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Titanfall & Co.: Aus den Fehlern gelernt !?!

Geschrieben von Andreas
Titanfall & Co.: Aus den Fehlern gelernt !?!

Kann das sein? Denkt die Branche um? Mit den Triple A-Spielen „Titanfall“, „The Evil Within“ oder „The Order: 1886“ erscheinen in den nächsten Monate echte „Experten“ ihres Fachs. Keine unnötigen Einzel- oder Mehrspielermodi, denn stattdessen konzentrieren sich diese Spiele auf das, was sie am besten können.

Es war für viele Spieler eines der größten Ärgernisse der Last Gen. Seit Activisions Monsterhit „Modern Warfare“ musste anscheinend jedes Spiel nicht nur eine Story bieten, sondern auch Mehrspieler-Modi. In den Augen vieler Publisher war dies die Formel des Erfolgs, denn nur so konnten sie ihrer Meinung nach den Wiederspielwert steigern und Käufer binden. Klassische Story-Spiele galten dagegen als verpönt. Natürlich gab es sie, aber die Meldung „Kein Multiplayer“ sah eher wie eine Entschuldigung als ein Feature aus.

Trennung, die Sinn macht

Oft führte das zu merkwürdigen Auswüchsen. Ich meine, wer wollte schon in „Dead Space 2“ auf lustige Mehrspieler-Jagd gehen? Genauso kann ich fragen, was die dämliche Story in „Battlefield 4“ soll? Oder das 5-stündige Solo-Mohrhuhngeballer in „Black Ops 2“? Im Grunde genommen ist es doch einfach: Story-Freunde wollen eine gute Geschichte, passionierte Mehrspieler herausfordernde Online-Modi (die dann auch hoffentlich fehlerfrei laufen). Die bisherige Unentschlossenheit hat den Spielen geschadet. Was wäre, wenn sich DICE nur auf den Mehrspielerpart konzentriert hätte? Hätte „BF 4“ dann reibungsloser funktioniert?

Battlefield 4. Battlefield halt. (Bild: EA)
Battlefield 4: Ein Online-Desaster. (Bild: EA)

Wenn ich an einem Spiel mit einer guten Story sitze, will ich in diese Welt abtauchen. Die Figuren und die Dramaturgie funktionieren dann nur in diesem Story-Korsett. Wenn ich aber gegen andere antreten soll, wird diese Illusion zerstört. Was vorher noch ernst, atmosphärisch und vielleicht tiefgründig war, wird zum Killstreak-Marathon. Bisher war „Mass Effect 3“ das einzige storylastige Spiel, das für mich auch im Mehrspieler funktionierte – aber wahrscheinlich nur, weil ich mit Shepard & Co. nie warm geworden bin.

Letztlich ist es eine Frage des Geldes. Eine Spielentwicklung für die Last Gen verschlang schon mal gern zweistellige Millionensummen. Warum dann Geld verschleudern für Dinge, für die sich niemand interessiert? Stattdessen wurden die Kosten auf die Spieler abgewälzt. Aber ehrlich gesagt fühle ich mich veräppelt, wenn ich für fünf Stunden Solo-Spielspaß 70 Euro zahlen soll, während der Mehrspieler-Fan ein paar 100 Stunden darin herumtoben darf. Herrgott, wäre es so schwer gewesen, Einzel- und Mehrspielervarianten getrennt zu vermarkten?

Vielleicht sind es ganz rationale Gründe für die (mögliche) Trendwende. Sparen, Kostenmaximierung, Konzentration auf das Wesentliche – nennt es, wie ihr wollt. Die Entwicklung für die Current Gen ist bestimmt nicht günstiger geworden und vielleicht führt das mal zum Überdenken der verkrusteten Geschäftsmodelle. Spieler wollen für das ernst genommen werden, was sie wollen. Und wenn die Xbox One und PS 4 bisher wenig mit Innovation geglänzt haben, wäre dies zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

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Über Andreas

Andreas Müller wurde 1968 in Mainz geboren. Schon früh faszinierten ihn die visuellen Medien des 20. Jahrhunderts, nichtsahnend, dass er später einen Film wie Seven zu seinem Lieblingsfilm erheben würde....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 12. Februar 2014

3 Kommentare zu “Titanfall & Co.: Aus den Fehlern gelernt !?!

  1. Ich glaube, in der letzten Generation haben einfach viele Spiele gehofft, dank ihres Multiplayer-Teils so populär und erfolgreich wie eben Call of Duty zu werden. Man denke an die Crysis-Serie. CoD’s Online-Durchbruch kam ja auch eher zufällig bei Modern Warfare 1. Und es gab ja reine Multiplayertitel, wie eben Battlefield oder Joint Operations, die gar keinen Singleplayer besaßen. Battlefield hat seinen Singleplayer ja auch nur eingeführt, weil man mit einmal Call of Duty als großen Konkurrenten hatte, dass obwohl die Titel spielerisch sehr unterschiedlich sind aber scheinbar dennoch eine große Schnittmenge an potenziellen Kunden aufweisen.

    Das kommende Titanfall sehe ich übrigens als Ersatz für ein Unreal Tournament, ein Spiel, das sich ja sehr erfolgreich von seinem Singleplayer-Pendant abhob. Der Witz ist, es gibt ja eine Unzahl an Online-Shootern ähnlicher Art, nur die sind alle Free to Play und deswegen bei vielen Zockern nicht so populär, mit Ausnahme von Team Fortress 2 vielleicht.

    Grundsätzlich stimme ich zu, haben die Publisher wirklich gelernt und lassen die Multiplayer bei Singleplayer Games weg, um Resourcen zu sparen? Auf dem PC war und ist ein Multiplayer auch ein guter Kopierschutz. Andererseits, ein Uncharted brauchte eigentlich keinen Multiplayer, weder spielerisch noch als Kopierschutz, trotzdem war dieser immer recht populär.

    Aber so neu ist der Verzicht auf Multiplayer jetzt auch nicht. Bioshock 2 hatte ihn, nur hat den wirklich absolut niemanden interessiert. Bioshock Infinite sollte zunächst dennoch einen bekommen, aber zum Glück entschied man sich um und steckte die Resourcen dann doch lieber in das Hauptspiel.

    Andererseits nervt mich der Online- und Multiplayerzwang gerade bei neuen Rennspielen schon. Die letzten Need for Speeds benötigten die Onlineverbindung, auch kommende Rennspiele setzen vermehrt auf Online. Die Frage ist, wollen das die Spieler überhaupt? Ist dieser Zwang, egal ob Social-Features, echter Mehrspieler, „Drivatare“, überhaupt gewollt? Einigen gefällt es sicher, andere nervt es eher.

    Ich denke, man sollte solche Sachen nie als Zwang machen. Mass Effect 3 mit seinem zunächst Zwangsmultiplayer hat doch schon zu Recht für Ärger gesorgt. Wer den nicht gespielt hat, der bekam nicht das beste Ende zu sehen. Später hat man diesen Multiplayerzwang dann ja wohl auch rausgepatcht. Nur manchmal frage ich mich, was denken sich Entwickler und Publisher, wenn sie solchen Murks fabrizieren (wie etwa schlechte Multiplayer wie in Crysis oder Bioshock). Haben die wirklich so wenig Ahnung von ihrem Markt?

    • Ich hoffe zumindest, dass es sich ändert, sicher bin ich mir nicht. Deshalb auch das „?“ im Titel. Man sollte ein paar Sachen nicht durcheinanderwerfen – reine MP-Spiele giebt es schon lange: LoL, Counterstrike usw. Auch stört es mich nicht, wenn das ganze Spielkonzept auf das Online-Erlebnis ausgelegt ist. Ärgerlich ist es nur, wenn ich mit einem Story-Modus geködert wurde oder wenn ich für einen unnötigen MP bezahlen muss.

      Zufällig habe ich gerade heute bei 2K „Evolve“ angespielt. Noch halten sich die Entwickler zwar bedeckt, aber ein Story-Modus wäre hier völlig unpassend. Hoffentlich bleiben die konsequent – das wäre klasse!

  2. Pingback: Evolve: Der Triple-A-Fluch | Polygamia

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