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Max Payne 3: Nur ein Trailer

Geschrieben von Andreas

Da ist wieder diese Musik. Melancholische Streicherklänge, die den Schmerz und die ganze Trauer des Mannes einfangen: Max Payne. Er hat seine  Familie verloren, dann seinen Job und am Ende lag seine neue Freundin wieder tot in seinen Armen. Natürlich hatte er all die erledigt, die ihm sein Leben genommen haben, aber zuletzt blieb ihm nur die Einsamkeit. Damit soll jetzt Schluss sein – Rockstar bringt Max Payne im März 2012 zurück.

„Someone took the trailer of a generic shooter and put Max Payne music and voices on it!“ NeoNacho via Twitter.

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Der erste Trailer. Kann er euch überzeugen?

Das Zitat fasst das zusammen, was ich befürchtet habe. Natürlich ist es noch zu früh, um das Spiel abzuschreiben. Aber die Gefahr besteht. Vor gut einem Jahr habe ich mich wegen „Alan Wake“ mit Saku Lehtinnen von Remedy unterhalten. Die Finnen hatten die Figur erfunden und natürlich kamen wir auch auf die Fortsetzung zu sprechen. „Was halten Sie eigentlich vom neuen Max?“ Kein Kommentar. Seitdem frage ich mich, ob es so etwas wie „nordisch-höfliche Zurückhaltung“ gibt. Remedy hat mit dem dritten Teil nämlich nichts zu tun.

Der jetzt erschienene Trailer setzt auf Action. Ein glatzköpfiger Max, der jetzt wie Bruce Willis aussieht, ballert sich durch das sonnige Südamerika. New York liegt hinter ihm, jetzt soll er einen Millionär beschützen. Doch offensichtlich wird dessen Tochter (?) entführt und so „…beginnt für Max ein Kampf um das Leben seiner Klienten und darum, seinen Namen reinzuwaschen, um sich ein für alle Mal von den Dämonen zu befreien, die ihn schon viel zu lange gequält haben..“ (Zitat Pressetext). Es ist die alte Geschichte von der Suche nach Vergebung und Erlösung in einer brutalen Welt – ein Film-Noir-Klischee, das in unzähligen Filmen gezeigt wurde.

Was mich stört, das ist der Einsatz der Musik. Sie soll eine Verbindung schaffen, wo keine ist. Max ist ein Kind der Großstadt, ein Verlorener in den Straßen New Yorks. Der Regen wischt das Blut von den Straßen, und der Dreck in den Seitengassen zeigt die Realität abseits des Ruhms. Anders gesagt, die Stadt war wie in jeder guten Cop-Story ein Gleichnis für den Zustand der Welt . Max selbst ist hier kein Engel, er hat seine Fehler gemacht und muss dafür büßen. Typisch Film noir, typisch aber auch die altmodische Musik, die beim Spielen erklang. Wohin soll das in Südamerika führen? Natürlich haben Filme wie „Im Zeichen des Bösen“ gezeigt, dass eine Art Film noir auch in diesem Szenario möglich ist. Dafür enthält mir er Trailer aber zu viel Action. „Max Payne“ ist kein „El-Mariachi“, sondern eine düstere Großstadtgeschichte.

Ist das noch Max Payne?

Vor ein paar Monaten hat der Trailer zu „Dead Island“ Hoffnungen geweckt. Der amerikanische Journalist Kirk Hamilton erklärte das positive Echo mit dem Wunsch nach mehr Emotionen in Spielen. Ich wage zu behaupten, dass „Max Payne“ dies alles bereits hatte und deshalb jetzt nur enttäuschen kann. Der neue Spot zeigt nur mehr vom ewig gleichen Action-Brei. Wenn die Szenen das fertige Spiel widerspiegeln, wird es ein deftiges Schießgelage. So erreicht der Trailer vielleicht genau das Gegenteil von dem, was es wollte. Kein Versprechen, sondern eher eine Drohung.

Was mir Hoffnung gibt? Der Publisher/Entwickler Rockstar. In den letzten Jahren haben weder „GTA 4“, „Red Dead Redemption“ oder „L.A. Noire“ enttäuscht. Gewiss, alle waren inhaltlich aufgeblasen, der Anspruch etwas dick aufgetragen, aber sie hoben sich wohltuend von der Konkurrenz ab. Spielerisch dürfte es mal wieder der bekannte Mix aus simplen Action-Szenen und einem Open-World-Szenario sein. Und natürlich kann sich eine Figur weiterentwickeln. Ob die Story aber mehr als eine bloßen Aneinanderreihung von abgegriffenen Südamerika-Klischees ist, wird sich zeigen.

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Über Andreas

Andreas Müller wurde 1968 in Mainz geboren. Schon früh faszinierten ihn die visuellen Medien des 20. Jahrhunderts, nichtsahnend, dass er später einen Film wie Seven zu seinem Lieblingsfilm erheben würde....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 15. September 2011

2 Kommentare zu “Max Payne 3: Nur ein Trailer

  1. Mein guter alter Videospiel-Held aus Jugendtagen ist der Max aus dem Trailer definitiv nicht mehr.

    Okay, es erscheint plausibel, dass er immer noch depri ist, ein Alk-Problem hat und genauso scheiße aussieht. Schade, dass er in Südamerika keinen Mantel anhat…

    Nichtsdestotrotz es ist ein Trailer! Und wer von Trailern auf die dazu gehörigen Spiele schließt, der tritt schnell ins Fettnäpfchen. Es sind eben kunstvolle Werbefilmchen, nicht mehr und nicht weniger.

    Ich bin gespannt in welche Richtung das Spiel dann Tatsache geht. Wenn der Trailer es gut eingefangen hat, dann bin ich skeptisch, aber trotzdem bereit mir das mal anzusehen. Die Erwartungen sind natürlich immens hoch, als alter verklärter Fan.

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