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Sqrxz 3: Ein Freeware-Jump&Run für Hartgesottene

Eingetragen von am 26. März 2012 – 19:041 Kommentar

Und wenn einem nichts Besseres einfällt, dann nennt man sein Spiel eben “Sqrxz“: Bereits drei Teile gibt es von der Freeware-Jump&Run-Serie – und da wird es doch mal Zeit, dass ich mir den Kram genauer anschaue.

“Sqrxz“ rühmt sich mit seinem extraorbitanten Schwierigkeitsgrad – die Entwickler übernehmen keine eventuellen Schäden, die beim Spielen aufkommen würden. Nachdem ich mich innerhalb von drei Abenden durch den frischen dritten Teil durchgekämpft habe (den ihr nebenbei erwähnt hier herunterladen könnt), muss ich sagen: Yep, das Ding ist biestig. Aber auch verbesserungswürdig.

Zuerst einmal Respekt vor den Designern, die sichtlich gerne ihre User ärgern möchten. So steuert ihr in “Sqrxz“ einen Hasen mitsamt Boxhandschuhen – doch so sehr ihr damit die Gegner auch verprügeln wollt: Es ist euch nicht erlaubt. Wenn überhaupt, dann dürft ihr einen Feind nur via Mario-Hopser eliminieren. Und selbst diese Technik solltet ihr euch bei stacheligem Geviech verkneifen.

Kleiner Hase, weite Plattformen.

Von links nach rechts marschiert ihr mit eurem knuffigen Helden und müsst Ringe einsammeln. Hierbei handelt es sich um keine optionale Punktejagd, sondern vielmehr um eure Eintrittskarte zum Levelausgang. Sollte euch ein Ring durch die Lappen gegangen sein, dann steht ihr buchstäblich vor verschlossenen Türen und müsst ein Leben opfern. Rückwärts laufen, sagt ihr? Humbug, nur etwas für moderne Weicheier von heute.

“Sqrxz 3“ ist genau wie seine Vorgänger ein Retro-Spiel: Außer laufen und hüpfen könnt ihr nix machen. Die pixelige Grafik hat Charme, gleichwohl es ihr massiv an Abwechslung mangelt, und die hervorragende Chiptune-inspirierte Musik hätte ich gerne als Soundtrack-Album. Sie war schließlich der Hauptgrund, dass ich mich durch alle zehn Levels gekämpft habe. Die sind gar nicht mal so riesig, aber aufgrund ihrer Bastardigkeit benötigen selbst abgebrühte Profis, die sich noch gut an die alten C64- und Amiga-Tage erinnern, jeweils gute 15 bis 30 Minuten.

Es werden einige pixelgenaue Sprünge abverlangt, bei denen ihr keinen Schritt zu viel und keinen zu wenig laufen dürft, bevor ihr über einen Graben hüpft. Einige Passagen sind wirklich grenzwertig und erscheinen auf den ersten Blick gar unmöglich. Doch der Hase ist in der Lage, Abgründe zu überqueren, von denen etablierte Helden wie Mario oder Sonic nur träumen können.

Diverses Getier kriecht oder fliegt durch die Gegend, wobei ihr, wie bereits erwähnt, die meisten dank Kopf-Hopser umnietet. Haltet euch nur vor dem grünen Stacheltier sowie den violetten Piranhas fern, gegen die eure zarten Füße nicht gewappnet sind. Anders unangenehm ist der Totenkopf, der nach seiner Plättung nur für ein paar Sekunden außer Gefecht ist und anschließend, als ob nie etwas gewesen wäre, wieder wild durch die Gegend flitzt.

Der letzte Level, oder: Mein Beweis dafür, dass ich es soweit geschafft habe...

Während der Geschicklichkeitspart sehr forsch und frech ist, hätten die Entwickler meines Erachtens mehr Zeit in die Rätsel investieren können. Für diese müsst ihr irgendwelche Kisten verschieben, doch sind eure Optionen aufgrund des vorgefertigten Konzepts sehr eingeschränkt. Am lustigsten sind noch die Stellen, in denen ihr eine Kiste schnell wie korrekt über eine brüchige Plattform bugsieren müsst – wer hier in der Hektik einen Fehler macht, der darf gleich zur Suizid-Option greifen.

Ebenfalls clever ist die Idee, dass ihr kleine Lücken im Boden regelrecht überrennen könnt. D.h. marschiert ohne Pause drüber und euch passiert nichts. Kriecht ihr hingegen zögerlich voran, dann fallt ihr entsprechend nach unten. Dies gilt übrigens auch für die Gegner, eine Information die ihr euch zum Lösen des einen oder anderen Rätsels in Erinnerung rufen solltet. Auch könnt ihr einige Plattformen nur dann erreichen, wenn ihr zuvor auf einen Feind gehopst seid – der Trick bringt euch nämlich ein bis zwei Stufen weiter nach oben. In späteren Levels müsst ihr gar gezielt eingesperrte Gegner befreien, damit diese zur überhöhten Stelle flitzen und ihr sie als Räuberleiter missbraucht. Das sind so die stärksten sowie die nervenkitzeligsten Stellen von “Sqrxz 3“. Doch für den Anspruch, eines der schwersten Spiele überhaupt zu sein, ist mir das Gegebene etwas zu wenig.

Letztlich ist es egal, was ich schreibe – denn das Spiel ist kostenlos und für enorm viele Plattformen erhältlich. Neben Standard-Plattformen wie Windows oder Macintosh, gibt es freakige Alternativen für Dreamcast oder Amiga. Rein technisch erinnert das Spiel stark an letzteren Oldie-Computer, was Grafik- und Sounddesign anbelangt. Deren Fans ist entsprechend die primäre Zielgruppe, wobei ich aber gleich hinterher sagen muss: Wäre “Sqrxz“ bereits in den 80er Jahren erschienen, ich hätte mich auch damals über die eine oder andere Sprungpassage beschwert…

Über den Autor Andy, der für Polygamia.de bisher Artikel verfasste:

Andreas “Andy“ Altenheimer wandelt seit 1977 auf dieser Welt, als „Star Wars“ und „Der Stadtneurotiker“ in die Kinos kamen, und fühlt sich wie eine Mischung dieser beiden Filmklassiker... [Weiterlesen]

Erreichbar via: Email

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