Artikel mit Tag: Rollenspiel
Computerspiele sind seit mittlerweile 25 Jahren mein liebstes Hobby. Als mich die ersten 8-Bit-Titel auf dem Schneider CPC in den Bann zogen, stand die Berliner Mauer noch, Russland erlebte die Anfänge der Perestroika, Japan kaufte die halbe USA auf und die Apartheid in Südafrika war bitterer Alltag.
Eigentlich war es ja klar: Als Double Fine vor gut einem Jahr diesen sensationellen Erfolg feierte und Spendengelder von über drei Millionen US-Dollar zusammen bekam, da guckte der Pferdefuß bereits um die Ecke und grinste hämisch.
Hänfling Oliver macht sich auf eine Reise in eine andere Welt, um die Seelenverwandte seiner verstorbenen Mutter zu befreien, was zur Wiederbelebung der Verblichenen führen sollte. Unterstützung erhält er dabei hauptsächlich von einem knubbeligen Zwerg mit Laterne als Nasenring. Der war früher mal Oliver’s Kuscheltier.
Im Jahr 1998 war die Welt für Freunde des Computerrollenspiels alles andere als in Ordnung. Das altehrwürdige Genre, welches seit der Frühzeit der Computer- und Videospiele große Popularität genossen hatte, lag brach. Selbst einstmals glanzvolle Serien wie „Ultima“, „Wizardry“ oder „Might & Magic“ vermochten nicht an den Glanz vergangener Tage anzuknüpfen.
“Guild Wars 2“ ist toll! Und wundervoll! Ohne jeden Zweifel ist es das beste MMORPG seit einer gefühlten Ewigkeit, weil es wirklich viele Dinge richtig macht, den Spieler nicht mit niederen Hack’n’Slay-Instinkten ködern möchte und dafür abwechslungsreiches Vorgehen immens belohnt.
“Diablo 3″? “Diablo 3?” Ach, da war ja was. Ein Spiel, das sich in gefühlten zehn Sekunden weltweit millionenfach verkaufte. Blizzards alte, neue Cashcow hatte mit üblen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Der Fluch der Technik sorgte für erschütterte Junkies – wie zum Beispiel die Amazon-Kundenrezensionen verdeutlichen.
Große, schöne Rollenspielwelt: “The Elder Scrolls: Skyrim“ möchte mit nordischen Bergen und verschneiten Dörfern bis in alle Ewigkeit verzaubern. Ein Unterfangen, was im Ansatz auch gelingt – allerdings mehr dank audiovisueller Stärken.
Das erste Dragon Age war ein Monster, das man besiegen musste. Die Fortsetzung ist dagegen nur ein pflegeleichtes Haustier, aber lieben kann man beides.
Es ist ein Missverständnis, dass gute Rollenspiele eingängig sind. Stattdessen ist es harte Arbeit, sich von einem Level zum Nächsten zu hangeln. Da steckt Frust, Leidenschaft und Hartnäckigkeit drin – genauso wie im richtigen Leben.

