziger Grund für eine Wii U).

        Bisher habe ich irgendwann letztlich alle Konsolen gekauft. Aber irgendwie fehlt mir der Platz und ich werde das vielleicht nicht weiter führen (können), weil es einfach keinen Sinn macht. Die XBox One steht da ganz oben auf der „werde zu alt für den Sch…“ Liste. Bei der WiiU hapert es mir vor allem an Spielen, die mich(!) interessieren. Wenn es ein paar Perlen gibt, die mich wirklich reizen, dann werde ich da sicherlich irgendwann, wenn sie günstiger ist, im Zweifel sogar gebraucht, doch zuschlagen. Bei der XBox One steht das gar nicht erst zur Debatte.

        Aber für die breite Masse ist die WiiU eben nichts, die will Fifa, Call of Duty und Battlefield – und das in der bestmöglichen Version. Und wenn die WiiU Fassungen nicht besser aussehen als die XBox 360 Version aber die XBox One Fassungen wirklich ein Sprung nach Vorne sind, dann wird die tumbe Masse da zuschlagen – leider.

  6. Die Fortsetzungen sind sich alle viel zu ähnlich, ich vermisse die Innovationsfähigkeit bei Nintendo. Wenn das so weitergeht wird Nintendo noch weiter hinter die Konkurrenz zurückfallen.

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