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Polycast #57: Persona 5

Geschrieben von Andreas
Polycast #57: Persona 5

Was für ein Brocken! Mit Persona 5 erschien vor einigen Wochen wohl eines der umfangreichsten Rollenspiele der letzten Jahre. Noch dazu lieben es Fans und Kritiker. Was macht den Reiz dieser ungewöhnlichen Mischung aus JRPG und Social Sim aus? Andreas ist ganz tief ins Metaverse eingetaucht und erzählt Lara von Phantom Thieves, düsteren Palästen und Doktorspielen.

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Über Andreas

Andreas Müller wurde 1968 in Mainz geboren. Schon früh faszinierten ihn die visuellen Medien des 20. Jahrhunderts, nichtsahnend, dass er später einen Film wie Seven zu seinem Lieblingsfilm erheben würde....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 20. Mai 2017

2 Kommentare zu “Polycast #57: Persona 5

  1. Danke für den schönen Podcast. Ich habe das Spiel vor knapp über einer Woche nach ca. 115 Stunden selbst beendet und ich muss sagen, trotz der angesprochenen Längen hätte ich gerne noch weiter gespielt und alle Social Links ausgebaut, alle Statuswerte hochgeschraubt usw., etwas das mich bei Singleplayer-Games normalerweise nach dem Durchzocken überhaupt nicht mehr interessiert. Am liebsten hätte ich dann gleich einen neuen Durchlauf gestartet, wusste aber, dass das dann doch zu langatmig wäre, weil die Handlung und die Dungeons ja wieder dieselben sind.

    Die Mischung hier ist schon ziemlich einzigartig und macht das Spiel zu etwas ganz besonderem. Wobei das ja durchaus für die Serie typisch ist. Ich war dann durchaus am überlegen noch mal Persona 3 und 4 zu zocken, allerdings sind die groben Unterschiede zur Shin Megami Tensei Serie auch nicht so riesig, ich sollte endlich mal die ganzen 3DS Teile weiterzocken. Allerdings ist das Spielen auf dem großen Schirm halt noch was anderes.

    Nun, was den „Sexismus“ angeht, bei der Animeszene am Strand wo die „Kamera“ von unten noch oben hochfuhr habe ich auch ein wenig die Augen gerollt. Andererseits, wer regelmäßig Animes schaut, der kennt solche Szenen, die gibt es da in praktisch jedem. Und bei Persona 5 hielt sich das insgesamt ja doch am Ende sehr in Grenzen.

    Die Dating Möglichkeiten kommen meines Wissens nach immer, wenn der Confident Rank auf 9 ausgebaut wurde. Was eben teilweise nicht so einfach ist, bei Makoto (die wohl wie bei Andreas meine Dame der Wahl war) benötigt man dazu erst mal hohes Knowledge um in der Handlung mit ihr eine Stufe weiter zu kommen und danach den höchsten Charme Level (wegen dem Schönlings-Freund der Freundin, die nur zu einem „Double-Date“ bereit sind, wenn man ansprechend genug ist).

    Diese Level wie Guts, Knowledge, Proficiency usw. benötigt man allerdings bei sehr vielen Social Links um in deren Handlungsrahmen weiter zu kommen, das hat mit dem Dating erst mal nichts zu tun. Mir gelang es z.B. nicht die Handlung von Sojiro (der Bewährungshelfer und Café-Besitzer) durchzuspielen, weil ich da mangels ausgebauter Level ab Rank 5 bei ihm einfach nicht weiter kam.

    Übrigens, fast alle Social Links haben ja auch irgendwelche Widersacher und sorgen somit für Mementos Aufträge. Auch da gilt, normalerweise könnte man Mementos komplett ignorieren, wegen den Social Links muss man aber trotzdem regelmäßig rein (kleiner Spoiler, am Ende müsste man so oder so da komplett durch).

    Ein wenig schade fand ich, aber das war der Erzählweise geschuldet, dass einige Social Links automatisch ausgebaut wurden (Sae, Igor, Akechi), weil man eben mit den Personen nur in Zwischensequenzen oder ähnlich interagierte. Hier hätte ich mir dann eher gewünscht, dass man mit denen keine Social Links hat und dafür dann ein paar mehr NPCs wie die Shogi Spielerin, die Wahrsagerin, die Journalistin, der kleine Gamer oder der Politiker.

    Die Romanzen an sich fand ich eher sehr süß, fast schon schüchtern oder meinetwegen auch kindgerecht. Viel passiert da jedenfalls nicht, mehr als mal den Arm um das Mädel legen ist nicht. Und ich habe anders als Andreas auch nicht an Sex gedacht, wenn das Date ausgeblendet wurde und dort dann stand „You spent a romantic evening with Makoto“. Das vorher ließ nicht wirklich darauf schließen, dass es da dann plötzlich „offscreen“ zur Sache ging.

    So oder so haben die Romanzen keinerlei Einfluss auf die Handlung, was ich sehr schade finde, aber wohl der Tatsache geschuldet ist, dass man quasi freie Wahl hat. Hier wäre mir ein Spiel, wo man nur ein „Love interest“ hat und das dann in die Handlung einfließt endlich mal lieb. Da kenne ich leider kein einziges Spiel, dass das macht. Am Ende hat man halt ein paar geänderte Dialoge wenn man sich mit der Freundin trifft aber das war es dann leider auch schon.

    Ansonsten, anzumerken zum Podcast ist, wenn der Social Link eines Phantom Thieves Mitglieds auf 10 steigert, dann kriegt dieses Mitglied tatsächlich eine andere Persona mit besseren Fertigkeiten. Durch Rang 10 ist man selbst dann in der Lage die stärkste Persona einer Richtung (Fool, Lovers, Justice, Priestess, Death usw.) zu bekommen. Wie man an den Arten sieht orientiert sich das Ganze übrigens an Tarot-Karten.

    Der Sprung von den alten Persona Teilen oder der SMT Serie allgemein ist bei Persona 5 schon gewaltig, da die Dungeons hier halt erstmals von Hand gestaltet wurden und sehr abwechslungsreich sind. Bei den anderen Teilen sehen sie alle ziemlich gleich aus und sind ja auch noch meist zufallsgeneriert. Das wertet den Titel spielerisch enorm auf.
    Wobei im Podcast gesagt wurde, zwischen den Palästen hat man schon mal eine Stunde Leerlauf, bevor der nächste kam, ähm, Hust, ich hatte da teilweise zehn Stunden …

    Und ja, das ist tatsächlich mein einziger und großer Kritikpunkt, das Spiel wirkt (ein wenig typisch für japanische Games) teilweise ziemlich gestreckt. Das ist nicht langweilig, wenn man sich auf die Handlung einlässt aber ein wenig mehr Abwechslung wäre da schon schön gewesen.

    Generell finde ich es gut, dass auch ernsthafte Themen angesprochen wurden. Und ich finde durchaus, dass sie im Rahmen einer solchen Erzählung mit dem nötigen Respekt behandelt wurden, egal ob Selbstmord, sexuelle Belästigung, Mobbing usw. wenn diese Themen anstanden, dann war das Spiel ernst und es gab keinen Chaoten in der Truppe, der dann einen dummen Witz gemacht hat.

    Abschließend, P5 ist wahrscheinlich jetzt schon mein Spiel des Jahres, jedenfalls sehe ich noch keinen weiteren Vollpreistitel, den ich mir unbedingt kaufen will. Auch ein Nier: Automata oder ähnlich muss aktuell noch warten, da ich alte Spiele nachhole.

    Zur Zeit hole ich jetzt erst mal Tales of Xillia nach, das Stand schon ewig auf meiner Liste, quasi als „JRPG Light“ für „zwischendurch“ bevor ich mich dann ernsthaft an die The Legends of Heroes – Trails of Cold Steel 1 und 2 wage, die wie in einem alten Post schon mal erwähnt ziemlich viele Anleihen bei Persona beim Drumherum (Schule) nimmt.

    • Achso noch vergessen, die Option die Lehrerin zu Daten kam bei mir gar nicht, obwohl sie die erste war, die ich auf 10 hatte. Ich nehme an, ich hatte da vorher schon irgendwas ausgewählt, dass mir das Spiel diese Option lieber gar nicht erst anbot. Die erste Romanzen-Möglichkeit hatte ich dann mit Ann, das war leider meiner Ansicht nach unglücklich gewählt, trotz der vorher eingeblendeten Warnung, man solle sich die Antwort genau überlegen, nur leider waren beide Antworten doof und so durfte ich dann anschließend neu laden, weil ich ja gar nichts mit ihr haben wollte. Ich hatte an dem Punkt auch vielleicht einfach nicht dran gedacht, dass es in dem Spiel möglich ist feste Beziehungen zu führen.

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