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Filme 2013: Aber bitte kein Sequel?!

Geschrieben von Sven
Filme 2013: Aber bitte kein Sequel?!

Das neue Jahr steht wieder im Zeichen der Sequels und Reboots. Die Filmkonzerne gehen eben keine unnötigen Risiken ein. Das ist natürlich nicht zwangsläufig dramatisch, schließlich freuen wir uns ALLE auf „Alf“, „Bad Santa 2“, „Bill & Ted 3“, „Baywatch“, „Robocop“, „Police Academy“, „Popeye“, „Stirb langsam 5“, „Star Trek into Darkness“, „Thor 2“, „Man of Steel“…und so weiter, und so fort. Ja, sehr viel Murks wird wieder belebt und fortgeführt. Aber freilich viele gute Sachen, so ist’s ja nicht!

Und es gibt sie – die frischen, vielleicht mutigen oder kleineren Produktionen. Wir haben einige Kandidaten herausgepickt, die ausnahmsweise nicht auf einer Lizenz oder einem Vorgänger basieren. So leicht wie bei den Spielen 2013 war das allerdings nicht…

After Earth

Neue, alte Erde. (Foto: Sony Pictures)
Neue, alte Erde. (Foto: Sony Pictures)
  • Kinostart: 13. Juni 2013
  • Regie: M. Night Shyamalan
  • Floppotential: mittel

Vor 1000 Jahren verließen die Menschen die Erde, um auf Nova Prime ein neues Leben zu beginnen. Auch der General Cypher Raige (Will Smith) lebt dort mit seiner Familie, zu der er kein gutes Verhältnis mehr besitzt. Doch das Schicksal bringt ihn und seinen Sohn Kitai (Jaden Smith) zurück auf den blauen Planeten. Durch einen Asteroidenhagel wird Cypher schwer verletzt, jetzt muss Sohnemann auf dem ihm fremden Himmelskörper Hilfe suchen. Endlich sieht der 13-jährige Junge seine Chance, in die Fußstapfen des Vaters zu treten und ihn auch noch zu retten.

Svens Eindruck: Ach, ich weiß nicht. Will und Jaden Smith wieder zusammen in einem Film? Und dann noch vom Goldene Himbeere-Absahner Shyamalan? Auch die Story klingt ziemlich kitschig…

Andys Eindruck: Ich gebe nicht auf… M. Night Shyamalan kann (!) Regie führen, das weiß ich. Ja, seine Filme sind Stück für Stück schlechter geworden. Aber irgendwann muss dieser „Trend“ mal aufhören. Meine größte Hoffnung: Endlich verfilmt der Mann mal nicht sein eigenes Drehbuch – und Stephen Gaghan („Traffic“, „Syriana“) besitzt ein außergewöhnliches Talent als Schreiberling.

Andreas‘ Eindruck: Ui, Shyamalan. Das wird entweder große Klasse oder einfach nur Müll. Smith wird mal wieder den Erlöser spielen und seinen Sohn als Nachfolger präsentieren. Mal sehen, ob die Story so langweilig ist wie der Plot oder ob es am Ende wieder den berüchtigten Shyamalan-Twist geben wird.

Sebastians Eindruck: Man muss Shyamalan lassen, dass er wirklich die Abwechslung sucht, auch wenn seine Genialität in den letzten Werken kaum mehr aufgeblitzt ist. Ob dieser schon fast Blockbuster-ähnliche Sci-Fi-Streifen wohlige Erinnerungen an „Sixth Sense“ aufkommen lässt, bezweifle ich irgendwie noch.

Elysium

  • Kinostart: 29.08.2013
  • Regie: Neill Blomkamp
  • Floppotential: mittel

Matt Damon lässt die Sau raus. Das könnte man zumindest aufgrund der ersten Bilder aus Neill Blomkamps Sci-Fi-Thriller „Elysium“ vermuten. Klar, in den „Bourne“-Filmen hat Damon Nehmer-Qualitäten bewiesen, aber mit dicker Wumme und Glatze? Die Story: Im Jahr 2159 gibt es eine Zweiklassengesellschaft. Die Reichen leben in der Raumstation Elysium im Weltraum und beuten die Armen auf der Erde aus. Matt Damon spielt einen Ex-Verbrecher, der einen zwielichtigen Auftrag annimmt, der dieses System für immer verändern könnte. Mehr weiß man über die Story nicht. Außer ein paar Szenen, die auf der der diesjährigen Comic Com gezeigt wurden, und einem viralen Video inklusive Website, gibt es keine weiteren Informationen. Regisseur Blomkamp hat mit dem Überraschungshit „District 9“ bewiesen, dass er intelligente SF-Geschichten im Action-Gewand erzählen kann und das lässt hoffen. Zumindest scheint Produzent Sony große Stücke auf den Film zu halten und hat den den Filmstart vom März in den Blockbustermonat August verlegt. Neben Damon spielen Jodie Foster und der „District 9“ – Star Sharlto Copley mit.

Andreas‘ Eindruck: „Metropolis“ trifft auf „System Shock“ – vermute ich zumindest. Auch wenn mein Wunsch nicht in Erfüllung geht, ist „Elysium“ mein persönlicher SF-Film-Favorit 2013.

Sebastians Eindruck: „District 9“ war eine faustdicke, positive Überraschung und Matt Damon ist ohnehin eine meiner Lieblinge auf der Leinwand – warum sollte das also nicht ein toller Film werden?

Svens Eindruck: Matt und „District 9“-Macher Blomkamp? Puh, noch bis August 2013 warten? So ein Mist aber auch! Kurz: Das wird es Großes, da bin ich sicher!

Andys Eindruck: Ich stimme in den Tenor mit ein: Neill Blomkamp gehört zu den talentiertesten Regisseuren seiner Generation, was er allein mit „District 9“ bewiesen hat. Und „Elysium“ hört sich nach einem sehr vielversprechenden Nachfolgeprojekt an.

Epic – Verborgenes Königreich

Dieses Flugreittier beeindruckt auch farblich (Bild: 20th Century Fox)
Dieses Flugreittier beeindruckt auch farblich (Bild: 20th Century Fox)
  • Kinostart: 16. Mai 2013
  • Regie: Chris Wedge
  • Floppotential: hoch

Die „Ice Age“-Macher haben offenbar genug von Sid, Manny, Diego und Scrat, weswegen sie mit „Epic“ auch stilistisch einen anderen Ton einschlagen. Wir haben es zwar immer noch mit einem Animationsfilm zu tun, doch dessen Technik sieht schon jetzt um einiges beeindruckender als die eisigen Ausflüge zuvor aus. Auch dürfte die Humorkomponente zugunsten der eingebauten Massenschlachten zwischen Gegner und Beschützer eines Fantasywaldes wohl etwas zurückstehen. Der Titel ist auf jeden Fall Programm, denn neben der Rettung der bereits erwähnten märchenhaften Baumansammlung,  muss Protagonistin Mary Katherine auch mal eben unsere Welt vor dem Untergang bewahren, denn das hängt natürlich alles miteinander zusammen! Wenn das mal nicht „episch“ ist…

Sebastian’s Eindruck: Da wird schon im Vorfeld ziemlich dick auf den Putz gehauen und gleichzeitig übermäßig klar gestellt, dass „Ice Age“ der Vergangenheit angehört. Allerdings sieht das bislang eher wie „gut zusammengeklaut“ als wirklich originell aus, weswegen der Funke noch nicht so ganz überspringen will.

Andreas‘ Eindruck: Puh, ein Öko-Märchen von den „Ice-Age“-Machern ist mir dann doch zu viel des Guten. Klingt alles nach Schema-F, und ich tippe mal auf den Animations-Flop 2013.

Svens Eindruck: Mir war es schon immer ein Rätsel, wieso die Leute auf „Ice Age“ stehen. Klar, nette Unterhaltung – aber großes Kino? Folglich sind meine Erwartungen hier recht niedrig, wirklich ansprechend ist das Thema für mich bisher auch nicht.

Andys Eindruck: Gestern im Rahmen von „Life of Pi“ den Trailer gesehen – und der war einfach nur doof. Chris Wedge hat mich nur einmal überzeugt, mit seinem Oscar-prämierten Kurzfilm von anno schlag-mich-tot. Ergo erwarte ich hier nichts.

Lincoln

Ein biographisches Drama. (Foto: 20th Century Fox)
Ein biographisches Drama. (Foto: 20th Century Fox)
  • Kinostart: 24. Januar 2013
  • Regie: Steven Spielberg
  • Floppotential: mittel

Was mag Steven Spielberg noch zu leisten? Viele seiner Fans bescheinigen ihm seit Jahrzehnten, er hätte seiner ursprünglichen Passion für solch Blockbuster wie “Der weiße Hai“ oder “Indiana Jones“ längst zwecks Gier nach Acadamy-Award-Auszeichnungen den Rücken zugekehrt. Auch “Lincoln“ schreit geradezu nach “Oscar!!!“, allein wenn man sich mal die Schauspielerriege anschaut. Daniel Day-Lewis spielt Abraham Lincoln, den mutmaßlich beliebtesten amerikanischen Präsidenten bis dato? Da braucht man keine Wahrsagerkugel mehr. Stellt sich also mehr die Frage: Ist der Film reines Award-Futter oder auch unabhängig davon wirklich gut? Ähnlich wie im Falle von “Zero Dark Thirty“ sind die Stimmen aus den USA sehr positiv, gerade im Vergleich zum zuletzt eher ambivalent aufgenommenen “Die Gefährten“. Dass Spielberg “intelligentes Hollywood“ kann, hat er schließlich mit “Schindlers Liste“ oder “Der Soldat James Ryan“ gezeigt. Nur die oben beschriebenen Fans dürften wohl kein “E.T.“ oder dergleichen mehr von dem 66 Jahre alten Mann erwarten…

Andys Eindruck: Ich bin nicht einer der “Spielberg-hat’s-nicht-mehr-drauf!“-Sager – gehört doch das gar nicht mal so alte “München“ zu meinen Lieblingsfilmen von ihm. Insofern glaube ich schon, dass “Lincoln“ richtig gut sein könnte – nur reizt mich das Thema als Nicht-Amerikaner irgendwie gar nicht.

Svens Eindruck: Spielberg und Lincoln? Puh, interessiert mich ebenfalls nicht. Beides, übrigens. Ich sah vor ein paar Monaten wieder mal „E.T.“ – das muss für die nächsten 20 Jahre Spielberg reichen.

Andreas‘ Eindruck: Steven Spielberg verfolgt mich fast mein ganzes Leben, von der Kindheit über meine Magisterarbeit bis heute. In meinen Augen ist er einer der filmästhetisch besten Filmemacher Hollywoods, der leider zu sehr auf das Wohlwollen des Publikums schielt. Mit „Lincoln“ will er sich mal wieder bei den Oscars anbiedern? Hm, ich bin trotz der vielen guten Kritiken unschlüssig.

Sebastians Eindruck: Ich traue Steven Spielberg immer einen guten Film zu, weil er das über die gesamten Jahrzehnte seines Schaffens stets bewiesen hat. Ob es dieser Film allerdings auch außerhalb der USA zu großer Popularität bringt, möchte ich anhand des speziellen Themas doch etwas anzweifeln…

Oblivion

Viel mehr Bilder als dieses schicke Poster gibt's noch nicht (Bild: Universal)
Viel mehr Bilder als dieses schicke Poster gibt’s noch nicht (Bild: Universal)
  • Kinostart: 11.04.2013
  • Regie: Joseph Kosinski
  • Floppotential: hoch

Im neuesten Film des „Tron: Legacy“-Regisseurs Joseph Kosinski spielt Tom Cruise den Soldaten Jack Harper zu einer Zeit, in der die Menschheit nur noch über den Wolken leben kann, da die Erde durch den andauernden Krieg mit den außerirdischen Scavs unbewohnbar ist. Als Harper während eines Einsatzes zur Erdoberfläche auf die Trümmer eines Raumschiffs stößt und dort eine mysteriöse Frau findet, setzt das eine Reihe von Ereignissen in Gang, die ihn plötzlich alles in Frage stellen lässt, was er über den Krieg und das Schicksal der Erde gewusst zu haben glaubt. Zur Seite stehen Mr. Cruise bei diesem Sci-Fi-Spektakel noch der altehrwürdige Morgen Freeman, sowie Bond-Girl und „Hitman“-Mimin Olga Kurylenko.

Sebastians Eindruck:  Cruise als Schauspieler konnte mich eigentlich meist überzeugen, und Morgan Freeman ist ohnehin über alle Zweifel erhaben. Allerdings habe ich trotzdem so meine Zweifel mit diesem Sci-Fi-Spektakel, das fast gezwungen intelligente Action darbieten will und sich dadurch so sehr verkopfen könnte, dass es letztendlich stinklangweilig wird.

Andreas‘ Eindruck: Der olle Cruise will es anscheinend nochmal wissen. Nach „Jack Reacher“ wagt er sich im Herbst seiner Action-Karriere also an eine neue „Marke“. Regisseur Kosinski verspricht zumindest optische Qualität, inhaltlich droht aber viel Leerlauf. Da der Name „Cruise“ an der Kinokasse nicht mehr zieht, stehen die Zeichen auf Flop.

Svens Eindruck: Wieso werde ich das Gefühl nicht los, als stünde „Oblivion“ in Zusammenhang mit dem Scientology-SciFi-Murks „Battlefield Earth“? Statt John Travolta gibt’s halt jetzt Tom Cruise? Wenn das der Fall sein sollte – NEIN DANKE! Davon abgesehen war „Tron Legacy“ eigentlich auch ziemlicher Mist…

Andys Eindruck: Ich mochte „Tron Legacy“ für das, was es sein wollte. Aber das hier hört sich bereits nach anderthalb Sätzen nach uninspiriertem Bla-Bla an.

Pacific Rim

  • Kinostart: 18.Juli 2013
  • Regie: Guilermo del Toro
  • Floppotential: gering

Riesige Monster tauchen aus dem Meer auf und wollen die Erde vernichten. Also macht sich Godzilla von einer kleinen Insel auf…nee, Moment mal! Das ist ja kein billiger Japano-Trash im Gummi-Outfit! Stattdessen basteln sich in Guillermo del Toros filmischer „Rampage“-Variante die Menschen ihre eigenen Stahlkollosse und ziehen in den Krieg. Transformers meets Chtulhu meets Godzilla. Del Toros Film ist schon seit einiger Zeit in der Produktion und hat den Vorzug vor der Lovecraft-Adaption „At the Mountains of Madness“ bekommen. Der erste Trailer lässt ein Teenie-taugliches Hack’n-Slay-Fest mit viel Spektakel und markigen Sprüchen erwarten. Braucht Del Toro das Geld oder steckt hinter der plumpen Oberfläche doch mehr?

Andreas‘ Eindruck: Transformers mit Stil. Der Plot ist so schlecht, dass der Film eigentlich genial werden muss. Außerdem spielt Idris Elba mit.

Svens Eindruck: Ja toll, Idris Elba spielt mit. Also Luther? Hihi. Jedenfalls stößt mich der erste Trailer von „Pacific Rim“ kurioserweise total ab. Von Del Toro hatte ich jetzt schon mehr als Transformers aus der Tiefsee erwartet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das was wird…

Sebastians Eindruck: Der Plot klingt – milde gesagt – ziemlich dämlich, aber irgendwie traue ich Del Toro es schon zu, hieraus einen doch sehenswerten Film zu machen.

Andys Eindruck: Idris Elba ist vielversprechend, aber man sollte nie zu viel von TV-Schauspielern erwarten, die den Sprung auf die Kinoleinwand machen (ich blicke da ganz streng auf Bryan Cranston und seinem „Total-Recall“-Klogriff). Und zu Guillermo del Toro habe ich eher ein sehr gespaltenes Verhältnis: Bin kein „Hellboy“-Fan und „Pan’s Labyrinth“ war zwar zu 90% ganz großes Kino, aber auch zu 10% unnötig brutal. Die Nase-Zertrümmer-Szene verzeihe ich ihm bis heute nicht.

Sightseers

  • Kinostart: 28.02.2013
  • Regie: Ben Wheatley
  • Floppotential: hoch
"Sightseers": Urlaub mit Hindernissen. (Bild: MFA)
„Sightseers“: Urlaub mit Hindernissen. (Bild: MFA)

In „Down Terrace“ trafen die sarkastischen Sozialdramen eines Mike Leigh auf die „Sopranos“, und in „Kill List“ wandelte sich ein Hitman-Thriller in einen Horrorschocker. Beide Filme machten Ben Wheatley zu einem Geheimtipp unter den Regisseuren Großbritanniens. In „Sightseers“ startet ein braves Pärchen eine Campingwagentour, die sich schnell zu einem Horrortrip wandelt. Dabei wollte sie nur von ihrer herrischen Mutter weg und er ihr solche Sehenswürdigkeiten wie ein Eisenbahnmuseum zeigen. Achja, ein Hund spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. „Natural Born Killers“ made in Britain.

Andreas‘ Eindruck: 2012 war das Jahr, in dem ich den britischen Regisseur Ben Wheatley für mich entdeckte. Ich mag es, wie er ein abgegriffenes Genre mit einem kleinen Twist neu belebt. Nichts anderes erwarte ich von „Sightseers“. Leider dürfte der Thriller wie schon seine beiden Vorgänger am großen Publikum vorbeigehen.

Svens Eindruck: Ein Hund spielt mit? Okay, ich werde mir die beiden Filme von Wheatley anschauen und mir dann „Sightseers“ zu Gemüte führen. Bisher sind seine Filme völlig an mir vorbei gegangen, die Handlung hier klingt aber sehr reizvoll für mich.

Sebastians Eindruck: Auch mir sagt Wheatley bislang gar nichts, aber das heißt ja nicht, dass seine bisherigen Werke nicht bemerkenswert wären – und es das neue nicht auch wird…

Andys Eindruck: Ich enthalte mich jedweder Meinung, bis ich einen Film von diesem Ben Wheatley gesehen habe. Bei britischen Regisseuren heißt es bei mir in der Regel „Hit or Miss“ – Grauzonen sind da selten.

The World’s End

Das sieht nach einem tollen Team aus, oder? (Foto: Universal Pictures)
Das sieht nach einem tollen Team aus, oder? (Foto: Universal Pictures)
  • Kinostart: 12. September 2013
  • Regie: Edgar Wright
  • Floppotential: gering

Simon Pegg und Nick Frost in der neuen Komödie von Edgar Wright? Die Erwartungen sind nach „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ zu Recht exorbitant hoch, aber das wird schon?! Zumindest die ersten Informationen klingen recht vielversprechend: Nach 20 Jahren treffen sich fünf Kindheitsfreunde wieder, um den Saufmarathon ihres Lebens abzuhalten. In der Kneipe The World’s End in ihrem ehemaligen Heimatort beginnt die Odyssee, die tatsächlich in der Rettung der ganzen Welt ausartet….

Svens Eindruck: Ich freue mich so sehr auf diesen Film. Die ersten Story-Häppchen klingen nicht sensationell, aber ich glaube einfach an Edgar Wright und einem tollen Abschluss der Blood and Ice Cream-Trilogie.

Andys Eindruck: Ach, das Ding kommt endlich? Ich mag „Shaun auf the Dead“, ich liebe „Hot Fuzz“ und stehe total auf Katastrophenschinken. Da kann ich doch eigentlich nur von enttäuscht werden, sagt mir mein kleiner Zyniker in meinem Kopf.

Andreas‘ Eindruck: Pegg, Frost, Wright endlich wieder vereint! Dazu noch Martin „Bilbo“ Freeman! Bei dieser Kombination darf nichts schief gehen! Der Plot stört mich weniger, denn auf dem Papier klangen „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ auch nicht toll.

Sebastians Eindruck: Dann entpuppe ich mich mal als Spaßbremse, denn diese Art von Film sagt mir in der Regel wenig bis gar nicht zu. Aber ich brauch ja auch mal Filme, die ich nicht anschauen werde, um all diejenigen zu schaffen, die ich unbedingt sehen möchte…

Trance

  • Kinostart: 27. März 2013 (UK)
  • Regie: Danny Boyle
  • Floppotential: mittel

Eine Gangsterbande arbeitet gemeinsam mit einem internen Mitarbeiter eines Auktionshauses zusammen, um ein wertvolles Gemälde zu stehlen. Dabei kommt es zu Streitereien, woraufhin dieser Mitarbeiter mit dem Namen Simon einen Schlag gegen den Kopf abbekommt und sein Gedächtnis verliert – was fatal ist, weil zu diesem Zeitpunkt nur er weiß, wo sich das Gemälde befindet. Ergo versucht die Bande seine Erinnerungen mithilfe eines Hypnotiseurs zu rekonstruieren – was jedoch bei Simon zu einem gefährlichen Mix aus Realität und “Trance“ führt. Der Plot hört sich dumm an? Das hat auch jeder von “127 Hours“ behauptet, dem zuletzt veröffentlichten Film von Danny Boyle. Der Brite ist bekannt dafür, dass er sich nicht wiederholt und trotzdem in 90% aller Fälle mindestens einen Achtungserfolg erzielt. Gemeinsamkeiten gibt es nur bei Produktion und Drehbuchautor, wobei diesmal wieder sein alter Kumpane John Hodges im Boot sitzt, mit dem Boyle solch Klassiker wie “Shallow Grave“ und “Trainspotting“ schuf.

Andys Eindruck: “Trainspotting“ sowie “Slumdog Millionär“ sitzen ganz oben auf meiner Lieblingsfilmliste für die Jahre 1996 und 2008. Kurz: Ich bin ein Boyle-Fanboy wie kaum ein anderer. Egal ob “Shallow Grave“, “Sunshine“, “Millions“ oder “127 Hours“: Bislang hat der Mann mich nur einmal enttäuscht und ansonsten nur beeindruckt – verdammt, selbst die Olympische Eröffnungsfeier fand ich gelungen. Ergo ist mir der Plot von “Trance“ völlig Schnuppe, solange Boyle als Regisseur beteiligt ist.

Svens Eindruck: Also ich finde ja, die Geschichte klingt amüsant. Boyle hat’s drauf, ich mag die meisten seiner Filme. Von daher – das könnte was werden. Nur auch für den Massenmarkt? Vermutlich nicht.

Andreas‘ Eindruck: Back to the roots, Mr. Boyle? Wenn ich mir den Plot anschaue, fällt mir sofort „Shallow Graves“. Ein kleiner schräger Thriller von einem der einflussreichsten Filmemacher Großbritanniens? Ich bin dabei.

Sebastians Eindruck: Wie der Plot klingt, ist letztlich egal, wenn die Ausführung stimmt. Und dass er was von Ausführung versteht, hat Boyle immer wieder bewiesen, weswegen ich bei seinem neuesten Werk auch guter Dinge bin.

Zero Dark Thirty

Kinofilm statt Doku. (Foto: Universal Pictures)
Kinofilm statt Doku. (Foto: Universal Pictures)
  • Kinostart: 13. Januar 2013
  • Regie: Kathryn Bigelow
  • Floppotential: hoch

Kathryn Bigelow schrieb vor zwei Jahren Geschichte, als erste Gewinnerin des Regie-Oscars für den herausragenden Action/Antikriegsfilm-Hybriden “The Hurt Locker“. Es dauerte nicht lange, bis die gute Frau mit dem praktisch gleichen Produktions- und Drehbuchautorteam ein neues Projekt ankündigte. Die Thematik: die Jagd der Amerikaner nach Osama bin Laden. Pikanterweise befand man sich bereits mitten in der Entwicklungsphase, als der Terrorist tatsächlich geschnappt und liquidiert wurde. Bis vor einem Monat wusste man eigentlich abseits des Themas nur den Namen des Filmes: “Zero Dark Thirty“. Gleichwohl Bigelow keinen wirklich schlechten Film im Portfolio stecken hat, so stach “The Hurt Locker“ gesondert hervor. Es schlich sich leise Skepsis ein: Kann sie den Erfolg wirklich wiederholen? Die Kritiker in den USA sind sich einig und antworten mit einem donnernden “Ja“ sowie unzähligen “Best-Picture“-Preisen. Andersherum ist der gemeine Kinogänger nicht ganz so begeistert, wenn man sich einmal die Internet-Votings auf diversen Filmseiten anschaut…

Andys Eindruck: Der Hype der jüngst in Amerika erschienen potenziellen Oscar-Kandidaten fährt gerade wie wild Achterbahn (siehe allein “Les Miserables“). “Zero Dark Thirty“ hat die Kritiker sichtlich beeindruckt, doch darüber hinaus scheint ein “Tree of Life“-Drama zu drohen: Künstlerisch wertvoll, vom Publikum verschmäht sowie unverstanden. Wobei mir persönlich das eigentlich egal sein müsste…

Svens Eindruck: Ich wusste nicht einmal, dass der Film auch hierzulande in die Kinos kommt. Vermutlich dürfte ich damit nicht alleine sein, trotz des sicherlich nicht uninteressanten Themas ist mein Interesse kaum vorhanden. Vielleicht, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass der Film ohne Patriotismus auskommen könnte?

Andreas‘ Eindruck: Schwierig nicht zu spoilern, da ich den Film im Dezember in einer Pressevorführung gesehen haben. In aller Kürze: formal brillant, inhaltlich fragwürdig. Die Pro-Folter-Haltung dürfte vielen Zuschauern nicht gefallen.

Sebastians Eindruck: Ganz schwieriges Thema, wie ich finde! Ich kann mir vorstellen, dass gerade das nicht amerikanische Publikum über den Film ganz anders denken wird, aber das macht den Streifen an sich letztendlich zu einem wichtigen Diskussionsbeitrag – und somit wohl doch sehenswert!

Haben wir ein Highlight vergessen? Wenn ja – welches?

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Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 31. Dezember 2012

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