17

Xbox One: Das ist also die neue Microsoft-Konsole?!

Geschrieben von Sven
Xbox One: Das ist also die neue Microsoft-Konsole?!

Microsoft rieb uns schon vor Wochen mit #XboxReveal unter die Nase, dass die hauseigene Spielkonsole in die nächste Runde geht. Jetzt wissen wir, was uns Ende des Jahres erwartet: die Xbox One, der Entertainment-Alleskönner mit Kinect-Zwang. Spiele, Filme, TV-Programm, Musik – alles kommt aus einer schwarzen Kiste, die  zukünftig nicht im Spielezimmer der Freaks, sondern im Wohnzimmer der Familien stehen soll.

Das ist die neue Xbox One. (Foto: Microsoft)
Das ist die neue Xbox One. (Foto: Microsoft)

Gefällt uns die Xbox One? Wie schon bei der PlayStation 4-Ankündigung müssen wir, also Andy, Andreas, Sebastian und Sven, unbedingt unsere Meinung zu Wort bringen. Und eure Ansichten waren uns ebenfalls wichtig…

Svens Meinung

Nun, also der neue, alte Controller scheint wieder klasse zu sein! (Foto: Microsoft)
Nun, also der neue, alte Controller scheint wieder klasse zu sein! (Foto: Microsoft)

Das ist also die dritte Xbox mit dem Namen Xbox One? Was will mir Microsoft damit sagen? Dass die Konsole die Nummer 1 werden soll? Womit eigentlich? Mit Elementen, die in keiner Weise neu sind, sondern höchstens besser als beim Vorgänger oder anderen Herstellern? Das TV-Gedöns mit der Möglichkeit, Kabel- und Sat- Receiver anzuschließen, stammt sichtlich von diversen GoogleTV-Playern, die allesamt gescheitert sind. Viele der präsentierten Funktionen besitzt die Xbox 360 samt Kinect ja jetzt schon – also von echten Überraschungen kann hier nicht die Rede sein. Nicht einmal die ersten Spiele-Trailer konnten mich reizen, abgesehen vielleicht von „Quantum Break“.

Sowieso klingt für mich die Hälfte nach PlayStation 4: Ähnliche x86-Hardware, ausgelegt auf Social und Multimedia. Vermutlich ist Xbox One der logische Schritt in die Zukunft – weg von der nerdigen Spielekiste, hin zum familienfreundlichen Unterhaltungs-Wunderwerk mit Kinect 2.0 und  somit perfektionierter Bewegungs- sowie Sprachsteuerung.  Ob ich das will? Das weiß ich schon jetzt: nein! Ich will gute, gerne schöne Spiele und nicht noch ein weiteres Gerät, mit dem ich mir TV-Sendungen,   Blu-rays und Streams aus dem Netz angucken kann. Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich davon schon eine ganze Armada vor dem Fernseher stehen. Unabhängig davon könnte die Xbox One vielleicht wirklich für den Massenmarkt attraktiv werden:  Microsoft spricht im besten Fall neue Zielgruppen mit anderen Interessen an – und nebenbei können Serienliebhaber noch ein Game zocken. Why not? Als reine Spielkonsole aber finde ich die Xbox One gegenwärtig gar nicht spannend oder in irgendeiner Weise aufgrund kreativer Ideen reizvoll. Ähnlich wie bei der PlayStation 4. Doch ich warte geduldig ab, die E3 mit ihren Neuankündigungen steht vor der Tür.

Aktuell ist die nächste Konsolengeneration – egal ob Xbox One oder PS4 – für mich nicht mehr als der Versuch,  eierlegende Wollmilchsäue unters Volk zu bringen, die ihre Originalität und damit ihre Spannung verloren haben.  Aber, und das möchte ich betont haben, bin ich nach wie vor offen für das, was Ende des Jahres kommt. Mir genügen ein paar geile Games, die ich haben/zocken/erleben will – dann könnte mich die Xbox One sehr schnell umstimmen.  Entertainment hin oder her, am Schluss möchte ich feine Spiele haben.  Skeptisch bleibe ich dennoch in vielerlei Hinsicht: Kinect 2.0 will ich nicht nutzen, die Festplatte kann ich nicht wechseln, Gebrauchtspielekäufer werden zur Kasse gebeten, es fehlt eine Abwärtskompatibilität (ja, wäre mir wichtig gewesen). Jetzt liegt es an Microsoft, die Nachteile mit überzeugenden Vorteilen aufzuwiegen.  Ansonsten kann ich nur sagen…

Andys Ansicht

Nach den ersten Minuten der Vorführung schoss mir eigentlich nur ein Gedanke durch den Kopf: Geht es hier um den Weltfrieden, die ultimative Formel für den Umweltschutz oder doch „nur“ um eine neue Videospielkonsole? Die Phrasen solcher Herren wie Bill Gates, J.J. Abrams oder Steven Spielberg ließen mich ernsthaft daran zweifeln, wie ernst Microsoft es mit der Xbox One meint.

Xbox One… aha, nun ja, mit DEM Titel hat sicherlich keiner gerechnet. Es gehe um Innovationen, Intelligenz und Liebe – kein Scherz, das waren einige der Schlagwörter, die während der Präsentation fielen. Die Hardware wurde freilich gen Himmel gelobt, die gezeigten Titel von EA Sports bis „Call of Duty: Ghosts“ zeigten alles, nur keine Spielszenen. Ergo bin ich nach der Stunde auch nicht wirklich schlauer, was mich denn nun eigentlich erwartet – bzw. nicht einmal zu welchem konkreten Zeitpunkt. Abseits eines „Later this Year“ hatte Microsoft diesbezüglich nichts anzubieten.

Call of Duty: Ghosts wird ein Launchtitel für die Xbox One. Aber der Titel erscheint auch für PS4, PS3, Xbox 360 und PC. (Foto: Activision)
Call of Duty: Ghosts wird ein Launchtitel für die Xbox One. Aber der Titel erscheint auch für PS4, PS3, Xbox 360 und PC. (Foto: Activision)

Stattdessen wurde wieder ganz tief in die Multimedia-Mist-Trickkiste gegriffen. Was wurde sichtlich „perfektioniert“ und ausschweifend demonstriert? Dass ich das Menü der neuen Xbox verbal mithilfe halber Sätze steuern kann – bloody brillant, das hab ich mir schon immer gewünscht! Genau wie Scotty in „Star Trek“ mit dem „Computer“ sprechen und fortan bei alten Geräten böse gucken, wenn ich es mit der ollen Maus bedienen soll. Wie passend, dass die zur Multimedia-Vorführung genutzten Kinofilmszenen aus Abrams Serien-Reboot stammten.

Genau wie bei der PlayStation 4 interessiert mich die Hardware nicht die Bohne, aber einen Unterschied gab’s dann doch: den der Anspannung. Da geisterten nämlich seit Monaten ganz fiese Gerüchte in der Welt, laut denen die neue Xbox keine Gebrauchtspiele abspielen könne und man zu jedem Zeitpunkt online sein müsse. In beiden Fällen scheint Microsoft eine „geschickte“ Lösung gefunden zu haben, einerseits ihre Kunden im Vorfeld „beruhigen“ zu können und andererseits sie letztlich doch zu verarschen. Gebrauchtspiele seien demnach möglich, allerdings nur gegen eine ominöse Gebühr – wie diese aussehe, dass weiß Microsoft angeblich selbst nicht. Und ja: Man muss in der Tat nicht jede Minute online sein – aber wenn man einem kleinen wie hochbrisanten Artikel auf Kotaku.com glauben schenken mag, dann muss man selbst für Single-Player-Only-Titel alle 24 Stunden ins Internet. Damit dann was, wie, wo passiert? Auch diese Frage wurde an diesem letzten Abend nicht geklärt.

Meine Befürchtung: Wir müssen alle bis zum tatsächlichen Release-Tag von Microsofts neuer Konsole warten, bis wir wirklich über sämtliche „Auswüchse“ Bescheid wissen…

Andreas‘ Eindruck

Das neue Dashboard kann mit Sprache und Bewegung kontrolliert werden. Oder muss? Mal schauen. (Foto: Microsoft)
Das neue Dashboard kann mit Sprache und Bewegung kontrolliert werden. Oder muss? Mal schauen. (Foto: Microsoft)

Es ist traurig. Die Videospielindustrie ist angeblich auf dem Höhepunkt ihres Schaffens angelangt. Nie wurden mehr Spiele verkauft, nie war eine Spielproduktion aufwendiger und noch nie war die Erwartungshaltung an eine neue Konsolengeneration so groß. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn die großen Drei so versagen.

Die Wii U ist eine reine Nerdkonsole, von der PlayStation 4 gibt es nicht mal Bilder und die Xbox One ist eher ein Multimedia-Center als eine Spielkonsole. Sicher, heutzutage wäre es albern, auf die ganzen Multimedia-Features zu verzichten. Unser Umgang mit TV, Internet und natürlich Spielen hat sich in den letzten zehn Jahren grundlegend verändert. Trotzdem erwarte ich auch ein bisschen „Kernkompetenz“, und die fehlte mir bei der Xbox One – Präsentation.

Fast 20 Minuten ging es am Anfang nur um die TV-Features (die wir in Deutschland wahrscheinlich wie gewohnt kaum nutzen können) und das Dashboard, dann wurden alte Kamellen wie „FIFA 14“ aufgewärmt, die eher wie Current Gen statt Next Gen aussahen. War das überhaupt Ingame-Grafik? Wenn Microsoft eine neue bahnbrechende Konsole dann mit einem Exklusiv-DLC für CoD bewerben muss, liegt sowieso einiges im Argen. Mit Ausnahme von Remedys „Quantum Break“ reizte mich keines der gezeigten Spiele. Und das obwohl es eigentlich nur ein Versprechen ist. Viel haben wir über das Spiel nicht erfahren … eigentlich gar nichts. „Later this year“ … Und die Indies? Nix zu sehen. Sony konnte zumindest „The Witness“ zeigen. Mir ist es egal, ob ich fünf oder 100 Spiele in so einer Präsentation gezeigt bekomme – es kommt darauf welche es sind.

Richtig Angst machen mir die „Spionage“-Fähigkeiten der neuen Konsole. Will ich überhaupt, dass andere sehen, was ich gerade schaue oder spiele? Kann ich das abstellen? Der Werbebranche dürfte es auf jeden Fall gefallen.

Ich bin von Microsoft durch und durch enttäuscht, obwohl ich hier auf Poly als der eingefleischte Xboxler gelte. Die Redmonder hatten mehr Zeit als Sony, um ihre neue Konsole vorzustellen und zeigten letztendlich weniger. Microsoft hat trotz aller Bekundungen keinen Bock auf Innovationen und neue Zielgruppen. Stattdessen bleibt es bei den männlichen Couch-Potatoes mit gut trainierten Daumen. Keine guten Vorzeichen, um die Spieleindustrie anzutreiben.

Sebastians Einschätzung

Die Xbox hat mich – ehrlich gesagt – noch nie so richtig interessiert. Mag sein, dass mir Microsofts Dominanz auf dem PC-Markt schon genug war. Mag sein, dass ich immer schon mehr von der PlayStation gehalten habe. Was auch immer letztendlich ausschlaggebend war – im Ergebnis bleibt, dass ich weder die originale Xbox noch die Xbox 360 besessen habe.

Insofern wollte ich hier schon einen Text nach dem Motto „Was zum Kuckuck interessiert mich die neue Xbox?“ vom Stapel lassen. Doch muss ich nach der jetzt erfolgten Vorstellung einräumen, dass die – aus meiner Sicht ziemlich unglücklich getaufte – Xbox One mich letztendlich weitaus mehr überraschen konnte als die im letzten Februar enthüllte PS4.

Diese Verblüffung hat am allerwenigsten mit der vorgestellten „Next Generation“-Technik zu tun, denn hier dürften die Unterschiede zwischen den beiden Konsolen eher marginal ausfallen. Auch die Launch-Titel der Xbox One lassen mich kalt – und zwar um einiges mehr als Sony’s nicht gerade revolutionäres Aufgebot! Ein neues „Call of Duty“? Welch Überraschung… Ein neues „Fifa“? Wahrlich weltbewegend… Und „WatchDogs“? Wer hätte es gedacht… Unterm Strich hat Microsoft bisher zu wenig exklusive Spiele für ihre neue Daddelkiste gezeigt, was nicht nur arg verwundert, sondern in dieser Disziplin Sony einen klaren Punktesieg beschert.

Doch neben der für viele User positiven Nachricht, dass gebrauchte Software – trotz aller Unkenrufe im Vorfeld – wohl doch abgespielt werden kann, sind es vor allem die stark erweiterten Kinect-Funktionen der Xbox One, die mich in Erstaunen versetzen. Sollte die Kombination aus Gesichtserkennung und stark erweiterten Bewegungs- und Interaktionsmöglichkeiten wirklich wie angekündigt auch als modernes „Marktforschungsinstrument“ funktionieren, dürfte Microsoft tatsächlich etwas gelungen sein, was bislang eigentlich von Google und Apple erwartet wurde. Die Xbox One könnte mit dieser Ausrichtung ganz entscheidend die Art und Weise beeinflussen, wie alle Medien – nicht nur Spiele, sondern eben auch Filme und vor allem TV-Inhalte – in Zukunft konsumiert und insbesondere durch das Konsumieren gestaltet werden. Ob uns das dann aufgrund der offensichtlichen Datenschutzfragen immer noch so viel Spaß macht, sei dahin gestellt. Revolutionär wäre es definitiv!

Somit werde ich ab sofort doch ein wachsames Auge auf die Xbox One haben. Wie bei der PS4 wird der letztendliche Erfolg – neben der angesprochenen Funktionalität der integrierten Kinect-Weiterentwicklung – entscheidend von der nicht näher erläuterten Preisgestaltung abhängen. Aber Sony muss aus meiner Sicht noch die ein oder andere Katze aus dem Sack lassen, um der äußerlich recht schmucklos ausgefallenen Konkurrenz aus den USA nachhaltig Paroli bieten zu können.

Das denkt ihr

Wir hatten euch ganz harmlos bei Twitter gefragt, was ihr von der Xbox One haltet. Für Philipp Briel war die Präsentation der Konsole ernüchternd. Er sei zwar ein riesiger Fan, aber ganz zufrieden war er nicht. Dennoch: Er ist sehr gespannt, „…aber MS muss jetzt richtig was tun„, um ihn zu flashen. Gespannt ist auch Julian L. , der sich trotz des Namens und des Designs, das ihn an einen Videorekorder erinnert, nicht beirren lässt. Sein erstes Fazit: „Freu mich druff„. Noch neutral sind  Norman und Thomas – sie spiegeln die nüchterne Erwartungshaltung vieler Spieler wider. Jennifer bringt es gut auf den Punkt: „Das Gerät an sich ist mir erst einmal egal. Die Spiele werden entscheiden, ob ich mir eine neue Konsole zulege oder nicht. Bin auf die E3 gespannt. Hoffe wir sehen viele neue Spiele und nicht nur Sequels.“ Es zählt eben doch noch das klassische Gesetz: Software sells Hardware. Kritischer sind Tim und Marek. So recht können sie sich noch nicht mit der Xbox One anfreunden. Verantwortlich dafür seien unter anderem der „Onlinezwang und die Gebrauchtgamesperre„. Marek ist regelrecht „angepisst„. Fabian ist sichtlich ein Early Adopter und spricht gewiss für viele andere: „Definitiv freue ich mich drauf. Warum soll ich jetzt rummeckern, das ändert nichts daran. Kaufen werd ich sie eh.

Der Sensor ist Pflicht. (Foto: Microsoft)
Der Sensor ist Pflicht. (Foto: Microsoft)

Immerhin scheint Microsoft ja schon jetzt eines erreicht zu haben: Die Xbox One polarisiert und regt zum Diskutieren an. Vor allem in den sozialen Netzwerken. Schauen wir mal, wie sich der Eindruck der Spieler im Verlauf der Monate – bis zum Launch – verändert.

Weitere Details zur Xbox One findet ihr bei GamingGadgets.de.

Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Magst du ihn teilen?
Share on FacebookTweet about this on TwitterEmail this to someoneShare on Google+Share on LinkedIn

Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 22. Mai 2013

17 Kommentare zu “Xbox One: Das ist also die neue Microsoft-Konsole?!

    • Scheint, dass sich das hier zu einer lustigen Kommentardiskussion – fernab vom Thema – entwickelt.

      Juergen, tut uns leid, wenn Deine Meinung nicht explizit erwaehnt wurde, aber Du hast ja nochmal Gelegenheit, sie hier anzubringen. Also, was haelt Dich zurueck??? ;-)

  1. Ich war jedenfalls auch nach beiden Vorstellungen enttäuscht, wobei nach der XBox One Vorstellung die Sony Vorstellung wieder an Punkten dazu gewonnen hat.

    Sony (obwohl den Kasten nicht gezeigt) war definitiv konkreter und auch die Ausrichtung auf Indies hat mir viel besser gefallen. Die Sharing Funktion wurde gut rübergebracht und ist wirklich mal neu. Ich hoffe wirklich, dass dies Out-Of-The-Box bei wirklich allen Spielen funktioniert!
    Denn mit Remote-Play haben Sie uns auch verarscht.

    Was bleibt ist die Erkenntnis, dass wir im Grunde etwas wie die Oculus Rift oder gleichwertiges von den neuen Konsolen erwartet haben.

    Das kam nicht. Ich bin seit 2 Jahren eh wieder dazu übergegangen Single-Player Spiele für den PC zu kaufen. Bessere Grafik, Abwärts-/Aufwärtskompatibel und ich habe im Arbeitszimmer meine Ruhe.

    Die Konsole ist jetzt genau dafür da, wofür Sie sein soll. Multiplayer Spiele wie Singstar, Rockband oder andere Partykracher. Ein bisschen Blueray, Fotoplayer und Streaming vom NAS.

    Dafür braucht ich aber keine neue Konsole…die PS3 erledigt da vorzüglich.

    In diesem Sinne rüste ich lieber meinen PC auf und investiere in eine „Oculus Rift“.

    • Interessante Sichtweise – und das mit den Single Player Spielen im Arbeitszimmer einschliesslich entsprechender Ruhe kann ich sehr gut nachvollziehen. Der MP-Funke will bei mir irgendwie nachhaltig nicht ueberspringen, was wohl auch damit zusammenhaengt, dass dies nicht mehr meine Generation ist, die es gewohnt ist, hauptsaechlich online ihre Spieleerfahrungen zu machen.

      Meine eher positive Einschaetzung zur XBox One-Vorstellung moechte ich noch um einen wichtigen Punkt ergaenzen:

      Aus reiner Spielersicht war die Vorstellung von Microsoft tatsaechilch aehnlich unaufregend und wenig ueberraschend wie Sony’s PS4-Enthuellung. Wie Du es schon erwaehnt hast, koennte man in diesem Kernbereich sogar sagen, dass Sony weitaus mehr interessante Projekte – und vor allem Exklusiventwicklungen – vorgestellt hat.

      Mein Blickwinkel ging aber ein bisschen ueber das reine Spielerlebnis hinaus, was ja auch durchaus ein Ziel der XBox-Entwickler ist. Diese „eierlegende Wollmilchsau“ im Wohnzimmer hat Sony sicherlich auch mit der PS4 im Sinn, nur sind dort die bisher bekannt gewordenen Ansaetze bei der XBox One – massgeblich durch die verbesserte Kinect-Technik – konkreter und durchaus bemerkenswert.

      Bleibt die Frage – gerade aus Spielersicht: Wer braucht das letztendlich und wollen wir das alles ueberhaupt (Thema: Datenschutz)?

      Ach, und Science: Vielen Dank fuer den ersten „echten“ Kommentar! Endlich koennen wir diskutieren… :-)

      • Bitte Bitte :).

        Polygamia ist ja wirklich auch der einzige Platz wo ein Kommentar etwas Wert ist.

        Ich will noch hinzufügen, dass ich mit Multiplayer Spiele im Wohnzimmer immer COOP offline Spiele meine. Wenn man ne Party hat oder Freunde mit Kinder da sind.

        Zu deiner Schlussfrage füge ich hinzu, wer hat noch nicht? Einen TV zum Fernsehen, einen Blueray/DVDplayer zum Filme schauen oder ein Smartphone zum Skypen oder Twittern.

        Ich bin doch froh darüber, dass ich für jeden UseCase mein eigenes Device hab. Warum sollte ich im Wohnzimmer auf dem TV Skypen? Warum sollte ich für alle sichtbar Nachrichten schreiben wollen? Warum sollte ich die XBox zum Fernsehen anmachen, nur um nebenbei von einem Skypefreund mit Anrufen gestört zu werden. Genau deswegen macht man doch im Kino das Telefon aus.

        Manchmal glaub ich, Sie wissen selbst nicht mehr was Sie Einbauen sollen und nehmen dann diese vollkommen blödsinnigen Ideen und präsentieren sie als Innovation.

      • Das stimmt schon, Sience, denn ich habe mich frueher schon gefragt, warum ich denn in meinem Handy eine Kamera brauche, wenn ich doch nur damit telefonieren will. Aber das geht eben genau in die Richtung, die ich vorher ansprach: Ich muss so langsam begreifen, dass ich noch einer Generation angehoere, fuer die ein „dediziertes“ Geraet einfach ganz normal und ich nicht immer mit Gott und der Welt verbunden war, wenn ich eben nur mal zocken wollte.

        Irgendwie faszinieren mich ja auch diese Multifunktionsgeraete, aber sie veraendern eben mein Verstaendnis von Unterhaltung auf eine Art und Weise, an die ich mich wohl nicht mehr vollends gewoehnen werde. Mir geht es bei den neuen Konsolen eigentlich nur darum, ob ich darauf richtig gute Spiele spielen kann. Ob ich dann auf Knopfdruck ein Video von meiner Spielsession auf Facebook veroeffentlichen kann, schert mich einen feuchten Kehrricht, ehrlich gesagt. Allerdings scheint diese noch staerkere Einbindung von „Social Media“, wenn man das Feedback zu den Konsolen-Vorstellungen von Sony und Microsoft betrachtet, eines der wichtigsten Features ueberhaupt zu sein.

  2. Tja, während ich immer noch gerne die 360 haben würde (die erste XBox habe ich) ist die XBox One ein absolutes No Go! Kinect und TV Kram machen die Konsole teuer. Leistungstechnisch hängt sie doch deutlich sichtbar hinter der PS4 zurück und sie verschenkt sicher auch noch Leistung, wenn immer drei Betriebssysteme, IE, Skype und TV etc. im Hintergrund laufen und auch zum schnellen switchen an sein müssen. Und die alle 24 Stunden durchzuführende Onlinekonfirmation als auch die Gebrauchtspielsperre mit Accountbindung – gegen Gebühr darf das Spiel dann an einen neuen Account gebunden werden – geben ihr dann den Gnadenstoß. Schlimmer hätte es gar nicht kommen können – Microsoft hat ALLES falsch gemacht, was man – aus Sicht eines Gamers – falsch machen konnte.

    Der Witz ist ja, um den TV Krams nutzen zu können benötigt man einen zusätzlichen Receiver (für TV), der mit der XBox One kommunizieren kann. Also 500 Euro plus 300 Euro, nur damit man das tun kann, was ohnehin jeder zweite Smart TV ab 1000 Euro heute eh schon kann … völlig sinnlos! In den USA vielleicht interessant, wenn es da Bundles mit XBox One und Pay TV Abos gibt.

    Und Paranoia Modus an: Kinect ist IMMER an (nötig, damit man die Konsole über Sprachkommando einschalten kann)! Neben dem Stromverbrauch und der Spionagemöglichkeiten, Schnittstelle zur CIA ist in USA Pflicht und wer weiß, wenn das gehackt wird … (Das Microsoft bei Skype mithört und -liest wurde ja gerade erst letzte Woche bestätigt). Nö, nicht mit mir!

    Außerdem, was nämlich bisher auch noch gar nicht bei der Accountbindung der Spiele zur Sprache kam, wie ist es da mit Regionalcodes und Länderbeschränkungen? Das ist ja auch ein perfektes System, um „Grauimporte“ zu verhindern.
    Auf Steam ist es z.B. ja auch immer so eine Sache mit dem „uncut“. Kann ja genauso werden, du kaufst dir die österreichische Uncut Fassung und er installiert dir trotzdem nur die deutsche Cut, weil er weiß, wo du wohnst.

    • Ja, ganz klar – wenn diese Preisgestaltung steht und Microsoft – schon wieder, wie bei der ersten XBox-Ausgabe – den Betrieb von Grundfunktionen der Konsole von teurer Zusatzapplikation abhängig macht, prophezeie ich der XBox One auch einen echten Rohrkrepierer-Start… Und wenn die PS4 wirklich erst einige Monate später kommt, können die Japaner ganz in Ruhe den „Fehlstart“ der Konkurrenz abwarten und entsprechend drauf reagieren…

  3. So, und mit dieser Ankuendigung hat sich mein Interesse an der „XBox One“, welches ich noch vor zwei Wochen durchaus begruendet habe, schlagartig gegen Null gewandt.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/games/xbox-one-microsoft-kontrolliert-die-online-zeiten-der-spielkonsole-a-904323.html

    Man kann eigentlich nur noch hoffen, dass Sony so schlau ist und auf diese Kram verzichtet. Dann ist zumindest fuer mich die Wahl fuer die neue Konsolengeneration schon so gut wie gelaufen.

    • Ich hoffe viele, die jetzt im Internet-Sturm schreien, dass sie keine kaufen, tun das dann auch wirklich nicht. So wie ich viele kenne ist die ganze Aufregung jedoch spätestens „vergessen“, wenn das nächste Halo, GTA oder sonst was erscheint.

      Nur durch Nicht-Kaufen, kann man Firmen dazu bewegen, solche Politik aufzugeben. Leider sind Konsumenten keine solidarische Gruppe, was uns diesen ganzen Schei… in erster Linie überhaupt erst eingebrockt hat. Denn die Firmen kommen mit durch, weil es schlicht zu viele Idioten gibt, die nur an ihren nächsten Schuss – äh Zock denken und denen alles andere egal ist.

  4. Lars schrieb am :

    Ich „könne“ es ja mal mit alten und modernen Autos vergleichen….
    neeee, doch lieber nicht.

    Kurz und Kanpp: “ ALLES in Einem ist nicht immer unbedingt besser“
    Bin ich jetzt altmodisch, wenn ich jedes einzelne elektronische Helferlein gerne nur für DAS benutzte, wofür es da ist. (So ein ganzes Reck voll macht sich doch auch viel besser also nur eine „schwarze unscheinbare Box“. ICH habe auch immer noch ein halbes Dutzend Fernbedienungen auf dem Tisch, anstatt einer hochmodernen Allinone.
    Zudem, sind ja in der Regel mehr als nur ein Individuum im heimischen Universum unterwegs. Das funktioniert jetzt schon nicht, auch ohne, dass noch mehr (oder eben Alles) an einem ORT zentriert wird. Ähm, gut ich bin wohl altmodisch, oder warum habe ich mir erst JETZT mein erstes Smartphone zugelegt (aber das auch nicht ganz freiwillig) Gerade auf der Arbeit hat mir doch glatt ein Gerät ausgereicht, mit dem ich (jetzt kommts`s) „telefonieren“ kann.

    Abgesehen davon, (und um nicht wieder zuweit ab zu schweifen) ist das „Ding“ nun wirklich weder eine Schönheit, noch selbst auf den zweiten Blick etwas, was ICH jetzt unbedingt haben müßte. (wenn ich nicht wüßte, dass diese Entscheidung eh nicht alleine bei mir liegt. Aber ja, spielen möchte ich ja auch weiter.)
    Jaja, ich weiß, wie bei allem kommt man schlecht dran vorbei. Aber ich meine so langsam „ist die Kiste voll“
    Wo wir bei der Büchse der Pandora wären….. :-) aber das vertiefe ich jetzt lieber auch nicht weiter.

    So oder so, spiele auch nun wirklich nicht gerne den Affen der zwangs-dressiert werden will und muß. Aber das machen ja nun auch wieder ALLE mit uns und denken, mit einer Banane schlucken wir he auch alles andere, noch mit Freuden, gleich mit runter….

    • Also ich wollte eigentlich nur in einem Forum meine Meinung nach den beiden E3 Pressekonferenzen kundtun, letztlich ist dann aber ein riesiger Artikel für meinen Blog draus geworden. Vergleich der PS4 und XBox One sowie Vorstellung der jeweiligen Exklusivtitel. Und das Fazit ist im schönsten Neudeutsch: Sony owned Microsoft – aber so was von!

Kommentar schreiben