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Warum eigentlich Next Gen?

Geschrieben von Andreas
Warum eigentlich Next Gen?

Wieso, weshalb, warum? In meinem Freundeskreis, auf Facebook oder Twitter häufen sich Fragen nach dem Motto „Xbox One oder PS 4?“. Zufälligerweise wurde ich für das Magazin IGM zum Thema interviewt und kam zu dem Schluss, dass ich die Next Gen noch lange nicht brauche.Blicken wir doch mal zurück: Was war das für ein Erlebnis, als wir mit der Last Gen in die HD-Welt gewechselt sind! Als ein „Gran Turismo 4“ neben einem „Project Gotham Racing 3“ ziemlich alt aussah! Als ein „God of War 3“ neben der „Over-the-top“ Spielmechanik auch wirklich „Over-the-Top“- Effekte zeigte! Sicher, das waren alles oberflächliche optische Reize und ich bin kein Fan des Grafik-Overkills. Aber es waren deutliche Anzeichen, dass mit der damaligen Next Gen Grenzen überschritten wurden, die für eine PS2, eine Xbox oder einen Gamecube noch unerreichbar waren. Ganz zu schweigen von der Wii, die mit ihrer Bewegungssteuerung, die Spielewelt maßgeblich verändert hat. So etwas vermisse ich bei der aktuellen Next Gen.

PlayStation 4....
PlayStation 4….

Die Next Gen ist eine Zwischengeneration, eine „Mid Gen“, die zwischen allen Stühlen sitzt. Bis jetzt gelingt es keinem der gezeigten Spiele, sich deutlich von der letzten Generation abzusetzen. Stattdessen herrscht kreativer Stillstand und wir bekommen genau das Gleiche serviert, wie die Jahre zuvor.  So können wir nur erahnen, wo die Reise hingeht. Abseits von der Wii U hat keine der neuen Konsolen ein eigenständiges Profil, um sich von ihren Vorgängern abzusetzen. Das ist keine gute Ausgangslage. „Titanfall? „Killzone 4“? „Next-Gen-Upgrades“? Ach, Leute. Momentan scheint das Spielen mit 60 Fps auf 1080p der einzige USP der Next Gen zu sein. Und das auch nur teilweise.

Es wird noch eins, zwei Jahre dauern, bis Xbox One oder PS 4 zeigen können, was in ihnen steckt. Damit meine ich nicht nur die grafischen Fähigkeiten, sondern die Einbindung ihrer Cloud-Dienste oder ihren sozialen Features. Erst dann werdet ihr die Unterschiede merken. Und spätestens, wenn das neue „CoD“ die umstrittene Online-Fähigkeiten der Xbox One nutzt, kräht kein Hahn mehr nach Überwachung oder Persönlichkeitsrechten.

Vorher dürfte ich mit Multiplattform-Titeln wie „Watchdogs“ oder „Dark Souls 2“ glücklich werden. Gegenwärtig interessiert mich kein einziges exklusives Next-Gen-Spiel. Überhaupt habe ich hier noch genug zum Spielen, und ich bin mir sicher, dass noch andere Spieler einen Pile of Shame im Regal liegen haben. Die Last gen hat noch viel zu bieten. Dabei war ich doch schon Isaac, Bruce und Booker! Ich reiste mit Tim in die Vergangenheit, kämpfte sogar mit den Sai (!) und vernichtete die Geth. Aber ich streifte nur kurz durch Tamriel und weiß noch nicht, was das Geheimnis von Yonah ist oder warum jeder unbedingt der Masterchief sein will.

Oder die Xbox One?
Oder die Xbox One?

Wieso sollte ich mir dann einen Konsole kaufen, zu deren Start es kaum gute Spiele gibt? Selbst Spielejournalisten, die sich beide Konsolen beruflich kaufen, sollten zugeben, dass es wenig Stoff zum „Monetarisieren“ geben wird. Bis jetzt verstehe ich nur, dass vor allem die Early Adopters zuschlagen (aber die haben sich vielleicht auch ein Surface gekauft). Neue Zielgruppen? Nein, danke. Diese Next Gen ist sehr altmodisch in ihren Ansprüchen an die Spieler. Sony vs. Microsoft vs. Nintendo – die alte Leier, die ständig wiedergekaut wird. „Ätsch, ich kann MP3s abspielen und du nicht!“, „Ich hab‘ mehr Polygone als du!“, „Mein Gamepad vibriert heftiger“. Blah, blah, blah. Die echte Next Gen sehe ich bei diesen Grabenkämpfen erst in ein paar Jahren. Wenn der Hype verschwunden ist, wenn die Köpfe wieder klar denken können. Oder ich bin einfach zu alt, um mich auf solche technischen Schwanzvergleiche wie „1080p vs. 720p“ einzulassen. Mir scheint die Next Gen dreht sich um viel unnützes Zeug. Nur um eines nicht: das Spiel.

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Über Andreas

Andreas Müller wurde 1968 in Mainz geboren. Schon früh faszinierten ihn die visuellen Medien des 20. Jahrhunderts, nichtsahnend, dass er später einen Film wie Seven zu seinem Lieblingsfilm erheben würde....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 11. November 2013

3 Kommentare zu “Warum eigentlich Next Gen?

  1. Magic schrieb am :

    „Wieso sollte ich mir dann einen Konsole kaufen, zu deren Start es kaum gute Spiele gibt?“

    Die Frage habe ich mich inzwischen auch schon gestellt und bin zu dem Schluss gekommen das ich die momentan nicht gebrauchen kann. Meine „FAT PS3 erster Stunde“ nutze ich auch als Blu-Ray Player. So lange die noch läuft und es kein Spiel gibt was ich für die PS4 haben möchte gibt es keinen Grund mir den Nachfolger ins Wohnzimmer zu stellen.

    Bei der Diskussion PS4 XBox One halte ich mich raus, ich bleibe weiterhin der Sony Konsolen treu. Liegt aber nicht an der Hardware oder das ich ein Sony Fanboy bin sondern weil mir die Exklusivtitel von Sony einfach mehr zusagen (z.B. bei der PS3 die Uncharted Reihe oder Last of Us).

  2. Ich hätte so oder so nicht sofort zugeschlagen, bin jetzt im Moment ob der Optik der neuen Spiele auf der Next Gen auch nicht überwältigt und denke derzeit, dass ich wahrscheinlich sogar erst irgendwann 2015 zur PS4 greifen werde. Genau wie bei Magic oben sagen mir die Sony Exklusivtitel mehr zu, vor allem auch, weil ich bei der Spieleauswahl der Microsoftkonsolen eigentlich immer Alternativen auf dem PC habe. Das MS Portfolio ist schlicht und ergreifend sehr actionlastig und eher auf jüngere (amerikanische) Zocker zugeschnitten.

    Letztlich ist es bei der Technik so, nimmt man den PC als Vergleichsgrundlage, dann gibt es keine grafischen Sprünge bei einem Generationswechsel. Die technische Entwicklung im Bereich Grafik verläuft fließend. Das fällt bei den Konsolen nur nicht so auf, weil die alten irgendwann nicht mehr mithalten können und wenn dann die nächste Generation ansteht gibt es zur vorherigen den sichtbaren Sprung.

    Das eigentliche, große Verkaufsargument wäre die Auflösung. Bei der letzten Gen fing man endlich mit HD Grafik an, dank der plötzlich auftauchenden und sich rasend verbreitenden LCD-TVs, war HD auch auf Konsole möglich. Zumeist nur in 720p aber immerhin. Die neue Generation, insbesondere die XBox One scheint hier allerdings sehr zu enttäuschen. Call of Duty läuft in 720p obwohl die Grafik sich praktisch nicht großartig den Vorgängern unterscheidet. Selbst ein Ryse läuft nur in 900p. 1080p bei konstanten 60FPS scheint beim derzeitigen Stand der Entwicklungstools nicht möglich. Immerhin Killzone läuft in 1080p bei variabler Framerate von 30+.

    Damit unterscheidet sich die Grafik kaum von der Vorgängergeneration. Klar, ein paar Effekte mehr hier und etwas bessere Weitsicht dort, mehr NPCs an anderer Stelle. Aber das sind oft so feine Details, die fallen nur auf, wenn man direkt vergleichen würde.

    Besseres Antialiasing und höhere Auflösung hätten bzw. könnten zumindest bei der Bildschärfe Wunder bewirken. Insbesondere das mangelhafte AA bei der PS3 war schon ein heftiges Manko.

    Technikprofis attestieren den neuen Konsolen die Leistung eines heutigen Mittelklasse-Spiele-PCs. Sicher werden Spiele im Laufe der Zeit immer besser optimiert – aber dennoch. Die Vorgängergeneration mit XBox 360 und PS3 war bei ihrem Erscheinen immerhin High End.
    Der Grund, warum diese neue Generation so schwach ist, ist einfach nur der Preis. Die letzte Gen verkaufte sich zu Beginn relativ schleppend, weil die Hardware trotz Subventionierung sehr teuer war. Das können sich die Hersteller nicht mehr erlauben. Sie sind auf eine breite Nutzerbasis gleich von Anfang an angewiesen, vor allem auch, um den Drittherstellersupport zu sichern. Auch die Subventionierung ist zu teuer, gerade Sony fehlen dafür die Resourcen. Die neue Generation muss also von Anfang an ziehen und das geht nur mit moderaten Kosten.

  3. Die Diskussion PS4 oder XBox mache ich auch nicht mit, zumal es meines Wissens keinen Generationswechsel bislang gab, bei dem die technischen Unterschiede so marginal sind wie beim jetzigen. Da entscheidet letztendlich der eigentliche Geschmack, der mich auch weiterhin zu Sony´s Angebot greifen lässt.

    Aber auch das werde ich nicht gleich am Anfang tun, sondern – wie eigentlich fast immer – erstmal abwarten. Es ist halt meistens keine gute Idee, gleich die erste Ausgabe einer Konsole ins Haus zu holen, weil so viele Faktoren erst im Echtbetrieb offensichtlich werden. Da werde ich mir ganz in Ruhe die Entwicklung in den nächsten Monaten anschauen, dann auf die richtig schönen Exklusivtitel warten, vielleicht auch noch auf die ein oder andere Preissenkung inkl. Bundle-Option hoffen – und dann irgendwann das ausgereifte Produkt ins Wohnzimmer stellen.

    Die PS3 wird ohnehin noch lange bei mir bleiben, weil es mir derzeit wie Andreas geht: Mein Haufen an noch ungespielten Spielen ist riesig, und bevor der nicht einigermaßen abgebaut ist, macht es gar keinen Sinn, gleich aufs neue Pferd zu setzen. Den Abgesang der jetzigen Generation werde ich also noch auskosten – „Last of Us“ fehlt da zum Beispiel noch in meinem Erfahrungsschatz -, ehe es dann mit Freude in die neue Generation geht. Ja, denn freuen tue ich mich schon drauf – und ich meine auch, dass wir einige richtig schöne, neue Dinge erleben werden!

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