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Zookeeper: Alte Liebe rostet nicht

Geschrieben von Sven
Zookeeper: Alte Liebe rostet nicht

Das Massenmarkt-Hype-Phänomen „Bejeweled“ ging fast völlig an mir vorbei , dabei genoss ich ein ganz ähnliches Spiel ebenfalls Tage, Woche, Monate…ach! Jahre! Schmunzelt ruhig, aber: Ich liebe „Zookeeper“! Schon wieder oder immer noch? Zweitgenanntes, vermute ich. Denn alles fing im März 2005 an…

Zookeeper auf dem NintendoDS
Zookeeper auf dem NintendoDS

Zufälligerweise war mein erstes NintendoDS-Spiel „Zookeeper“. Hätte ich eher gewusst, dass mich dieses kleines Denkvergnügen so lange beschäftigen würde, ich hätte gleich zu einem „World of Warcraft“ greifen können. Wie so oft ist die Grundidee simpel: Süße Tierchen ordnet ihr vertikal oder horizontal korrekt an, bei mindestens drei gleichartigen Affen, Löwen oder Hasen verschwinden sie vom Spielfeld – und neue Zoobewohner rücken nach. Ziel ist es stets, eine vorgegebene Anzahl identischer Kreaturen zu vereinen beziehungsweise aufzulösen. Statt Diamanten sind es hier also putzige Lebewesen, die auf dem überschaubaren Spielbrett angeordnet sind. Vermutlich bedienten sich die Entwickler von „Zookeeper“ fleißig an „Bejeweled“ oder dem Browser-basierten Vorläufer „Diamond Mine“, aber ist das von Relevanz? Für mich nicht.  Kaum ein Spiel habe ich auf dem NDS länger gespielt als „Zookeeper“, und das, obwohl die Modiauswahl zu wünschen übrig ließ und ich nur selten einen Kontrahenten für den Mehrspieler-Part parat hatte.

Zookeeper gibt es jetzt auch für iPad und iPhone.
Zookeeper gibt es jetzt auch für iPad und iPhone.

Die Faszination von „Zookeeper“ kam kurioserweise von der Monotonie. Gebannt betrachtete ich damals die Tiersymbole auf dem oberen NDS-Display und suchte pausenlos nach möglichen Kombinationen, Kettenreaktionen oder der Supertierkarte. Diese tauchte sporadisch auf, ließ aber eine zufällige Tierart komplett vom Bildschirm verschwinden. Stets war es mein Wunsch, den Highscore zu knacken, daran hinderte mich ausschließlich der extrem schnell ansteigende Schwierigkeitsgrad. Die aufgebrachte Konzentration und der im Nacken sitzende Zeitdruck ließen mich vergessen, dass die Designer gänzlich auf Abwechslung verzichteten. Nicht einmal die Spielarten boten enorm abgeänderte Herausforderungen.  Aber störte das? Keinesfalls, denn ich wollte mit „Zookeeper“ jede noch so kleine Pause überbrücken. Außerdem rieb mir der Titel schnell meine begrenzte Auffassungsgabe unter die Nase: Bei Müdigkeit hatte ich gegen die knallharte Uhr keine Chance, nur in die Nähe des zuvor erreichten Punktestands zu gelangen. Ja, für „Zookeeper“ musste ich fit im Kopf sein. Und dann die Anspannung, der Adrenalinausschub – kurz vor dem Ablauf der Zeit. Wahnsinn!

Gewisse Ähnlichkeiten zu einem bösartigen Mann sind sicher nur Zufall.
Gewisse Ähnlichkeiten zu einem bösartigen Mann sind sicher nur Zufall.

Rund ein Jahr spielte ich „Zookeeper“ auf dem NDS – mal mehr, mal weniger. Irgendwann hat alles mal ein Ende. Dachte ich. Denn kürzlich tauchte „Zookeeper“ wieder auf – im AppStore für das iPad oder das iPhone. „Zookeeper DX Touch Edition“ heißt die Umsetzung. Sie kostet keine 30 Euro wie die NDS-Fassung, sondern schmale 1,59 Euro. Dafür gibt’s nur zwei Spielmodi, aber endlich einen Online-Highscore. Und ich hätte es nicht gedacht: Alte Liebe rostet nicht! Plötzlich ist wieder dieses Gefühl im Bauch. Das leichte Kribbeln. Jede Sekunde meiner Freizeit möchte ich für die Tiere im Zoo opfern. Leidenschaftlich spiele ich wie ein junger Gott, als längen seit dem letzten Spielen der NDS-Version und der neuen iPad-Fassung keine fünf Jahre. Immer den Gedanken im Hinterkopf, Punktemultiplikatoren zu erschaffen, womöglich die letzte Tierkette auf dem Spielfeld zu finden und schnellstmöglich das nächste Level zu erreichen. Der Wahnsinn! Zwar geizten die Macher erneut mit weitere Ideen, doch ich kann damit leben. An Charme und Knuffigkeit hat „Zookeeper“ nichts verloren. Zum zweiten Mal nimmt mich dieses simple Spielkonzept gefangen. Ich bin gespannt, wie lange. Mein Ziel ist allerdings sehr hoch gesteckt: Ich will in die Top 1000 der besten Spieler kommen. Das kann mit Pech/Glück einige Monate dauern.

Witzig: Zookeeper hat sogar eine Story. Die ist auf NDS und iOS identisch.
Witzig: Zookeeper hat sogar eine Story. Die ist auf NDS und iOS identisch.

Eines verdeutlicht mir „Zookeeper“ eindrucksvoll: Casualgames sind großartig. Ein „Endlosspiel“ dauert meist keine zehn Minuten, was das Spiel wunderbar zum Snack und spontanen Zeitvertreib macht. Klar, die Umsetzung mag nicht perfekt sein, ernsthaft kann ich allerdings nicht viel bemängeln. Ich hab meinen Spaß, „Zookeeper“ macht mich glücklich und fordert mich permanent heraus. Was will ich mehr? Für 1,59 Euro? Ich bin mir sicher: Eine Fortsetzung würde ich blind auch fürs Doppelte oder Dreifache kaufen. Dann aber erwarte ich Mehrspieler-Duelle via Game-Center und mal ein paar neckische Ideen. Wie wäre es mit diagonalen Tierreihen, weiteren Viechern, amüsanten Bonuskarten? Es gäbe sicher unzählige Möglichkeiten. Von mir aus können sich die Entwickler ein wenig von anderen Casual-Werken abschauen – solange es ein „Zookeeper“ bleibt.

Wer es günstiger haben möchte, kann sich übrigens die Alternative „Animal Match HD“ zu Gemüte führen. Die kostet nur 79 Cent und geht mehr Richtung „Bejeweled“ . Ich find sie trotzdem doof. Irgendwie. Das muss ich wohl als „Zookeeper“-Fanatiker sagen.

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Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 16. Juli 2011

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