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Heavy Rain: Hoffnungen auf akustische Professionalität

Geschrieben von Sven
Heavy Rain: Hoffnungen auf akustische Professionalität

Der eine oder andere von euch wird es noch wissen: Die deutsche Synchronisation des 1995 veröffentlichten Quantic Dream – Werkes „Fahrenheit“ war eine Katastrophe. Zwar konnte man optional zur englischen Sprache samt deutschen Untertitel wechseln, doch wer den interaktiven Mystery-Thriller in seiner Heimatsprache genießen wollte, musste sich mit einem laienhaften Lucas Kane und einem unglaublich untalentierten sowie mehr als uncoolen Tyler Miles abfinden.

Selten hab ich ein Spiel erlebt, in dem eine dichte Atmosphäre durch Dilettanten so sehr zerstört wurde. Einzig die Polizistin Carla Valenti konnte halbwegs überzeugen, die restlichen Synchronsprecher sitzen hoffentlich seit dem Release des Spiels bei der Arbeitsagentur und warten (vergeblich) auf eine neue Tätigkeit. Umso größer war aber meine Angst, dass Sony Computer Entertainment Deutschland den gleichen Fehler wie damals Atari machen könnte. Denn ein emotionales und interaktives Film-Erlebnis wie das am 26. Februar 2010 erscheinende „Heeavy Rain“ darf einfach nicht durch schlechte Akustik zerstört werden. Ich bin nämlich ein wenig gehypt und hoffe sehr, dass der indirekte „Fahrenheit“-Nachfolger ein spielerischer Meilenstein wird. Folglich musste ich bei Sony nachfragen, ob die Protagonisten von „Heavy Rain“ etwas mehr zu bieten haben werden als absolute Talentfreiheit.

Und ich kann jetzt etwas aufatmen, denn in „Heavy Rain“ werden allen Anschein nach in der hiesigen Fassung keine Amateure (oder Animateure?) zu hören sein. Folgende Synchronsprecher bzw. Schauspieler leihen den Protagonisten im Spiel ihre Stimme.

Madison Paige

wird gesprochen von Claudia Urbschat-Mingues, auch bekannt als Angelina Jolie und Schauspielerin in „Verbotene Liebe“ oder „SOKO Leipzig“. Und wer hätte das gedacht – sie war sogar das Nilpferd Gloria in Madagascar.

Ethan Mars

erhält die Stimme von Johannes Steck, der als Schauspieler u.a. bei „Balko“ oder der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ zu sehen bzw. zu hören ist. Laut seiner Webseite war er an gefühlten drei Millionen Werbespots und Hörspielen beteiligt.

Norman Jayden

In die Haut des FBI-Agenten schlüpft Moritz Brendel. Auch er ist kein Unbekannter, obwohl er eher im Hörspiel-Bereich aktiv ist.Aber in einem Videospiel trat er schon einmal als Polizist auf, nämlich bei    Max Payne 2 als Todd Susman.

Scott Shelby

Hier darf Richard van Weyden sein Können unter Beweis stellen. Der Schauspieler war zuletzt bei „Ninja Assassin“ als Battuta zu sehen. Der gute Mann hat mein volles Mitleid, denn sein Name wird in der TV-Soap „Wege zum Glück“ missbraucht. Armer Kerl.

Offenbar noch nicht bekannt ist, wer zum Beispiel den Origami Killer übernehmen darf. Ich hoffe nicht, dass hier die Stimme von Lisa Simpson ausgewählt wurde. Aber eines ist sicher: Ein wenig beruhigt bin ich schon, dass „Heavy Rain“ von Profis vertont wird. Der Soundtrack dürfte ebenfalls hochwertig sein, dieser wurde von den berühmten Abbey Road Studios mit Orchester eingespielt. Fein, fein. Zum Glück ist ja bald Ende Februar. Meine PS3 wartet! Und ich auch..ein wenig.

Aber: Irgendwie macht mich die interessante Diskussion in einem Synchronisations-Forum doch etwas skeptisch….

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Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 25. Januar 2010

Ein Kommentar zu “Heavy Rain: Hoffnungen auf akustische Professionalität

  1. Pingback: Heavy Rain - Testbericht / Review | Polygamia

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