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Replayed: Lands of Lore – Throne of Chaos

Geschrieben von Sebastian
Replayed: Lands of Lore – Throne of Chaos

Westwood gibt es mittlerweile nicht mehr, doch Mitte der 1990er gehörte das Entwickler-Studio zu den bekanntesten Größen auf dem Computerspielmarkt.  Waren dafür vor allem „Command & Conquer“ und deren zahlreichen Nachfolger und Spin-offs verantwortlich, gab es von Westwood noch weit mehr als packende Echtzeit-Strategiespiele. Neben der märchenhaften „Kyrandia“-Adventurereihe trug das 3D-Dungeonspektakel „Lands of Lore – Throne of Chaos“ zum exzellenten Ruf des Studios bei.

Das Rollenspiel um die böse Hexe Scotia wird gemeinhin als klassischer „Dungeon Crawler“-Vertreter in einem Zug mit „Dungeon Master“ und „Eye of the Beholder“ genannt. Für mich galt es immer als das ultimative Spiel seiner Art, dessen Klasse in der Folge nie mehr erreicht wurde – schon gar nicht von seinem hochambitionierten, aber teils potthässlichen und sperrigen Nachfolger. Nach „Lands of Lore“ übernahmen dann die „echten“ 3D-Welten vom Kaliber eines „Ultima Underworld“ das Regiment, und erst das im letzten Jahr erschienene „Legend of Grimrock“ konnte meine damalige Faszination der schrittweisen Fortbewegung in muffigen Verliesen wieder überzeugend abbilden.

Doch wie gut ist „Lands of Lore“ gealtert? Packt es mich heute noch so wie damals oder spielt mir meine rosarote Retro-Brille eine Qualität vor, die das Spiel heute aufgrund seines Alters und der veränderten Spielelandschaft nicht mehr vorweisen kann?

Die Handlung

Scotia ist eine durchtriebene Hexe, die das Königreich Gladstone unterwerfen will. Hierzu lässt sie nach der „Nether Mask“ suchen. Das ist ein magischer Gegenstand, der es dem Träger erlaubt, sich in sämtliche Formen zu verwandeln. Mit Hilfe dieser Maske gelingt es ihr, König Richard von Gladstone tödlich zu vergiften. Bevor dieser aber das Zeitliche segnet, wird er von seinen treuesten Gefährten in einen magischen Sarg gesperrt, der sein Ableben verlangsamt.

Drei potentielle Helden, ein noch gesunder König - die Ausgangslage von "Lands of Lore"!
Drei potentielle Helden, ein noch gesunder König – die Ausgangslage von „Lands of Lore“!

Die Suche nach einem Heilmittel sowie nach der Rettung von Gladstone fällt naturgemäß auf den Spieler und seine bis zu zwei Gefährten, die er im Laufe der Handlung treffen kann. Dabei werden Wälder, Sümpfe, Bergwerke, Schlösser und Dörfer durchstreift, was dem Geschehen nicht nur einen großen Umfang, sondern auch viel Abwechslung beschert. Dabei erzählt „Lands of Lore“ die Geschichte mit vielen Zwischensequenzen und Gesprächen, die in der aufgebohrten CD-Version auch noch vollständig und hervorragend vertont wurden (inklusive der Stimme von Patrick Stewart alias Captain Jean-Luc Picard).

Ergebnis: Die Hintergrundgeschichte fand ich damals schon eher fad, doch wurde sie für ein Spiel dieser Art aufwändig erzählt. Das macht auch heute noch Laune, kann aber mit aktuellen Rollenspiel-Epen kaum mehr mithalten. Dafür geht der Umfang damals wie jetzt voll in Ordnung.

Die Technik

„Lands of Lore“ galt damals als schönstes Spiel seiner Zunft. Das lässt sich heutzutage nur noch schlecht vergleichen. Doch ich finde immer noch, dass die handgezeichneten Grafiken einen gewissen Charme ausüben. Das trifft insbesondere auf die fantasievollen Gegner zu. Die abgehackten Animationen veranlassen mich hingegen nicht mehr zu positiven Äußerungen.

Musikalisch schlagen eine ganze Reihe von schön komponierten Melodien zu Buche, die freilich durch den Midi-Sound qualitativ mit heutigen orchestralen Werken nicht mehr mithalten können. Noch dürftiger sieht die Geräuschkulisse aus, die mich durch ständige Wiederholungen eher nervt als begleitet. Hingegen finde ich die Vertonung noch heute klasse!

Ergebnis: „Lands of Lore“ ist technisch merklich gealtert, verursacht aber keine gesundheitsgefährdenden Zustände für heutige Spieler und kann durch die sehr gute Vertonung immer noch viel Atmosphäre retten. 

Das Spiel

Die ersten Stunden des erneuten Anspielens von „Lands of Lore“ wurden für mich zu Lektionen in Demut! Unzählige Tode durfte ich bereits in der ersten Höhle verkraften, während ich mich trotz des schönen Automappings immer wieder verlaufen und mir an knackigen Rätselnüssen die Zähne ausgebissen habe. Das Spiel gehörte meines Wissens bei seinem Erscheinen nicht unbedingt zu den schwersten Genrevertretern und zeigt mir daher umso deutlicher auf, wie sich die Definition von Schwierigkeitsgraden mit der Zeit gewandelt hat.

In umnebelten Straßen klappern Rüstungen umso unheimlicher...
In umnebelten Straßen klappern Rüstungen umso unheimlicher…

Doch rühren einige meiner Schwierigkeiten auch von der mittlerweile inakzeptablen Bedienung her. Jeden meiner Helden muss ich mittels Mausklick immer und immer und immer wieder zum Angreifen ermuntern, was mich bald frappierend an eine „Diablo“-Klick-Orgie erinnert. Hinzu kommt ein nach meinem heutigen Verständnis völlig katastrophalen Inventar, welches lediglich aus einer nach links oder rechts scrollenden Leiste in der unteren Bildschirmhälfte besteht. Übersicht ist Fehlanzeige, zumal auch keine Sortierung oder Zusammenlegung von gleichen Gegenständen vorgesehen ist. Ein Quest-Tagebuch gibt es nicht, weswegen gutes Zuhören angesagt ist, um zielloses Umherwackeln zwischen Gegnerhorden zu vermeiden.

„Horden“ ist dabei nicht einfach so dahin gesagt, denn „Lands of Lore“ bedient sich einer dieser Design-Sünden, für die ich damals wie heute nur wenig Verständnis aufbringen kann: In den meisten Spielumgebungen tauchen die Gegner immer wieder auf, und zwar gerne auch mal in meinem Rücken. Gerade zu Beginn, wenn jeder Sieg hart erkämpft wird, führt dies zu echten Frust- und Wuterlebnissen. Im weiteren Spielverlauf habe ich mich dann allerdings dabei ertappt, hämisch zu grinsen, wenn mich der 1027. Ork angegriffen und immer noch nicht überrissen hatte, dass ich meine Zahnstocher-ähnliche Anfangswaffe mittlerweile gegen ein ausgewachsenes Breitschwert eingetauscht hatte.

Ergebnis: Hier knirscht es für mich doch am lautesten im Gebälk. „Lands of Lore“ zeigt mir deutlich auf, was ich an heutigen Genrevertretern schätze. Eingängige Steuerung, übersichtliches Inventar und komfortable Charakterverwaltung sehen mittlerweile – gottlob – anders aus. Nur die immer noch gute Atmosphäre durch die schön erzählte Handlung kann all meinen Ärger über Bedienungsmängel und vor allem nicht enden wollende Gegnerhorden in dem Maße dämpfen, dass ich letztlich doch zum Weiterspielen motiviert werde.  

Fazit: Partiell böses Erwachen

Der verklärende Retro-Brillenfaktor in Sachen „Lands of Lore“ fällt für mich doch signifikant aus, denn ich hatte gerade den Spielkomfort weit besser in Erinnerung. Elemente wie das rudimentäre Inventar und die umständliche Kampfsteuerung bereiteten mir ein unangenehmes Erwachen aus meinen wesentlich angenehmeren, nostalgischen Ansichten. Und obwohl ich auf das Übel mit den wiederkehrenden Gegnern vorbereitet war, hat mich das tatsächliche Ausmaß doch schockiert.

Beängstigend, nicht wahr?
Beängstigend, nicht wahr?

Unterm Strich bleibt „Lands of Lore“ – gemessen an der Ausgangslage zum Erscheinungszeitpunk – ein wichtigen Vertreter seiner Art, der insbesondere in Sachen Präsentation, Umfang und Abwechslung auch heute noch zu gefallen weiß. Dass es sich allerdings wesentlich komfortabler durch düstere Dungeons mit derselben hohen Motivation reisen lässt, beweist nicht zuletzt „Legend of Grimrock“, welches sich allerdings gerne noch etwas mehr Inszenierungsqualität von seinem Urahnen hätte abschauen können.

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Über Sebastian

Sebastian Schmucker erblickte 1975 das Licht der Welt im tiefsten Bayern, der Wahlheimat seiner Eltern. Diese sollte er erstmal lange Zeit nicht verlassen, was sprachlich aber keine Spuren hinterlassen hat...[weiterlesen]

Veröffentlicht am 20. September 2013

16 Kommentare zu “Replayed: Lands of Lore – Throne of Chaos

  1. Hey,

    schöner Retro Artikel!
    Ich muss aber mal was gerade rücken. Ultima Underworld kam ca. 1 Jahr vorher heraus ;-) (März 1992) und Lands or Lore hingegen erst 1993.

    Desweiteren denke ich, kann man den Begriff Dungeon Crawler, so wie er heute verwendet wird nicht auf EoB, LoL oder UU anwenden. Es ist nicht einfach ein stumpfes Monster geklopfe ala Diablo. Diese Spiele haben viele viele Puzzel und Kopfnüsse und versuchen zumindest eine Story zu erzählen. Die Monster sind meines erachtens nur Beiwerk. Heutzutage würde ich diese Spiele eher als Adventure mit Action-Elementen einstufen und Lands of Lore ist das beste seiner Art.

    Bei der Bedienung stimm ich Dir zu. Die Pixelgrafik ist aber meines erachtens viel besser gealtert als alles was an 3d danach auf den Markt kam. Es sieht einfach immer noch wunder hübsch gepixelt aus.

    Legend of Grimrock kann vom Content her leider nicht mithalten. Keine Story, nichts episches. LoG ist wirklich nur ein Dungeon Crawler. Aber ein guter!

    cheers

    • Danke für den wichtigen Hinweis mit „Underworld“, welches ich im Artikel allerdings nicht unbedingt als zeitlichen Nachfolger, denn vielmehr als Sinnbild für die Art von Rollenspielen angeführt habe, die den „Dungeon Crawlern“ Mitte der 90er den Rang abgelaufen haben.

      Und bei dem Begriff „Dungeon Crawler“ würde ich auch gerne bleiben, weil diese sich für mich auch durch ihre schrittweise Fortbewegung auszeichnen. Klar, bei „LoL“ und auch später beim gelungenen „Anvil of Dawn“ gibt es jede Menge Außenwelt neben der Dungeons, aber das Spielgefühl bleibt auch dort meist so, wir es schon in „Dungeon Master“ oder „Eye of the Beholder“ gewesen ist. Ich würde das daher nicht unbedingt an den Verliesen an sich festmachen, denn dann könnte „Underworld“ auch dazu zählen.

      Mit „Diablo“ und seiner Massenvertrimmungsaktionen hat es wahrlich wenig zu tun. Da steckt für mich wesentlich mehr Tiefe und Taktik in einem „LoL“ als in den meisten Action-RPG neueren Datums.

      Auch in Sachen Grafik habe ich ja erwähnt, dass sie auch für mich heute noch einen großen Charme ausübt, was den 3D-Frühwerken in der Tat kaum gelingt. Hier altert es sich doch um einiges schlechter…

      • Ich wollte damit auf die Tatsache hinweisen, dass der Begriff „Dungeon Crawler“ heute inflationär für Spiele wie Diablo, Torchlight, Delver usw. verwendet wird.

        Die Verwendung des Begriffs hat sich gewaltig gewandelt, weswegen jüngere Spieler den Begriff „Dungeon Crawler“ mit mindless Monstermetzeln und spundelnden Item-Drops gleichsetzen.

        Es gibt leider keinen richtigen Begriff für diese Gattung von spielen. Im Netz trifft man am besten „old-school first person dungeon crawlers“.

        hier ist übrigends schöner Talk darüber: http://www.neogaf.com/forum/showthread.php?t=469298

  2. Hach das waren noch Zeiten als Westwood auch für Titel abseits Command & Conquer bekannt war. Ich habe mir Lands of Lore damals als Virgin White Label geholt, meinen ersten PC bekam ich schließlich erst 1995. Die Folgeteile wurden aber gleich Pflichtkäufe.

    Allerdings, im Nachhinein betrachtet habe ich mich damals vom Hype immer mitreißen lassen, das war schon bei Ultima so, als auch eben den SSI Rollenspielen. Spieltechnisch waren mir diese Games immer ein Gräuel. So ist es bezeichnend, dass ich keinen einzigen Dungeon Crawler jemals durchgespielt habe. Ich mochte die Grafik, das coole Fantasy-Setting und die Storys. Aber mit der Spielmechanik kam ich nie zurecht. Das war mir zu fordernd, dröge und langatmig.

    Trotzdem, wenn ich heute einen Klassiker des Genres benennen sollte, dann wäre das allen voran Lands of Lore.

    • Wenn Du von „Ultima“ in diesem Zusammenhang sprichst, meinst Du die „Underworld“-Teile, oder? Würde sonst wenig Sinn machen, weil die klassischen „Ultima“ waren ja alles anders als Vertreter des „Dungeon Crawler“-Genres.

      • Sorry, war vielleicht mißverständlich, ich meinte tatsächlich fast alle (PC) Rollenspiele der damaligen Zeit. Ich fand sie irgendwie alle toll aber spielerich habe ich sie im gleichen Zuge gehasst.

      • Das ist aber ziemlich absolute Haltung, oder? :-)
        Somit hattest Du damals überhaupt keinen Spaß mit einem RPG, egal wie unterschiedlich sie waren? Das ist ja kaum vorstellbar, außer Du hast generell keinen Faible für Rollenspiele!

      • Naja, es ist vielleicht übertrieben. Sagen wir es so, ich habe RPGs aufgrund der Thematik immer wieder versucht. Ich denke, auf dem Commodore 64 gab es mehrere Gründe, warum ich RPGs meist nicht sonderlich weit gespielt habe. Zum einen wird das damals auch noch die englische Sprache gewesen sein, Mitte der 80er war mein Englisch so zwischen der 5. bis 8. Klasse nicht wirklich ausreichend. Dann war die Grafik meist relativ abstrakt und das Gameplay im Vergleich zu später auch noch nicht sonderlich ausgereift. Dazu kamen irre lange Ladezeiten, gerade z.B. bei Bard’s Tale oder Ultima. Da war dann die Lust schon weg, bevor man begonnen hatte.

        Auf dem Amige wurde es dann besser. Eye of the Beholder und Co. als auch Bard’s Tale 3 oder gar Amberstar bzw. Ambermoon fesselten mich schon eine ganze Weile. Zum Durchspielen hat es dennoch nie gereicht.

        Erst auf dem SNES mit JRPGs konnte ich mich dann wirklich ausdauernd mit beschäftigen. Da war ich dann auch schon älter und weiser und damit ausdauernder und hatte gute Englischkentnisse. Dort ging es richtig los mit RPGs und wurde dann anstandslos auf dem PC ab 1995 so weiter geführt. Wobei ich jedoch meist einen Bogen um Dungeon Master Ahnen gemacht habe. Lands of Lore war da eine Ausnahme (allerdings auch nie durchgespielt, dazu hat es dann doch nicht gereicht).

  3. Schorsch schrieb am :

    Sorry, aber der Artikel gefällt mir leider ganz und gar nicht.

    Ich spiele zufälligerweise selbst gerade wieder LoL durch und kann vielen Punkten überhaupt nicht zustimmen.

    – Schwierigkeitsgrad: Das Spiel galt damals wie heute als absolutes RPG-Light – und das zu Recht! Die Dungeons sind dank der Automap kinderleicht, verlaufen ist im Grunde nicht möglich (sorry, aber das ist so ;)), die Kämpfe sind auch nicht weiter schwer, wenn man das Genretypische herumgetanze verwendet (wobei das hier nichtmal sonderlich notwendig ist – bei deinem favorisierten Grimrock hingegen schon) und Magie ist völlig overpowert, so dass man als gut trainierter Magier irgendwann kaum noch Probleme findet.

    – Bedienung: Gerade diese ist doch ausgesprochen gut gealtert! Und dann Grimrock als Verbesserung anzuführen wirkt absurd, da man dort ebenfalls jeden Angriffsbefehl einzeln anklicken muss. Das Magiesystem bei Grimrock ist sogar noch wesentlich hektischer.

    – Questlog: Wozu? Es gibt doch überhaupt keine Quests. Im Grunde erkundet man Gebiet um Gebiet, haut alles um und folgt der Story ein wenig, aber die eine Aufgabe, der man im Grunde folgt (erste Hälfte des Spiels Ruby of Truth finden, dann Scotia vermöbeln) kann man sich doch auch so merken ;)

    Alles in allem handelt es sich bei LoL um einen richtig guten, wenn auch extrem simplen Genrevertreter. Grimrock ist einen Tick komplexer, aber kaum komfortabler – die Grundsteuerung ist exakt gleich und LoLs Automap ist die detaillierteste, die mir je untergekommen ist. Selbst geheime Schalter und Geheimwände werden eingetragen, wodurch Dungeoncrawling zum Kinderspiel verkommt.

    Wie gesagt, leider kein sonderlich überzeugender Artikel, tut mir leid.

    • Danke für das Feedback, Schorsch, aber dann haben wir da einfach unterschiedliche Wahrnehmungen oder Herangehensweisen, denn ich stehe weiterhin zu dem, was ich im Artikel geschrieben habe. Aber gehen wir es mal kurz einzeln durch:

      – RPG light unterstreiche ich gerne, was die Spielmechanik angeht, aber nicht, was den Schwierigkeitsgrad anbelangt, zumindest basierend auf meiner eigenen Erfahrung. Für mich ist das Genre-typische Rumgehampel absolute Pflicht bei LoL (natürlich auch bei LoG), sonst würde ich gar nicht mehr weiterkommen. Gerade bei solchen Gegnern wie den Minotauren oder auch den Stechfliegen in der Höhle des Drarakel ist ein Frontalangriff aus meiner Sicht ein völliges Himmelfahrtskommando.
      Das mit der Magie mag sein, aber eben auch nur, wenn Du Dich darauf spezialisiert (was ich nicht getan habe, weil ich nur selten als Magier spiele). Als Kämpfer wird es dann einfacher, wenn man gute Waffen und Rüstungen findet. Insbesondere letzteres ist aber am Anfang Mangelware, was gerade die Angriffe von hinten besonders fies macht.
      Dass ich mich trotz Automapping nicht immer zurecht gefunden habe, mag an mir liegen, denn Du hast absolut recht: Es gibt wenige Spiele mit so einer tollen Kartenfunktion („Ultima Underworld“ fällt mir noch ein). Allerdings wird nicht jede geheime Wand eingetragen – das stimmt nicht!

      – Also, es ist schon wieder eine Zeitlang her, dass ich LoG gespielt habe, aber gab es da nicht den „Alle Angreifen“-Befehl? Wenn nicht, dann habe ich mich in dem Punkt getäuscht. Aber ansonsten ist doch gerade die Inventarverwaltung bei LoL alles andere als praktisch und intuitiv. Klar, das war damals auch nicht üblich, weswegen LoL da nichts schlechter gemacht hat (wenn ich es z.B. mit „Eye of the Beholder“ vergleiche). Aber Gottlob geht es mittlerweile besser.

      – Das Questlog geht mir deswegen ab, weil LoL ja eine Geschichte erzählen will – und zwar für damalige Verhältnisse ungewöhnlich aufwändig -, aber es mir dann unnötig schwer macht, der Handlung zu folgen. Ich räume durchaus ein, dass es auch daran liegen mag, dass ich mittlerweile von dieser Funktion verwöhnt bin. Aber es hätte sicherlich nicht geschadet, wenn das ein oder andere aufgezeichnet worden wäre, oder?

      Ich habe nie behauptet, dass LoL schlecht wäre – und ich spiele es immer noch, weil ich es alles noch einmal sehen möchte. Damals war es zurecht der Highlight im Dungeon-Crawling-Genre und nimmt verdient den Platz eines Klassikers ein.

      Aber ich habe für mich persönlich festgestellt, dass mir das LoL-Spielgefühl von damals besser in Erinnerung geblieben ist als es heute der Fall ist.

  4. Azuris schrieb am :

    Ich hab das Spiel vor ein paar Jahren das erste mal gespielt.
    Ich fand es eigentlich recht schön, hat auch ziemlich Spaß gemacht.
    Irgendwann hab ich aber einen Schlüssel an einem falschen Schloss benutzt er war weg, nun war das Weiterkommen unmöglich und der letzte Spielstand vieeel zu weit weg…
    Also hab ich es nie durchgespielt ;)
    Irgendwann vielleicht.

    • Wenn das mal nicht mein alter und hoch geschätzter Kollege Azuris ist. Schön, von Dir hier zu lesen…

      Ich denke schon, dass es sich zum Durchspielen noch mal lohnt, eben weil LoL eben wirklich den damalilgen Höhepunkt des Dungeon Crawler-Genre markiert hat, selbst wenn es mir heute etwas schwer fällt, das noch in dieser Dimension nachzuvollziehen. Aber gerade wenn Du „Dungeon Master“, „Eye of the Beholder“ und auch das neue „Legend of Grimrock“ kennst und magst, muss LoL eigentlich noch zu Deinen Aufgaben gehören (und auch noch der vernachlässigte Geheimtipp „Anvil of Dawn“)!

      Ach ja, und beim nächsten An- und Durchspielen immer fleißig und regelmäßig speichern, gelle? Hehe…

  5. Azuris schrieb am :

    Bei manchen Leuten kommt man eben immer wieder gerne zurück um von ihnen zu lesen ;)

    Ich glaube auch stark dass ich es mal durchspielen muss.
    Auf der Festplatte ist es alle Mal.
    Muss nur noch die Zeit her, die ist Momentan mit Monster Hunter durchsetzt.

    Ich hab auch einige andere Crawler und ähnliche Spiele ausprobiert, Legend of Grimrock hatte ich sogar nur gekauft weil ich etwas neues im Stile von LoL wollte ;)

    Might ans Magic 1-5 gab es vor kurzem bei gog zu kaufen, ich musste aber feststellen dass sie mir garnicht zusagten.
    Habe sie aber um ehrlich zu sein auch nur am Tablett angespielt.

    Ach ja, Lands of Lore läuft unter Androidgeräten mit Hilfe von ScummVM Problemlos…

    Anvil of Dawn muss dann wohl oder übel auch auf meine Liste.
    Ich brauche wohl Urlaub um alles mal „abzuarbeiten“ *g*

    • Jetzt würde mich ja schon interessieren, wie sich ein Lands of Lore auf einem Android-Gerät ohne Maus steuert, denn da bin ich schon auf dem Laptop fast ausgerastet (mit Touchpad, furchtbar). Haben die einigermaßen adäquate Steuerung hinbekommen?

      Ansonsten ist „Anvil of Dawn“ wirklich ein sehr lohnenswerter Vertreter seiner Art, der auch technisch damals überzeugen konnte. Von der Inszenierung der Handlung hat man sich damals sehr an LoL orientiert und eine wirklich umfangreiche, schöne Fantasy-Handlung hingezaubert.

      Gibt es für wenig Geld bei GOG…

      • Azuris schrieb am :

        Nein, also es steuert sich definitiv nicht soo gut^^
        Man muss den Mauszeiger auf die Tasten die man braucht schieben, um zu laufen also die Tasten im Bildschirm benutzen.
        Möchte man auf etwas am anderen Ende des Bildschirmes drücken, muss man den Mauszeiger auch erst mühselig rüber schieben da er nicht an den gedrückten Punkt hin sprang.

        Wenn du es am Touchpad schon schlimm fandest… Nein ich erläutere es nicht weiter ;)
        So blieb es eine Spielerei, Monkey Island war so auch nicht gut spielbar.

        Würde der Mauszeiger springen, wäre es doch gut Spielbar gewesen.
        Doom 1 hab ich sogar fast durch gespielt und dabei spiel ich eigentlich kaum auf dem Handy, war gut umgesetzt.

        Aber selbst Spiele die eine Touchsteuerung offiziell unterstützten sind nicht immer so toll, Civ V und Legend of Grimrock tun es, haben aber jetzt am Tablet nicht soo viel Spaß gemacht wie am PC.

        Anvil of Dawn kostet gerade 6 Dollar, ich denke mit ein wenig Geduld bekomme ich es bei einem Angebot ;)
        Hockt so lange auf der Wunschliste

      • Sorry für die späte Antwort, Azuris!

        Also, ich lass da mal die Finger von allen „Touchscreen“-Experimenten, bei denen die Original-Vorlagen auf eine flinke Maussteuerung gesetzt hat. Das kann nur schief gehen. Und – wie gesagt – „LoL“ fand ich mit Touchpad unspielbar. Da musste dann doch wieder der gute alte Nager herhalten.

        Das mit der Wunschliste für „Anvil of Dawn“ ist eine gute Idee, denn gerade bei GOG gibt es doch sehr häufig gute Deals, bei denen der ohnehin schon niedrige Preis gleich nochmal um die Hälfte oder sogar mehr sinkt.

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