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Spiele 2013: Aber bitte ohne Lizenz?!

Geschrieben von Sven
Spiele 2013: Aber bitte ohne Lizenz?!

Wenn sich erwartete Blockbuster verschieben, kann dies manchmal auch erfreulich sein. Bei unserer Vorschau auf das Spielejahr 2012 freuten wir uns auf Titel wie “Devil May Cry” oder die “Tomb Raider”-Neuauflage. Eigentlich könnten wir also die ein Jahr alte Einleitung wieder verwenden. Letztlich ist das aber egal, denn wie schon 2010 und 2011 blicken wir auf die etwas andere Zukunft. Ignorieren wir Sequels, Prequels, HD-Reboots und dicke Lizenzen, bleibt wie gewohnt nicht mehr allzu viel übrig, worauf wir gespannt warten.

Nach stundenlanger Recherche und ewigen Diskussionen wählten wir 12 Titel aus. Frische Ideen, neue Franchises, womöglich riskante Ansätze – diese Aspekte stehen bei diesen Spielen im Vordergrund. Was der Polygamia.de-Trupp von den Games wohl so hält?

Agent

2013? Kaum vorstellbar. (Foto: Rockstar Games)
2013? Kaum vorstellbar. (Foto: Rockstar Games)
  • Geplantes Erscheinen: 2013 (wirklich?)
  • Floppotential: niedrig
  • Plattformen: PlayStation 3, Xbox 360

Wie kommt denn „Agent“ von Rockstar Games in diese Liste? Das ursprünglich Mitte 2007 angedeutete und 2009 offiziell vorgestellte Spiel sollte irgendwann 2010 für die PlayStation 3 erscheinen. Immer wieder war von Verzögerungen und Verschiebungen die Rede. Geblieben ist eine Geschichte, die in den 1970er Jahren angesiedelt ist. Während des Kalten Krieges gilt es, Spionage-Aufgaben zu erledigen. So die graue Theorie, denn weder aktuell Screenshots noch konkrete Details gibt es bisher. Typisch Rockstar, hm?

Svens Eindruck: Ach, das wird doch nichts dieses Jahr. Oder? Erst einmal ist „GTA V“ an der Reihe. Aber vielleicht wird es dann doch so eine Überraschung wie das 1000 Mal verschobene „L.A. Noire“?

Andys Eindruck: Ich habe ja schon Schwierigkeiten bei der Prognose von Titeln, von denen es moderat viele Informationen gibt. Aber das hier? O.k., es ist Rockstar – die kriegen da schon irgendwas brauchbares hin. Weiter lehne ich mich jedoch nicht aus dem Fenster.

Andreas’ Eindruck: “Duke Nukem”, “Last Guardian” und jetzt “Agent” – mich würde es sehr wundern, wenn dieses Spiel tatsächlich erscheint. Wenn, dann tippe ich eher auf Rockstars ersten großen Next-Gen-Titel.

Sebastians Eindruck: Rockstar hat im ausgehenden Jahr das ähnlich verspätete “Max Payne 3″ souverän abgeschlossen, was eindeutig für “Agent” spricht. Insofern bleibe ich mal Optimist, nicht nur was die Qualität, sondern auch das tatsächliche Erscheinen angeht.

Beyond: Two Souls

Emotionen, baby! (Foto: Sony)
Emotionen, baby! (Foto: Sony)
  • Geplantes Erscheinen: 2013
  • Floppotential: niedrig
  • Plattformen: PlayStation 3

Für etliche Spieler dürfte die Aussage: “Von den Machern von Fahrenheit und Heavy Rain” vermutlich schon genügen. „Beyond: Two Souls“ erzählt die Geschichte des Protagonistin Jodie Holmes. 15 Jahre ihres Lebens erleben Spieler interaktiv. Wieder wird man den Verlauf der Geschichte und die Beziehung zur immateriellen Entität Aiden beeinflussen können. Die Entwickler versprechen mit diesem interaktiven Drama eine emotionale Achterbahnfahrt sowie eine visuell hochwertige Präsentation. „Cineastisches Storytelling auf Hollywood-Niveau“ – so heißt es in der offiziellen Beschreibung. Superlativen – aber steckt auch Substanz dahinter?

Svens Eindruck: Ich mochte sowohl „Fahrenheit“ als auch „Heavy Rain“ total gerne. Wieso sollte mich dann auch „Beyond: Two Souls“ enttäuschen?

Andys Eindruck: Auch auf die Gefahr hin, dass David Cage der zweite Peter Molyneux wird (nämlich ein talentierter Spiele-Director, der aufgrund von arg überzogenen Phrasen seine Glaubwürdigkeit bei der Spielergemeinschaft immer weiter verliert) – im Falle von “Beyond: Two Souls” stehen alle Weichen auf grün, dass es sich hier erneut um einen Meilenstein des Interactive-Novel-Genres handelt.

Andreas’ Eindruck: „Cineastisches Storytelling auf Hollywood-Niveau“ – blablabla. Ich weiß gar nicht, wie oft ich diese Phrase gelesen habe. Kaum ein Spiel konnte dies erfüllen, auch nicht “Heavy Rain”. Aber ich bin für gute Storys zu haben und deshalb behalte ich das Spiel im Auge.

Sebastians Eindruck: “Fahrenheit” und “Heavy Rain” sind für mich zwei Ausnahmetitel, die zwar nicht alle, aber doch sehr viele Ansprüche des “cineastischen Storytelling” erfüllt – und manche sogar übertroffen – haben. Es gibt keinen Grund, warum das bei “Beyond: Two Souls” nicht so weitergehen sollte.

Destiny

Eine Artwork-Grafik. (Foto: Game7.de)
Eine Artwork-Grafik. (Foto: Game7.de)
  • Geplantes Erscheinen: 2013
  • Floppotential: niedrig
  • Plattformen: PlayStation 3, Xbox 360, PC

Wurde „Destiny“ überhaupt schon offiziell angekündigt? Egal, angeblich soll der erste Teil der neuen Saga der „Halo“-Schöpfer von Bungie in diesem Jahr erscheinen. Die Rede ist von einem neuen SciFi-Universum, das ernsthaft „Star Wars“-Konkurrenz bereiten und auch den MasterChief in den Schatten stellen möchte. Finanziell unterstützt wird Bungie von Activision Blizzard – das Unternehmen hat dank „CoD“ und „WoW“ ja genügend Kleingeld. Und sonst? Raumschiffe, Aliens, epische Kämpfe. Selbst ist man ein junger Ritter, der sich für das Gute einsetzt. Das sagen zumindest die neuesten Gerüchte…

Svens Eindruck: Mit einem gewaltigen Marketing-Aufwand wird “Destiny” schon ein Erfolg. Am besten, es gibt noch einen Kinofilm und eine TV-Serie dazu. Zutrauen würde ich das Activision ja. Sonst erwarte ich hier keine Sensation.

Andys Eindruck: Bungie und Activision Blizzard? Ich verweigere die Aussage, denn da kann nur was Sarkastisches bei heraus kommen – und das könnte wiederum meiner Zukunft in diesem Job eher schaden als nützen…

Andreas’ Eindruck: “Halo” juckt mich nicht Bohne und ist für mich so etwas wie der Nespresso unter den Shootern: ein Riesenhype, aber nix dahinter. Insofern lässt mich das neue Spiel der “Halo”-Erfinder ziemlich kalt.

Sebastians Eindruck: Als XBox-Verweigerer kenne ich “Halo” nicht mal, aber ein bisschen gespannt schau ich schon auf Bungie’s Emanzipation vom Master Chief-Erbe.

Double Fine Adventure

Details? Kommen sicher früher oder später... (Foto: Double Fine)
Details? Kommen sicher früher oder später… (Foto: Double Fine)
  • Geplantes Erscheinen: 2013
  • Floppotential: niedrig, da bereits finanziert
  • Plattformen: PC, Mac, Linux, iOS, Android

Die Gelehrten streiten sich noch, ob Kickstarter nun das “Wort des Jahres“ oder das “Unwort des Jahres“ sei – bezogen auf Video- und Computerspiele. Fakt ist: Es hat für Aufsehen gesorgt. Schuld daran hat Double Fine, weil nun dank Kickstarter ein neues Point’n’Click-Adventure unter der Leitung von Tim “Day of the Tentacle“ Schafer entsteht. 400.000$ Spenden wollten sie haben, über drei Millionen haben sie bekommen. Die ersten Auswirkungen: Das eigentlich für Ende 2012 versprochene Werk wurde auf 2013 geschoben. Darüber hinaus ist bislang gar nicht so viel bekannt. Zwar werden fleißig Videos gedreht, die dokumentarisch die Produktion des Spiels festhalten. Aber dort wird mehr der Ablauf geschildert anstatt konkrete Details verraten. Hier mal ein Artwork, dort mal ein Holzfäller als Spielfigur… das war’s.

Andys Eindruck: Die Sache mit “Giana Sisters Twisted Dreams“ ging erfreulich gut aus, aber darüber hinaus mehrt sich meine Skepsis gegenüber den enthusiastisch gestarteten Kickstarter-Projekten. Ich vertraue immer noch auf das Können von Tim Schafer und Ron Gilbert – aber bislang habe ich in den Dokumentarvideos enttäuschend wenig vom eigentlichen Spiel gesehen. Dabei sollte es ursprünglich mal 2012 erscheinen…

Svens Eindruck: Klar, ich traue Double Fine ebenfalls ein gutes Spiel zu, aber wird es ein neuer Genre-Meilenstein? Ich bin skeptisch. Die Entwickler müssen sich aber nicht sorgen, sie haben ja schon Geld vorgeschossen bekommen….

Andreas’ Eindruck: Ein Adventure von den ollen Haudegen, die “Monkey Island” gemacht haben? Her damit! Da würde ich sogar meine aktuelle Abneigung gegenüber Point’n’Click Adventures verlieren. Und ich will sehen, ob Double Fine ein vernünftiges Kickstarter-Project durchzieht oder nur Kohle verbrennt.

Sebastians Eindruck: Den Meilenstein erwarte ich gar nicht. Aber die Rückkehr zum guten, alten Point’n’Click-Feeling könnte den Herren Schafer und Gilbert bitte doch mal gelingen…

Don’t Starve

Gestatten, mein Mame ist Wilson. Kammerjäger und Weltenbauer. (Bild: Klei)
Gestatten, mein Name ist Wilson. Kammerjäger und Weltenbauer. (Bild: Klei)
  • Geplantes Erscheinen: März 2013
  • Floppotential: gering
  • Plattformen: PC

Roguelikes sind so etwas wie die Millitärshooter der Indie-Szene: Habt ihr einen gespielt, kennt ihr sie alle. Klei Entertainment, die in diesem Jahr mit dem hervorragenden “Mark of the Ninja” einen Überraschungshit feierten, will an diesem Boom teilhaben und wirft das Open-World-Abenteuer ins Rennen um das härteste Indiespiel des nächsten Jahres. Im Bleistift-Look stolziert ihr als “Wilson” durch eine surreale Landschaft, baut Rohstoffe ab, bastelt Werkzeuge und flüchtet nachts an euer Lagerfeuer. Ansonsten wird es nämlich ziemlich ungemütlich. Wer jetzt an “Minecraft” denkt, liegt bestimmt nicht falsch, nur dass es hier eine ganze Ecke schwerer ist zu überleben. Typisch Roguelike eben.

Andreas’ Eindruck: Ein “Minecraft”-Roguelike im Tim Burton-Stil. Allerdings schwingt bei Klei wieder einmal die Gefahr mit, dass die Spieler eher “Stil, statt Substanz” erwartet. Ich erinnere da an die beiden “Shank”-Spiele. Das Genre hat für mich langsam seinen Charme verloren. Ich bin skeptisch, aber lasse mich gerne überraschen.

Sebastians Eindruck: Interessiert mich leider überhaupt nicht, weswegen ich wohl nicht mal den Stil würdigen werde können.

Svens Eindruck: Ich bin kein großer Freund von “Minecraft”-Konzepten. Aber der Stil gefällt mir und die Spiele von Klei Entertainment sagten mir bisher auch zu. Von daher – why not?

Andys Eindruck: Da ist die Frage: War nun “Shank” oder “Mark of the Ninja” die Ausnahme? Das Konzept fand ich noch nie besonders aufregend, dafür gefällt mir der Grafikstil ungemein.

ibb and obb

ibb and obb stellt die Gesetze der Schwerkraft auf den Kopf. (Bild: Sparpweed)
ibb and obb stellt die Gesetze der Schwerkraft auf den Kopf. (Bild: Sparpweed)
  • Geplantes Erscheinen: 2013
  • Floppotential: mittel
  • Plattformen: PSN, PC

Sparpweed wollen mit “ibb and obb” die Jump’n’Run-Welt auf den Kopf stellen. Im Grunde genommen sieht hier alles so kunterbunt aus wie bei “Super Mario” & Co. Ihr hüpft im Koop durch die Spielwelt, aber ständig öffnen sich kleine Löcher in der Erde, und einer von euch muss auf die “andere Seite”, um den Weg frei zu machen. Dummerweise sind dort die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft gesetzt. Klingt simpel – und so soll es nach den Machern auch sein: leicht zu lernen, aber schwer zu meistern. Die Rotterdamer versprechen einen minimalistischen Plattformer für PC und PSN. Fun-Fact: Die Namen der beiden Protagonisten haben sich Sparpweed aus dem Fantasy-Krimi “Im Brunnen der Manuskripte” von Jasper Fforde geliehen.

Andreas’ Eindruck: “ibb and obb” ist einer dieser kleinen Indie-Titel, die durch einen originellen Look und eine simple, aber geniale Spielidee überzeugen. Die Physik-Rätsel dürften recht knackig werden.

Sebastians Eindruck: Das könnte doch wirklich mal wieder etwas Frischluft ins arg übersäuerte und Super Mario-hörige Jump’n Run-Genre bringen. “ibb and obb” halte ich auf jeden Fall im Auge…

Svens Eindruck: Wenn ich mir das so anschaue, hebt mich das als “Mario”-Fan in keiner Weise an. Physik-basierte Rätsel? Koop? Bäh, das möchte ich beides NICHT bei einem zünftigen Jump&Run.

Andys Eindruck: Bin ich der Einzige, der von solchen Denk/Jump’n’Run-Mixes gesättigt ist? Ja, die Idee hört sich auf den ersten Blick knuffig an. Doch ich kenne genügend ähnliche Konzepte, deren Spielspaß mit dem Leveldesign steht wie fällt. Deshalb bin ich mal vorsichtig skeptisch.

Ni no Kuni

In Japan längst erhältlich. (Foto: Namco Bandai)
In Japan längst erhältlich. (Foto: Namco Bandai)
  • Geplantes Erscheinen: 25. Januar 2013
  • Floppotential: hoch (in Europa)
  • Plattformen: PlayStation 3

Japanische Rollenspiele sind tot? Jedenfalls geht es ihnen qualitätstechnisch weniger gut, als den bereits vermeintlich zu Grabe getragenen Point’n’Click-Adventures der heutigen Tage. Will sagen: Nur weil ein Genre mal am Schwächeln ist, kann trotzdem das nächste Hoch schnell folgen. Im Falle von “Ni no Kuni“ stehen die Zeichen auf grün: Ein renommierter Entwickler namens Level 5 (“Dragon Quest 8 – 10“, “Professor Layton“) kooperiert mit Studio Ghibli , der wohl talentiertesten Zeichentrickmaschinerie Japans (“Chihiros Reise ins Zauberland“, “Ponyo“), um ein verboten schönes, sowie märchenhaft wirkendes Rollenspiel zu zaubern. Alle Beteiligten haben (wenn überhaupt) allenfalls leicht mit ihren jeweiligen Werken enttäuscht. Den ersten Videos nach müsste das Spiel grafisch ein Traum für Anime- und J-RPG-Fans sein. Obwohl die Urfassung bereits 2011 für Nintendo DS erschien, lehrt die ebenfalls bereits knapp ein Jahr alte PlayStation 3-Konvertierung der Eye-Candy-Konkurrenz das Fürchten. Der Soundtrack von Joe Hisaishi (laut Andy mit gebührendem Abstand der beste und professionellste Filmmusiker Japans) hat gar schon einige Preise eingeheimst und auch ansonsten war die Fachpresse im fernen Osten sehr angetan.

Andys Eindruck: Ganz ehrlich – das sieht dermaßen gut aus, da würde ich sogar spielerischen Unfug in Kauf für nehmen. Gleichwohl sollte Level 5 für die nötige spielerische Qualität sorgen. Die Rettung für das J-RPG-Genre?

Svens Eindruck: Die Videos sehen toll aus, aber ich hab ja ein wenig Angst vor japanischen Rollenspielen. Sei’s drum – “Ni no Kuni” war in Japan schon ein Erfolg. Nur in der westlichen Welt ist die J-RPG-Fanbase vermutlich aufgrund zahlreicher Enttäuschungen ziemlich geschrumpft. Daher ist das Floppotentential sicher recht hoch…

Andreas’ Eindruck: Es ist ewig her, dass ich ein klassisches JRPG gespielt habe. Ist mir alles viel zu knuddelig. Mittlerweile hat das Genre aber so etwas wie einen Außenseiter-Bonus. Das reizt mich wiederum.

Sebastians Eindruck: Ein Bild von einem Spiel, und allein daher schon jeden Blick wert. Ob’s denn dann auch spielerisch dem JRPG neue Impulse geben kann, bezweifle ich noch ein wenig!

Remember Me

Nilin bewundert das Paris der Zukunft
Nilin bewundert das Paris der Zukunft (Foto: Capcom)
  • Geplantes Erscheinen: Frühling 2013
  • Floppotential: relativ hoch
  • Plattformen: PC, Xbox 360, PlayStation 3

Paris im Jahre 2084: Der Gedankenjägerin Nilin wird von ihren früheren Arbeitgebern von “Memoreyes” das Gedächtnis gelöscht. Um dem Grund für diese ruppige Arbeitsmaßnahme zu erfahren, greift sie im Spielverlauf nicht nur auf konventionelle Hau-Drauf- und Schleich-Methoden zurück. Vielmehr nutzt sie ihre besondere Fähigkeit, die Erinnerung von Menschen zu verändern, um somit Abläufe in der Gegenwart signifikant zu verändern. Die bislang noch eher unbekannten Entwickler von Dontnod Entertainment sprechen davon, dass durch diese Eingriffe in das Gedächtnis von im Spiel handelnden Personen über 50.000 Handlungsvarianten möglich sein werden.

Sebastians Eindruck: “Remember me” steht und fällt mit dem potentiell genialen Element des Eingriffs in Erinnerungen.

Svens Eindruck: 2012 führte Capcom mit “Dragon’s Dogma” und “Asura’s Wrath” zwei neue Marken ein – recht erfolgreich dank guter Spielideen und einer entsprechenden Qualität. Also bin ich mal optimistisch und hoffe, dass “Remember me” neben einem reizvollen Ansatz auch spielerisch überzeugen kann.

Andys Eindruck: Die Idee hört sich interessant, aber auch schwammig an. Es zeigt immerhin, dass sich Capcom in der Tat zum “dicksten” Publisher mit dem “größten” Mut gemausert hat – siehe allein “Ghost Trick Phantom Detective”. Deshalb steht und fällt es in der Tat mit dem Können der Entwickler, die leider ein völlig unbeschriebenes Blatt sind… und dazu auch noch Franzosen…

Andreas’ Eindruck: Es war eine der größten Überraschungen der Gamescom 2012. Ähnlich wie die Kollegen lobe ich den Mut von Capcom verstärkt auf neue Marken zu setzen. “Remember me” hat allerdings eher das Potential zum Kritikerliebling als zu einem großen Verkaufshit.

Tearaway

Darf ich vorstellen - iota (nicht verwandt oder verschwägert mit Sackboy)
Dürfen wir vorstellen – iota (nicht verwandt oder verschwägert mit Sackboy) (Foto: Sony)
  • Geplantes Erscheinen: 2013
  • Floppotential: hoch
  • Plattformen: PlayStation Vita

Die “Little Big Planet”-Macher von Media Molecule haben ein neues Jump’n’Run in der Pipeline, welches exklusiv für die PS Vita erscheinen wird. Bei dem Versuch, den Helden iota durch die ungewöhnliche Stoff- und Papierwelt zu geleiten, sollen die besonderen Steuerungsmechanismen von Sony’s Handheld-Konsole voll zur Geltung kommen. So reißt der Spieler Löcher in Hindernisse oder verformt die Spielwelt zu Plattformen. Es darf außerdem davon ausgegangen werden, dass die Community wieder vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten erhält, um das Spiel weit über den mitgelieferten Inhalt hinaus am Leben zu erhalten.

Sebastians Eindruck: “Tearaway” könnte endlich das Spiel werden, welches die Vita aus der Bedeutungslosigkeit holt – oder sie für immer dahin verdammt!

Svens Eindruck: So sehr ich die PlayStation Vita auch mag – langsam glaube ich nicht mehr an den großen Durchbruch der Konsole. Klar, “Tearaway” klingt reizvoll, wird die Handheld-Konsole aber auch nicht retten können. Übrig bleibt vermutlich wieder ein schönes Erlebnis von Media Molecule. Vita-Besitzer freut’s…

Andys Eindruck: Kunst hin oder her, aber das hier sieht einfach nur hässlich und unattraktiv aus. Media Molecule ist ein toller Entwickler, keine Frage. Aber ich frage mich ernsthaft, wie die PR-Abteilung von Sony das Ding hier gescheit vermarkten möchte… Und das es der verkaufstechnische Heilbringer für die Vita wird, daran glaub ich schon mal gar nicht.

Andreas’ Eindruck: “Warum erst jetzt?” werden sich viele Vita-Fans fragen. “Tearaway” hätte das Zeug zu einem Launchtitel gehabt, aber Sony und Media Molecule haben den richtigen Zeitpunkt verpennt. Vita-Fans werde es lieben, aber der Rest der Welt wird den Release nicht mal mehr bemerken.

The Last of Us

  • Geplantes Erscheinen: 2013
  • Floppotential: sehr gering
  • Plattformen: Playstation 3

Die PlayStation 3 verabschiedet sich mit einem Knall. Das Survival-Abenteuer “Last of Us” von den “Uncharted”-Erfindern “Naugthy Dog” dürfte neben “God of War: Ascension” und “Beyond: Two Souls” der letzte große Exklusiv-Titel für die Sony-Konsole werden. Die Handlung spielt in einer nahen Zukunft – nachdem die Menschheit von einer Seuche arg dezimiert wurde. Alle Überlebenden stehen unter strenger Beobachtung des Militärs, das kompromisslos versucht, die Seuche unter Kontrolle zu bringen. Ihr schlüpft in die Rolle eines Abenteurers, der ein junges Mädchen in Sicherheit bringen will. Es wird ein Road-Trip durch die Postapokalypse, eine Flucht vor verseuchten Killern und brutalem Millitär.

Andreas’ Eindruck: Ich erwarte nicht weniger als das Spiel des Jahres. Alles, was ich bisher gesehen habe, deutet auf ein “erwachsenenes” Abenteuer mit einer tollen Story und interessanten Figuren hin. Vielleicht das bessere, weil komplette “I am Alive”?

Sebastians Eindruck: Bislang hatte ich “Last of Us” eigentlich als Versuch von Naughty Dog angesehen, auch mal wieder ein Spiel ohne Nathan Drake produzieren zu können. Insofern erwarte ich nicht unbedingt das Spiel des Jahres, wohl aber einen Beweis dafür, dass die bösen Hunde auch ohne “Uncharted” immer noch bellen können!

Svens Eindruck: Bei “Uncharted 3″ war bei mir schon etwas die Luft raus, was keinesfalls an den Figuren und der Story, vielmehr aber am Spielkonzept lag. “The Last of Us” ist hoffentlich der Ausweg aus der Sackgasse, in der sich die Entwickler zu befinden scheinen. Ihr glaubt gar nicht, wie scharf ich auf dieses Spiel bin….

Andys Eindruck: Ich stimme Andreas zu – wenn ein Spiel nach GOTY 2013 schreit, dann dieses hier. Und das ist ‘ne gefährliche Bürde, denn das Spiel kann kaum mehr überraschen, sondern läuft Gefahr aufgrund der hohen Erwartungshaltung zu enttäuschen. Aber alles bisher Gezeigte ist einfach zu gut, um zurück auf den Boden der Tatsachen kehren zu wollen…

The Rabbit’s Apprentice

Das neue Werk von Daedalic. (Foto: Daedalic)
Das neue Werk von Daedalic. (Foto: Daedalic)
  • Geplantes Erscheinen: Sommer 2013
  • Floppotential: mittel
  • Plattformen: PC

Wenn man eine Skala aufstellen würde, welche auf der einen Achse den Bekanntheitsgrad eines Spiels und auf der anderen Seite dessen Qualität anzeigt, dann würde “What Makes You Tick – A Stitch in Time“ als besonders krasser Außenseiter auffallen. Technisch simpel und ohne Sprachausgabe, gehört das klassische Point’n’Click-Adventure in Punkto Geschichte sowie Rätseldesign zu den stärksten Vertretern seiner jüngeren Zunft. Verantwortlich für diesen Geheimtipp unter den Geheimtipps ist ein Mann namens Matthias Kempke. Und der hat sich nun mit niemand geringeren als den Jungs von Daedalic Entertainment zusammengeschlossen, um gemeinsam “The Rabbit’s Apprentice“ aus der Taufe zu heben. Das Spiel sollte eigentlich schon 2012 erscheinen, wurde aber mittelfristig gut um ein halbes Jahr verschoben – uns soll’s recht sein, wenn es dem Endprodukt dient. Und worum geht es? Um einen Jungen, der bei seinen Ambitionen als Zauberlehrling versehentlich in einer magischen Welt mit dem niedlichen Namen Mauswald landet. Ansonsten ist nicht viel bekannt, außer dass die ersten veröffentlichten Bilder fatal an “The Whispered World“ erinnern.

Andys Eindruck: Bitte lasst das gut und erfolgreich werden. Matthias Kempke hat jede Aufmerksamkeit verdient und hätte bei seinem ersten Vorgängerspiel nur das nötige Budget gebraucht, um einen unvergesslichen All-Time-Classic zu schaffen. Und genau das Geld hat er jetzt dank Daedalic…

Svens Eindruck: Ich zweifle nicht daran, dass Daedalic hier wieder ein tolles Abenteuer erschafft. Nach den letzten Spielen der Hamburger muss ich für ein positives Gefühl nicht naiv sein. Wirklich interessieren tut mich der Titel aber nicht.

Andreas’ Eindruck: Ohne Kollege Andy nahe treten zu wollen. Das ist nix für mich. Objektiv betrachtet bürgt Daedalic im Genre für Qualität. In diesem Sinne: für Fans.

Sebastians Eindruck: Die Daedalic-Jungs werden sich schon was dabei gedacht haben, den Herrn Kempke bei seinem neuen Werk zu unterstützen. Insofern gehe ich von gewohnt guter Qualität aus, von welcher sich aber wohl nur echte Adventure-Fans überzeugen werden.

Watch Dogs

Wachhunde der Zukunft bei der Arbeit (Foto: Ubisoft)
Wachhunde der Zukunft bei der Arbeit (Foto: Ubisoft)
  • Geplantes Erscheinen: Herbst 2013
  • Floppotential: niedrig
  • Plattformen: PC, Xbox 360, PlayStation 3

Ubisoft bewegt sich abseits von ausgelatschten “Assassin’s Creed”- und “Far Cry”-Pfaden und bringt mit “Watch Dogs” einen neuen, eigenständigen Titel heraus. Das Open-World-Action-Adventure geht von der nicht allzu abwegigen Zukunftsvision einer total vernetzten Welt aus, in dem Supercomputer jeden Aspekt des Alltags kontrollieren und protokollieren. Durch exzessives Hacken soll es dem Spieler möglich sein, die Mechanismen der Welt für sich zu nutzen. So kann beispielsweise der Berufsverkehr mittels Manipulation der Ampeln lahmgelegt oder fremde Bankkonten zur persönlichen Bereicherung leer geräumt werden. In Sachen Handlung haben die Entwickler zwar noch wenig Konkretes verlauten lassen, doch wird eine zentrale Frage wohl sein, wer denn letztendlich diese Supercomputer kontrolliert.

Sebastians Eindruck: Der Teaser-Trailer macht Lust auf mehr, aber noch ist zu wenig bekannt, um sich wirklich uneingeschränkt freuen zu können.

Svens Eindruck: Ubisoft trommelt schon die Werbetrommel, mit einem Hype wird alles zum Erfolg. Für mich klingt das Thema ziemlich ausgelutscht und wenig aufregend. Ich wette, dass die ganzen Elemente eh aus “Assassin’s Creed” und “Far Cry” stammen werden….

Andys Eindruck: Für mich das “Dishonored 2013″ – also so mit der vielversprechendste Titel, von dem man eigentlich gar nicht wirklich weiß, was man erwarten soll. Das Setting hört sich sicherlich für viele interessant an, aber auch in meinen Augen arg kalkuliert nach der Masche “Darauf stehen die Spieler bestimmt!!!”, anstatt dass die Entwickler ihr eigenes Wunschbaby auf die Beine stellen.

Andreas’ Eindruck: Wohl keiner hat im letzten Jahr mit der Ankündigung dieses Spiels gerechnet. Die Idee hinter dem Hacker-Abenteuer klingt für mich ungeheuer reizvoll, aber ich traue den “Far Cry 3″- und “AC”-Machern keinen revolutionären Titel zu.

Und auf welche Spiele freut ihr euch 2013?

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Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 30. Dezember 2012

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