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Spieleshopping in UK: Vier Onlineshops im Bestell-Test

Geschrieben von Sven

Wie großartig. In Deutschland würde ich für ein brandneues Konsolenspiel bei Saturn oder Mediamarkt zwischen 55 und 70 Euro zahlen, ältere Titel werden häufig erst Monate nach dem Release und meist viel zu spät im Preis angepasst. Kaufen im hiesigen Elektromarkt macht leider nur Sinn, wenn attraktive Software für wenig Geld beworben wird. Gegenwarts-Shopping findet also im Internet statt – und da kann jede Menge gespart werden. Vor allem im europäischen Ausland.

Für euch habe ich mir die letzten Wochen die Mühe gemacht und einige Online-Shops in Großbritannien unter die Lupe genommen. Dank attraktiver Schnäppchen lohnt es sich sogar, einzelne Spiele zu ordern, fast immer wird allerdings eine Kreditkarte vorausgesetzt. Die gibts mittlerweile zu jedem Bankkonto für ein paar zusätzliche Euro dazu. Oder man greift beispielsweise zur Amazon-Kreditkarte, die jedoch ab dem zweiten Jahr nicht mehr kostenlos ist. Abgesehen von den eher typischen Zahlungsmodalitäten, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen möchte, sind mir einige interessante Aspekte aufgefallen.

Bestellt hatte ich bei vier verschiedenen Shops, völlig unabhängig voneinander und nicht zeitgleich. Dank Konsolendealz wählte ich hübsche Produkte von TheHut.com, Gamestation.co.uk, Gameplay.co.uk und Amazon.co.uk. Absichtlich entschied ich mich für den Erwerb älterer Titel, nicht nur um Geld zu sparen, sondern um meine Sammlung zu vervollständigen. An aktuellem Stoff war für mich ohnehin nichts Reizvolles dabei. Die gute Nachricht: Alle Spiele kamen sehr ordentlich verpackt an, die Unterschiede liegen im Detail.

Akzeptiert nur Kreditkarten

Äußerst überrascht hat mich TheHut.com. Gekauft wurden hier „Madworld“ (in Deutschland indiziert) sowie „The Conduit“. Die Wii-Spiele kamen getrennt voneinander im Abstand von einem Tag an – sechs bzw. sieben Tage nach der Bestellung. „The Conduit“ erhielt ich sogar als „Special Edition“, obwohl ich diese gar nicht explizit gewünscht hatte. Auch lobenswert: Pro Produkt werden 99 Penny Versand europaweit verlangt. Zollprobleme gab es hier natürlich aufgrund der geringen Preise bzw. Mengen nicht, insgesamt empfand ich sowohl den Kauf auf der übersichtlichen Webseite als auch die gesamte Abwicklung als höchst professionell und vor allem schnell. Damit hatte ich nicht gerechnet, zumal ich den Shop zuvor gar nicht kannte. Mir ist es zwar nach wie vor ein Rätsel, wie es sich für TheHut.com lohnen kann, „Madworld“ für umgerechnet 6,93 Euro bzw. „The Conduit“ für 10,43 Euro (jeweils inkl. Versand) anzubieten, aber das muss mich als Konsument an sich nicht interessieren. Nebenbei erwähnt: Auf Wunsch könnt ihr euch alle Preise in Euro angeben lassen, das erspart das Umrechnen.

In UK nur mit Kreditkarte kaufen

Amazon.co.uk bot mir im Grunde den gleichen Service wie TheHut.com, ähnlich schnell und unkompliziert erfolgte der Kauf. Der britische Ableger des wohl bekanntesten Internet-Kaufhauses verfügt über den zusätzlichen Vorteil, dass man die gesamte Navigation von der deutschen Webseite kennt. Es ist sogar möglich, sich mit seinen normalen Amazon-Zugangsdaten anzumelden, ignorieren solltet ihr aber keinesfalls die Versandkosten nach Deutschland. Diese liegen bei zirka sieben Euro. Vorsicht ist auch bei dem dargestellten Verkaufspreis geboten – knapp 60 Cent schlägt Amazon.co.uk für Käufer aus Deutschland auf die angegebenen Preise drauf. Das ist verwirrend und wenig transparent. Allgemein kann ich über Amazon.co.uk sonst wenig meckern, letztendlich zeigt sich an der problemlosen Bestellung, wieso der Shop Marktführer ist.

Bezahlung ebenfalls nur mit Kreditkarte

Wenig erfreulich sind dagegen Gameplay.co.uk und Gamestation.co.uk. Beide „Läden“ kann ich ohne weiteres zusammenfassen, da es sich hier um ein und dasselbe Unternehmen handelt. Dies habe ich erst nach Erhalt der Waren festgestellt, die Order-Zettel offenbaren identische Postadressen. Entsprechend nehmen sich beide Shops absolut nichts, ausschließlich die Navigation bzw. der Bestellvorgang auf den Webseiten wurde etwas verändert.  „Wet“ und „Street Fighter 4“ kamen ziemlich genau 14 Tage nach den Bestellungen an. Die Games waren ebenfalls stabil verpackt, erklären kann ich mir die lange Wartezeit nicht. Zwar kann der Versand von UK nach Deutschland häufiger etwas dauern, bei TheHut.com und Amazon.co.uk ging es jedoch deutlich flotter, obwohl hier genauso via Luftpost verschickt wurde.

Viel tragischer ist allerdings ein anderer Punkt: Obwohl ich explizit Neuware bestellt hatte, erhielt ich „Preowned“-Software, also Second-Hand-Krams. In beiden Shops finden sich separate Bereiche, in denen ich Preowned-Titel noch günstiger kaufen kann. Die neuen Spiele besitzen in den Shops keine zusätzlichen Hinweise, ich bin auch nach der Bestellung von ungebrauchten Titeln ausgegangen – so wurde es mir in den Mail-Bestätigungen sogar bestätigt. Angekommen sind dagegen geöffnete Packungen mit einem „Preowned“-Aufkleber. Klar, die Handbücher und Discs waren in einem einwandfreien Zustand, nicht dagegen die Hüllen. Diese waren eingebeult, bei „Wet“ war sogar die DVD-Halterung abgebrochen. Jetzt warte ich seit fünf Tagen auf eine Reaktion auf meine Beschwerde-Mails, sie werden allen Anschein nach ignoriert. Bei Gamestation.co.uk kann ich mich „aus technischen Gründen“ nicht einmal mehr in den Kundenbereich einloggen. Das ist ja genauso wie beim Online-Support von Sony Computer Entertainment Deutschland….aber dies ist eine andere Geschichte.

Okay, für „Wet“ und „Street Fighter 4“ habe ich „nur“ 15 bzw. 13 Euro inklusive Versandkosten (sind bei beiden jeweils ca. 3,30 Pfund) gezahlt, aber mir wurde schlichtweg Gebrauchtes (also das Falsche!) verkauft, obwohl es als NEU deklariert war. Wenigstens ist das immer noch billiger als in einer x-beliebigen Gamestop-Filiale. Wenn euch das nicht stört, könnt ihr dort ebenfalls einkaufen, inakzeptabel ist dies – auch aufgrund des nicht vorhandenen Services – trotzdem. Bei Gamestation.co.uk und Gameplay.co.uk wird mir wenigstens verdeutlicht, wieso die Preis teils so niedrig sein können.

Zukünftig könnt ihr mit weiteren Auslands-Bestell-Berichten rechnen. Mal schauen, wie die Händler auf Retouren reagieren oder mit Anfragen umgehen. Fragen, Anregungen und Testvorschläge werden gerne entgegen genommen.

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Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 13. April 2010

11 Kommentare zu “Spieleshopping in UK: Vier Onlineshops im Bestell-Test

  1. Gruselgurke schrieb am :

    play.com ist auch eine sehr gute Anlaufsstelle. Preise werden direkt in € umgerechnet und jedes Produkt wird kostenlos geliefert.

    Lieferungszeit ist dazu rasend schnell. Meistens kommen die Pakete innerhalb von 2(!) Tagen an.

  2. 2 Tage? Wow! Also Play.com steht schon auf meiner Liste. Gerne auch weitere Vorschläge, z.B. von Shops, wo ihr bestellen würdet, aber euch bisher noch nicht getraut habt. :)

  3. 2 Tage bei play.com ist aber schon wirklich gut, sonst lagen die bei mir eher im "UK-Schnitt" von rund 7 Tagen. Empfehlen könnte ich noch game.co.uk, versandpauschale für eine sendung bis 1kg von 2,95 und dank versand aus england auch kein zollstress. viele preorderaktionen und auch günstige gebrauchtspiele. Ausserdem shopto.net – relativ hohe versandkosten, aber das machen die meist durch den günstigen preis inkl. aktionen wett und versenden ziemlich fix. auch hier uk-versand und kein zollrisiko.

  4. hab bisher 2x bei mymemory bestellt, lieferzeit ca 7-10 tage, hatte keine versandkosten und konnte bequem per paypal zahlen. sie haben sicher kein all zu grosses angebot, aber für das eine oder andere schnäppchen sind sie onen blick wert.

  5. Belab schrieb am :

    Und bei welchen braucht man zwingend eine Kreditkarte und bei welchen kann man auch anders bezahlen (zB PayPal oder ClickAndBuy) ?

  6. @belab: Für Dich diese drei ergänzt. Werde in einer der nächsten Tests auch intensiver auf Bezahlmodalitäten und Tipps zum Kauf eingehen. Danke auch für die anderen Shops.

  7. Ich kaufe jetzt auch schon länger nur noch in England ein und will deine Erfahrungen mal etwas ergänzen. Im Prinzip kann man die UK-Shops in zwei Gruppen einteilen: Amazon und alle anderen. Was du nicht erwähnt hast sind die Versandzeiten von Amazon UK. Für die hohen Versandkosten bekommt man die Sendungen meist schon nach 2-3 Tagen per DHL-Paketmann zugestellt. Alle anderen Versender schicken ihre Spiele per Briefpost und die landet dann einfach im Briefkasten. Deswegen wird das auch alles einzeln verschickt. Bei diesen Shops muss man mit einer Versandzeit von 5-7 Werktagen rechnen. Wie du bei gamestation schon gemerkt hast, kann es aber auch gerne mal 14 oder sogar 21 Tage dauern.

    Meine Bestellungen bei gamestation waren bisher immer Neuware, aber ich habe von dem Preowned-Problem auch schon gelesen. Die Problematik gilt nicht nur für gamestation, sondern auch bei play.com und anderen Versendern mit Gebrauchtangeboten.

    Bei gibt es eine Übersicht von ausländischen Shops mit Bezahlmethoden, Versandkosten, Zollgefahr usw.

    Wer UK Preise vergleichen will, dem empfehle ich gamestracker.com und find-games.co.uk.

    Noch ein Tipp: wenn man die Möglichkeit hat, sollte man immer in Pfund zahlen und die Umrechnung in Euro zum aktuellen Kurs von eurem Kreditkartenunternehmen durchführen lassen. Die Umrechnungen auf den Seiten selbst sind immer zu Ungunsten des Euros und nicht nach dem aktuellen Kurs.

  8. @rhodok: Danke für Deine Ergänzungen!

    Du hast natürlich Recht, ich hätte noch erwähnen sollen, dass die Lieferungen von Amazon UK von DHL und nicht der Post gebracht werden. Ob das den erhöhten Preis rechtfertigt, ist ne andere Frage. Bei meinen zwei Amazon UK – Tests kamen die Waren deshalb nicht früher an, rein vom Zeitfaktor war das nicht direkt ein Vorteil, dass ich preislich mehr bezahlt hab. Sicher kann man das auch nicht pauschalisieren, manchmal gehts flotter, manchmal dauerts länger.

    Bzgl. den Gebrauchtwaren habe ich einen Verdacht: Gamestatation und Co. gehen davon aus, dass Käufer aus dem Ausland ihre gekauften Spiele nicht oder seltener reklamieren – da kann man mal Preowned-Sachen verkaufen, wird sich schon keiner beschweren. Keine gute Einstellung.

    Ich will übrigens noch betont haben: Ich will jetzt nicht alle Shops testen, sondern meine direkten Erfahrungen mitteilen, um evtl. auf Probleme und Hürden aufmerksam zu machen. Ich will auch nicht stur Shops auflisten, wichtiger ist mir der Service und die Qualität der Bestellung…

    Achja, coolen Gravatar haste da. :)

  9. Die hohen Versandkosten bei Amazon UK machen natürlich das ein oder andere Schnäppchen kaputt, aber da kann ich mir wenigstens sicher sein, dass die Sachen in 2-3 Tagen bei mir ankommen. Es wird ja vermutet, dass Amazon UK alle Bestellungen für Deutschland sammelt und dann an das deutsche Amazon-Lager schickt von wo es weiter verteilt wird.

    Wie du schon gesagt hast, der Service und die Sicherheit bei Amazon UK sind deutlich besser als bei den kleinen Versendern. Ich habe bei Amazon UK auch meine PS3 gekauft. Das würde ich mich bei den Kleineren nicht trauen.

    Einen Shop den ich ebenfalls noch empfehlen kann ist zavvi.com. Günstig, gute Internetseite und bisher nur Neuware bekommen.

    PS: Kannst du bitte meinen verunglückte Link im oberen Kommentar bereinigen? ;)

  10. @Rhodok: Link korrigiert. :)

    Zu Zavvi sei gesagt: TheHut und Sendit gehören zu Zavvi und umgekehrt. Ist also das gleiche "Phänomen" wie bei Gamestation und Gameplay – letztendlich immer ein Unternehmen. Finde ich arg bedenklich und werde das mal intensiver untersuchen.

    Auch die Zoll- und Versandkosten- Thematik erscheint mir sehr interessant, mal gucken, ob ich da noch Infos finde, die man noch wissen sollte. :)

  11. Randy schrieb am :

    @Gruselgurke:

    Ich selbst habe bei Play.com bestimmt schon 10 mal Ware bestellt. Dabei handelte es sich immer um Games für PS3,PC und XBox 360!

    Eine Wartezeit von 2 Tagen ist mir bislang allerdings noch nicht untergekommen. Entweder wohnst du in deren unmittelbarer Nähe ;) oder die haben dich besonders lieb. In der Regel dauert dort eine Bestellung, zumindest bei mir, immer so zwischen 5-10 Tagen. Ich würde sagen 7 Tage sind standart. 2 Tage wäre ein absoluter Traum.

    Was die Preise bei Play.com betrifft kann man eigentlich nicht schimpfen. Sogar neue Toptitel sind manchmal für fast 50 Prozent billiger zu haben. Das ist schon Wahnsinn! Aktuell steht Bayonetta PS3 für gerade mal EUR 23.49 auf meiner Liste. Ansonsten bleibt noch zu sagen das die Ware immer ohne Schäden ankam. Aber wundert euch nicht wenn ihr mal 3 Games auf einmal bestellt, diese allerdings verteilt über mehrere Tage bei euch eintreffen. Dies ist dort die Regel. Achja, Aliens vs. Predator hatte ich 3 mal für Kollegen bestellt, eins davon sah äußerlich so aus, als wäre ein Panzer drüber gerollt. :) Verpackung und Spiel waren jedoch nicht beschädigt. Ich kann Play.com ohne Einschränkung empfehlen.Und alles ohne Versandkosten!

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