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Omerta: Das Ende vom Traum.

Eingetragen von am 10. Februar 2013 – 16:552 Kommentare

Enttäuschung. Manchmal gibt es so Spiele, bei denen mir nicht mehr viel dazu einfällt. “Omerta” von Haemimont Games (“Tropico 4″) und Publisher Kalypso ist so ein Fall. Ich würde hier gerne den neuen Paten des Strategiegenres loben, aber das Fazit ist nüchtern: Im Vergleich zu den “Sopranos” ist “Omerta” nur eine biedere Vorabendserie.

Omerta: Trist ist das gangsterleben. (Bild: Kalypso)

Omerta: Trist ist das Gangsterleben. (Bild: Kalypso)

“Omerta” wurde kurz nach “XCOM” als eine Mischung aus Aufbau- und Rundenstrategie angekündigt. Ich hatte das Spiel schon auf der Gamescom gesehen und es eher unter “nett” abgespeichert. Dann kam “XCOM” und das Thema “Rundenstrategie” war wieder in. “Omerta” wurde mir mit seinem Mafia-Setting sympathisch. Anscheinend war es auch für Publisher Kalypso ein großes Ding, denn die Presse wurde zu einem Preview-Event nach London eingeladen. Umso erstaunlicher, dass es dann so schief ging.

Kurz, “Omerta” ist das “Stormrise” des Jahres. Ein Spiel, das einfach nicht funktionieren will. Ich übernehme die Rolle eines italienischen Einwanderers, der sich in den USA ein Mafia-Imperium aufbaut. Einerseits muss ich dazu illegale Unternehmen gründen und andererseits soll ich manche Missionen in rundenbasierten Kämpfen überstehen. Klingt im Prinzip toll, aber eine typische Mission läuft so ab: Ich suche einen Informanten, schicke einen Handlanger zur Befragung hin und warte. Dann kaufe ich vielleicht ein Haus, indem ich es anklicke und warte. Dann suche ich mir einen Handelspartner und schicke meine Jungs dahin. Und warte. Ihr merkt vielleicht, auf was das hinaus läuft. Für “Omerta” solltet ihr sehr geduldig sein und viel Fantasie besitzen, denn auf dem Spielfeld passiert praktisch nix.

Im Grunde genommen ist “Omerta” ein Social Game der Marke Zynga. Klicken, warten, Freunde einladen. Vielleicht war das die Idee der Macher: Das Erfolgsrezept “Farmville” zum Festpreis anbieten. Aber selbst dort ist mehr als hier los. Denn das “Social” wurde einfach mal vergessen. Zwar kann ich im Multiplayer rundenbasiert agieren, aber um eine Stadt kämpfen oder Bündnisse eingehen? Fehlanzeige. Dadurch kann es “Omerta” niemanden recht machen: den “Facebook”-Fans, die einfach nur klicken wollen, und den sogenannten “Hardcore”-Strategen, die eine Herausforderung suchen.

Das alles tut mir leid, denn ich glaube, dass in “Omerta” tatsächlich ein sehr gutes Spiel versteckt ist (was ich übrigens auch über “Stormrise” sagen würde). Der Mix aus Aufbau- sowie Rundenstrategie und das Szenario finde ich sehr reizvoll. Die pastellfarbenen Zwischensequenzen und die Vertonung sind ebenfalls sehr stimmig. Achja, die Steuerung auf der Konsole funktioniert ganz gut. War das vielleicht ein weiterer Grund? Ein Strategiespiel so zu vereinfachen, dass es auch bequem per Gamepad zu steuern ist? Wir werden es wohl nie erfahren. “Omerta” ist ein Angebot, das man ablehnen sollte…

Über den Autor Andreas, der für Polygamia.de bisher Artikel verfasste:

Andreas Müller wurde 1968 in Mainz geboren. Schon früh faszinierten ihn die visuellen Medien des 20. Jahrhunderts, nichtsahnend, dass er später einen Film wie Seven zu seinem Lieblingsfilm erheben würde....[weiterlesen]

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2 Kommentare »

  • Spiritogre sagt:

    Als ich die ersten Previews und Entwicklerinterviews las, da habe ich das irgendwie schon im Gefühl gehabt. Das Spiel ist technisch schon einiges unter Tropico angesiedelt, als muss es eigentlich ein schnell hingeklatschtes Billigspiel sein. Die Previews versuchten sich zwar an teilweise extremer Schönfärberei und auch einige Tests sind sicher mit sehr viel Wohlwollen entstanden, allerdings ist das auch dem Gerne geschuldet, es gibt nun mal Spielegenres die ein wenig unterrepräsentiert sind.

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