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CBS 2/2010: Wichtig vs. unwichtig

Geschrieben von Sven

Ich habe mir die aktuelle Computer Bild Spiele gekauft. Nein, nicht zum Lesen, sondern natürlich wegen der Vollversion. Splinter Cell: Chaos Theory hat mir schließlich noch in der Sammlung gefehlt. Und ich will doch irgendwie herausfinden, ob ich mich auf den Nachfolger Conviction freuen soll oder nicht. Aber: Wenn schon 4,99 Euro ausgeben, dann soll sich das lohnen. Also habe ich einmal einen Blick ins Heft riskiert. Und verwundert hat mich eine Sache…

Die CBS spendiert meinem aktuellen „Ich-Mag-Dich“-Spiel Saboteuer stolze vier Seiten für einen Test. Okay, das ist in meinen Augen angemessen, schließlich würde der Gesamttext auf einem Onlinemagazin vermutlich einer Seite entsprechen. Trotzdem bekommt der Titel eine ziemlich schlechte Wertung von 2.55 (Konsolen) bzw. 2.70 (PC). Die Argumente kann ich nachvollziehen: schlechte KI und technische Probleme auf dem PC (es gibt mittlerweile einen Patch für die Ungereimtheiten mit ATI-Karten) sollen das Ergebnis rechtfertigen. Dass der Autor Marco Häntsch aber noch erwähnen muss, dass das Spiel ein Jahr mehr Entwicklungszeit benötigt hätte, lässt auf fehlende Fachkompetenz schließen. Denn so unfertig ist das Resultat in keinem Fall, zumal ich nicht wissen möchte, was 12 Monate Zusatzarbeit für das nicht mehr existente Studio Pandemic gekostet hätte. Da wären Aufwand und Nutzen für EA mit Sicherheit in keinem guten Verhältnis gewesen. Aber das ist auch nicht der Punkt.

Viel weniger verstehe ich nämlich, wieso deutlich besser abgeschnittene Spiele in der CBS mit kurzen Test abgefertigt werden. Bayonetta (2.37 – 2.49 – und damit gegenüber Saboteur gut statt durchschnittlich) erhält drei Seiten und das mit Abstand mehr gelobte Darksiders (1.88) sogar nur zwei Seiten, von der eine mit ein paar Bildern ausgeschmückt wurde. Saboteur dagegen bekommt sogar noch zwei Seiten zusätzlich (insgesamt also sechs) für Tipps und Tricks spendiert.

Mich würde interessieren: Wer legt bei der CBS eigentlich die Prioritäten fest? Gute Spiele erhalten kurze Rezensionen, schlechte dagegen lange? He? Sollte es nicht die Aufgabe eines jeden Magazins – egal ob Print oder Online – sein, den Lesern das am größten zu präsentieren, was wirklich relevant ist? Egal ob womöglich die Verkaufszahlen bei weniger gehypten Produkten niedriger ausfallen würden? Oder erfolgt eine Berichterstattung abhängig von dem Vorab-Interesse der Gamer? Wenn das so sein sollte, dürften es tolle Spiele mit niedrigem Marketing-Budget nie schaffen, die Publicity zu bekommen, die sie eigentlich verdienen. Ich glaub, ich werde die CBS mal wieder öfter kaufen. Denn wenn die Zeitschrift auch in Zukunft so „tickt“, dann ist das schlichtweg ein „Thema verfehlt“. Ich will dem Springer-Verlag ja nicht gleich Bestechlichkeit vorwerfen…Inkompetenz reicht schon.

Achja: In den Einkaufswagen lege ich die CBS grundsätzlich mit der Rückseite nach oben. Aber kann mir das jemand verübeln? Das Cover von Ausgabe 2/2010 ist ja wirklich gruselig bunt.

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Über Sven

Sven Wernicke ist Gründer von Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

Veröffentlicht am 8. Januar 2010

Ein Kommentar zu “CBS 2/2010: Wichtig vs. unwichtig

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