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30 Jahre C64: Nicht das Gerät war der Erfolg

Geschrieben von Gastautor
30 Jahre C64: Nicht das Gerät war der Erfolg

Die schwärmerische 8-Bit Nostalgie der letzten Zeit muss ich als Ende 30er Gamer erst einmal schlucken. In unzähligen Lobgesängen wurde der 30. Burzeltag vom „Brotkistchen“ geradezu liebevoll und herzzerreißend auf den einschlägigen Onlineportalen bejubelt, die Wahrheit geradezu „wulffisch“ unter den AB gekehrt. Denn wenn ich den alten Kasten mit dem heutigen Abstand betrachte, sehe ich als Spieler nur wenige Meilensteine gegenüber gefühlt unendlichen Loadingscreens, ständig verreckenden Mammutdisketten und nicht zuletzt eine epidemisch anmutende Ansteckungskrankheit. Dem allseits beliebten Marshmellow-Mann Augenkrebs. Trotzdem gebe ich zu, ich liebte sie auch, die Zocker-Maschine. Das lag aber weniger an der Kiste selbst, sondern an den Aktivisten dahinter. So könnten wir eher 30 Jahre erfolgreiches Gamecracking feiern, was der Sache viel näher käme, würde dies nicht scharf am guten Ton vorbeirasseln. Und sogleich muss sich der Autor selbst einen Charismapunkt abziehen, denn darum soll es heute gehen.

Der Kampf der kbit-Giganten...
Der Kampf der kbit-Giganten...

C64, CPC, Spektrum

Vermutlich war ich einer der wenigen Aasgeier, welche in Ihrer Kindheit das System auswählen konnten. Ein Amstrad (Schneider) CPC 6128, ein Sinclair ZX Spectrum, aber auch der Commodore C64 standen in meinen ansonsten bescheidenen Räumlichkeiten zur Auswahl. Alleine letzte Maschine verschlang gute 1200 DM und wollte mit einem 1541-Laufwerk im Wert von weiteren 800 Keksen gefüttert werden. Damals eine immens teure Investition. Dass ich mir diese Systeme nicht vom Zeitungsaustragen erwirtschaften konnte, dürfte klar sein. Also verteilte ich „Wunschzettel“ bei näheren und ferneren Verwandten, deckte damit geschickt Ostern, Weihnachten und Geburtstage ab – bis die „Daddelkisten“ vollständig waren. Ebay und Internet gab’s noch nicht, und mein Vorwand, es sei für die „Hausaufgaben“, war heute wie damals als dreiste Lüge, wenn auch ein Fünkchen Wahrheit dahinter lauerte. Natürlich wollte ich nur zocken – mit Neuware ! Doch welches Spiel, auf welchem System ? Natürlich meist am C64 ! Möchtet Ihr dieser Tage glauben, dies lag an der Überlegenheit eines Commodore-Basic, muss ich gleich unbeteiligt mit einem gelangweilten Lidaufschlag und rollenden Augen abwinken. Ein eher desinteressierter Satz mag dann doch über meine Lippen kommen, Peek und Poke verteufeln, und in meinem Inneren eine GOSUB-Routine aufrufen, welche ein animiertes Kopfschütteln zur Folge hat : „CPC-Basic war besser!“.

Dummerweise hatte genau der ein anderes Problem. Zwar war sein Auftreten mit einem „High-Speed“ Laufwerk imposant und der Soundchip ein wahres 8-Bit Wunder, aber sobald es um Scrolling ging, schluckte der Kasten in bester Sinclair-Manier sämtliche Pracht vom Monitor. Natürlich konnte man auf andere Modi, die drei Auflösungen des CPC ausweichen. Aber mit bauklotzgroßen Pixeln machte dann auch das beste Scrolling nichts mehr wett. Da, und man muss es betonen, rockte der C64 einiges mehr weg. Nicht zuletzt weil uns die vielen Intros der Crackinggruppen gleich vor dem Spiel zeigten, wie es denn gehen kann, wenn man nur..und überhaupt !

Der wohl interessanteste Fakt des CPC war aber früher fast unbekannt. So musste die Firma Amstrad seinen (C)olour (P)ersonal (C)omputer aufgrund eines fehlenden Vertriebes im deutschsprachigem Raum über Schneider absetzen. Die jedoch vergaßen zu erwähnen, dass es eine „Swap-Bank“ gab. Ganz grob gesagt war es dadurch möglich, die 48kb Speicher mit zusätzlichen 64kb zu füttern. Das übertraf den C64 bei weitem, auch weil Textfenster in Grafikmodi erstellbar waren. Das Basic war ausgereifter und kam einem „Wintel“ Rechner sehr nahe. Unsere Nachbarländer – vor allem Frankreich – waren deswegen eher auf den CPC fixiert. Dort sorgte Amstrad für die bei uns fehlende, aber dringend nötige „Aufklärung“. Im jungfräulichen Deutschland dagegen hatte sich derweil schon der C64, und als weniger beäugte Generation der Spektrum, durchgemogelt. Saubande! Zu verdanken hatten wir dies wie gesagt nicht der Brotkiste selbst., sondern eben jenen Crackern, die praktisch jedes Spiel für uns bereitstellten. Wenn das denn nur alles gewesen wäre, dann bräuchte ich nicht weiter darüber zu sinnieren. Doch es kam noch besser !

Hach. Die gute alte Zeit? Oder?
Hach. Die gute alte Zeit? Oder?

Software – Gaming – Trivia

Betrachte ich eine der damals wichtigsten Spieleschmiede namens Epyx, muss ich auch sofort an die Crackergruppe JEDI 2001 denken. Bestehend aus (J)oppich, (E)ikemeier sowie (D)ietz mit angehängtem (I)nc und der Quersumme aus 2001 = 3 für drei Personen (Na da freut sich die Mutti! Quersumme dank Polygamia gelernt!), hat der Trupp den allerersten PAL-Fix der Computergeschichte in Ihren Crack eingebaut. Das brachte eines der bekanntesten Spiele, das sagenumwobene „Summer-Games“, endlich in der korrekten Darstellung auf europäische C64-Systeme. Epyx übernahm diesen Fix und verkaufte das Original auch hierzulande mit dem, was JEDI zuvor implantierte. Was damals die JEDI’s bekannt machte, wäre heute undenkbar. Zu vorbelastet ist der Begriff des „Cracks“ inzwischen und wird dieser Tage höfisch allenfalls als Mod abgetan. Vor Jahrzehnten aber ebneten der German Cracking Service (GCS) als erste Crackgruppe überhaupt, zusammen mit Antiram und den JEDI den Weg des C64 als Spielekiste. Später gesellten sich andere Teams wie Strike-Force hinzu. So entwickelte General Zoff den PAL-Fix zu „The Games – Winter Edition“. Diese und weitere Trivia aus der 8-Bit Zeit findet ihr beispielsweise in der „Crackers Map“ von Recollection.

Entnehme ich heutzutage das Wort „Crack“ den Medien, muss ich zwangsläufig an Dog, den Bounty-Hunter, denken. Oder gar an Schulhöfe in Pariser Vororten. Ganz klar: Unsere „Ware“ in den 80ern war nicht so heiß und führte auch nicht zur Abhängigkeit. Sollte das jemandem so vorgekommen sein, dann verweise ich gerne erneut auf Loadingscreens – gepaart mit dem einhändigen Reißen von Mammutdisketten während der „Please insert Disc 8“-Wechselolympiaden in heimischer Umgebung.

Bekannte Crackinggruppen von damals.
Bekannte Crackinggruppen von damals.

Apropos Paris: Auch Lokalisierungen außerhalb der Grafikengine waren in den 80ern ein Verdienst der Cracker. So erschienen für den Schneider CPC etliche Spiele aufgrund der dortigen Popularität nur in französischer Sprache. Dies war vielleicht eine besondere Art, seine Hausaufgaben zu erledigen und das Vokabular zu erweitern – und dürfte Langenscheidt oder PONS sicherlich bessere Verkaufszahlen beschert haben. In „2001 – L’odysee sur la mer“ kam man ohne Wörterbuch kaum weiter. Nicht nur aufgrund des eingeschränkten Phrasings. Geht man dieses Thema genauer an, so hat sich erst mit der Firma „Magnetic Scrolls“ daran etwas verändert. Hugh Steers, Ken Gordon, und der Entwickler Rob Steggles erfanden nämlich den Phraser neu. Nun war es möglich, komplexe Sätze einzugeben, die dann auch befolgt wurden. „Take the key from the old trunk and examine it, then put it into the green bag“ wurde verstanden und ausgeführt. Ein Quantensprung. Zudem wurden Grafiken nicht mehr berechnet, sondern als Screenshot aufgerufen. Der Vorteil darin lag klar beim CPC, dessen Laufwerk immens flotter war als die der Konkurrenten. Von dem Wechsel der drei erwähnten Modi ganz zu schweigen.. Die C64-Version dagegen schluckte Minute um Minute, nur um die Grafiken darzustellen. Wer sich jetzt an „Defender of the Crown“ erinnert fühlt – Touché!

Innovation ?

Gehe ich aber noch weiter und müsste 100 Highlights der 8-Bit Ära betiteln, mir würden nicht so viele einfallen. „Mule“, „Archon“, „Wizball“, „Hexenküche“, „Sorcery“, „Hanse“, „Kaiser“, „Oil Imperium“ (und wir laden, unser Rechner kann nicht rosten…) – sicher gibt es genug Klassiker. Aber waren die Spiele damals wirklich innovativer? Mitnichten ! Ehrlich gesagt gab es in den 1980er Jahren nur Neues. Frische Ideen zu haben, war daher kein Problem. Was vor 30 Jahren noch jungfräulich war, gibt es heute in mehrfacher Ausfertigung. Mal besser, mal schlechter. Prinzipiell aber weit über der 64/128Kb-Grenze. Umso schlimmer, dass ich mich genötigt fühle zu sagen: Manches hätte besser auf einem C64 funktioniert! Wer heute noch etwas Neues erfinden will, begibt sich auch in Gefahr. Wie gut wirkt ein „Müllabfuhr-Simulator“, und wie viele Einheiten werden davon verkauft, um die Entwicklung zu finanzieren – bestenfalls Gewinn daraus zu schlagen ? Früher reichten zwei kleine Drachen, die mit Blubberblasen Ihre Gegner eintüteten, um lecker Candy für die Highscore zu generieren. Dennoch blieb mir der Soundtrack von „Bubble Bobble“ bis heute in den Ohren hängen.

Soundklötze staunen

Natürlich müsste ich auch über den Soundchip eine ganze Abhandlung schreiben. Aber zunächst sei erwähnt, dass laut Wiki der erster Rechner mit Sampletechnik ein Commodore war: der Amiga! Dies stimmt mitnichten. Vielmehr gehört dem Atari ST diese Lorbeere. Gut zu hören beim Spielstart von „Starglider“. Auf der Basis des ST wurde später der Soundchip verbessert und somit die Geburt des Atari Falcon eingeleitet. Der war jedoch allenfalls für Musikstudios interessant und aufgrund seiner immensen Kosten dann leider ein Flop. Zudem gerade Roland und Yamaha Ihre Midi-Standards auf den PC losfeuerten.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.
Starglider Soundtrack – Atari ST

Aber zurück zum C64. Chris Hülsbeck vertonte das klassische Leben eines Musikproduzenten in einem Arcadespiel namens „To be on Top“ im Jahr 1987. Warum dieses Spiel auf dem Amstrad nie reproduziert wurde, wohl aber auf dem samplefähigen Atari ST, bleibt mir ein Rätsel. Vergleicht man alleine die Titelmelodie von „Antiriad“ (Palace Software, 1986) zwischen CPC und C64, zeigt sich, wie genial Richard Joseph († 4.3.2007 u.a. „Speedball 2“, Defender of the Crown“, etc.) mit dem CPC-Klangchip gearbeitet hat. Weil es möglich war! Wäre Hülsbeck damals Paukist in einer Schülerband geworden, niemand hätte es ihm übel genommen oder ihn vermisst. Nebenbei sei bemerkt, dass Joseph’s Vater für Alfred Hitchcock arbeitete, sein Bruder beispielsweise Harry Potter den Ton spendierte und ein weiterer für Gladiator zuständig war. Für mich jedoch bleibt „Antiriad“ unvergessen –  als wohl in meinen Augen beste Titelmusik der 8-Bit Ära.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.
Antiriad Soundtrack - CPC

Ein Abgesang

Nein, es ist nicht der C64 als Computer, an den wir uns erinnern sollten, sondern an all die Cracker, an alle Designer und Supporter, alle Klangprogrammierer und darüber hinaus. Ohne all diese Personen mit Ihren Ideen wäre auch der C64 nur ein weiteres Produkt ohne Seele. Leider konnte ich in diesem Kommentar lange nicht alle berücksichtigen, nicht alle huldigen und bei den wenigsten die Stiefel lecken – jauchzend nach mehr. Doch Sie sind die wahren Täter. Das Indiz dessen zur Auflösung der Akte Commodore führt. Räuberische Cracker, welche die Arbeit der Softwareschmieden übernehmen, taktlose Soundbastler, die uns mit überraschenden Effekten fesseln, und eine mafiöse Struktur auf den Pausenhöfen der Republik im dunklen Schatten der neuen deutschen Welle. Das sind die wahren Geburtstagskinder.

Finale

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass früher nicht alles besser war, aber nicht weniger spannend als heute. Ja, teilweise sogar mehr Grips gefordert wurde. In Zeiten von Textadventures musste die eigene Fantasie noch ausreichen, als spiele man ein interaktives Buch. „Das kann ich auch“, war eine Floskel, die zu unzähligen weiteren Adventures in Eigenregie führte. Und war man gerade nicht am Programmieren, trafen die Freunde zum Zocken ein. Physisch, was ja heutzutage nicht mehr ganz so üblich ist. Es wurde gelacht, erzählt, mal eben zu fünft auf den Fahrrädern losgezogen, um neue Games zu beschaffen. Gleichzeitig war man wieder mal in der Natur – im Namen des 8bit. Und während ich die letzten Wörter dieses Kommentars schreibe, summe ich leise die Melodie aus der Disziplin „Figure Skating“ von „Winter Games“ vor mich hin, grinse dabei zufrieden und freue mich auf die bestimmt irgendwann auftauchende Frage der höchsten Gewinnstufe bei „Wer wird Millionär“ : „Welches dieser Werke stammt nicht von dem niederländischen Maler Vermeer“ ? Dann winke ich wieder gelangweilt, aber amüsiert ab und brumme durch den Bart heraus : „Das weiß doch jeder !“

Ein herzlichstes Dankeschön geht an Torsten Roth für diesen Gastbeitrag. Ihr erreicht ihn unter anderem via Twitter oder Google+. Eine Gegendarstellung von Polys zweitem Gastautor erhaltet ihr an anderer Stelle

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Über Gastautor

Wechselnde Autoren bereichern Polygamia.de mit ihren Meinungen. Persönlich, kritisch, eigensinnig - das sind die Beiträge ebenfalls. Dabei ist es nicht wesentlich, ob der Verfasser eine "Berühmtheit" ist oder nicht. Relevant ist, dass er etwas zu sagen hat. Polygamia.de dient hier als Plattform zum Veröffentlichen von subjektiven Kommentaren, die die Schreiberlinge beschäftigen.

Veröffentlicht am 4. Februar 2012

10 Kommentare zu “30 Jahre C64: Nicht das Gerät war der Erfolg

  1. Hamrath schrieb am :

    Meiner Meinung nach klingt Antiriad in dem Video im Vergleich zur C64-Version ziemlich schwach.

    Und Samples? Wen interessiert Starglider auf dem Atari ST, wenn er das hier haben kann:
    Skate or Die
    Neuromancer
    Impossible Mission

    Wie man am 3. Beispiel sieht, gab’s Sampling auf dem C64 übrigens schon, da war an den Atari ST noch gar nicht zu denken. Impossible Mission ist von 1983!

    Keine Meilensteine auf dem C64? Turrican (welches sein Debüt auf ebendiesem hatte), Maniac Mansion (ebenso), Hawkeye (hier möchte ich ganz besonders auf das Intro hinweisen), The Last Ninja, International Karate fallen mir ein, ohne dass ich großartig nachdenken muss. Waren die Spiele damals innovativer? Ja, waren sie. Weil sie oft genug Möglichkeiten aus der Hardware gekitzelt haben, die man nicht für möglich gehalten hätte. Wie oft habe ich mir vorgestellt, wie es wohl wäre, wenn man 1988 in die Vergangenheit reisen könnte, um 1982 jemandem Turrican zu zeigen.

    Und wer den Parser von Magnetic Scrolls erwähnt ohne Infocom zu huldigen…
    Bleiben wir mal kurz bei Magnetic Scrolls… Adventures wie Fish! (fällt mir jetzt auf die Schnelle ein) haben ihre Screens auch von Diskette geladen, das dauerte nicht „Minuten“. Ja, es gab Spiele wie „The Hobbit“(? auf dem Sammelbild das Spiel ganz oben links), die ihre Grafik „gerendert“ haben. Weil sie in BASIC geschrieben waren und nicht nachladen mussten, da sie nur aus einer Datei bestanden.

    Ich hab auch nicht ganz verstanden, was du mit Übersetzungen und Crackergruppen sagen wolltest. Falls du meintest, dass französische Crackergruppen Spiele übersetzt haben – das gab’s auf dem C64 auch. Rainbow Arts hatte Ende der 80er ein ziemlich cooles Adventure im LucasArts-Stil veröffentlicht, das – weil es eigentlich ein Werbespiel für ’ne Zigarette war – bloß auf deutsch erschien, aber von einer Crackergruppe ins Englische übersetzt wurde.

    Warum CPC und Spectrum nicht so ein Erfolg wurden wie der Brotkasten? Weil sie trotz eines besseren BASICs und aufrüstbarem Speicher dem C64 technisch nicht das Wasser reichen konnten, denn VIC und SID waren richtige Wunderchips. Und so schlecht war das C64-BASIC auch nicht. „Sid Meier’s Pirates“ wurde zu einem großen Teil in BASIC geschrieben.

  2. Torsten schrieb am :

    Hallo Hamrath, vielen Dank für’s lesen ! Und danke auch das Du Dir mit dem Kommentar so viel Mühe gegeben hast.
    Nichts desto Trotz kann ich kaum dazu Stellung nehmen da 90 % dessen was Du anprangerst bereits im Text zu lesen war. Größtenteils sogar genau in Deiner Position als Kritiker.
    Anbei sollte ich aber auf die wichtigsten Dinge eingehen, mit dem größten Respekt, versteht sich.
    „Turrican“ kam 1990 auf den Markt, nicht 1988. Zu dieser Zeit war der Absatz von Commodore bereits immens abgeflacht. Wintel und der Amiga übernahen den Markt (wie auch Turrican nachträglich für den AGA-Amiga neu programmiert wurde). Ich habe während meiner Recherche eine Grafik zugesant bekommen die sicherlich für Klärung sorgt. Hier hochgeladen für Dich : http://i43.tinypic.com/212hb10.jpg
    Weiterhin erkenne ich nicht den Zusammenhang zwischen dem C64 und meinen Text bezüglich der Übersetzten Spiele. Ich bitte diesen Absatz nochmals nachzulesen. Danke !

    Ansonsten, wie gesagt, vielen Dank für das Interesse.
    MFG

  3. Pingback: 30 Jahre C64: Warum das Gerät doch der Erfolg war | Retrobericht | Gegendarstellung | Polygamia

  4. Onkel Wanja schrieb am :

    Ich hatte sowohl einen CPC, als auch einen C64 und der CPC mag sicher das bessere BASIC gehabt habe, aber der Editor war nicht gerade prickelnd! (Um eine Zeile zu editieren musste man sie entweder mit „EDIT 10“ in die Eingabezeile holen, oder mit einem 2. Cursor in das Listing fahren, und sie in die Eingabezeile kopieren. Das Kopieren über einen 2. Cursor war zwar nützlich, aber das „in place“ editieren auf dem ganzen Bildschirm, welches man auf dem Commodore 64 hatte, war definitiv angenehmer.
    Grafik: Ja, der CPC hatte eine feine Auflösung und je nach Modus (mode 0 bis 3) konnte man mehr oder weniger Farben auf dem Bildschirm unterbringen, aber sehen wir es realistisch: Der CPC hatte zwar mehr Farben als der C64, aber die Palette war echte Grütze und die Palette war wesentlich besser aufeinander abgestimmt, sodass die C64-Bilder in der Regel nicht so „Bonbonfarben“ aussahen, wie am CPC – man konnte das aber, wenn man wollte auch am C64 echte Bonbonfarben haben, wie das Spiel „Mayhem in Monsterland“ beweist. Ich weiß aber ehrlich nicht, was du so an der Antiriad-Titelmusik vom CPC findest, gerade der Soundchip des CPC war echt jämmerlich – ja, er konnte Stereo, aber der Klang war immer blechern, egal was man tat. Sowas hier, hörte man auf dem CPC allerdings mit Sicherheit vergebens: Brilliante Galway-Jingles, glasklarer Hall, knurrig-tiefer Bass, satte Drums und ein Rauscheffekt, der wie eine frische Meeresbrise durch die Ohrmuschel zieht:
    http://www.youtube.com/​watch?v=9myCMGplG_g
    Nein, da kann der CPC wirklich nicht mithalten, so sehr ich ihn mochte.
    Das Laufwerk, ja, das war wirklich gut beim CPC, es war schnell, die 3″ Disketten waren kompakt und nahezu unverwüstlich – die hätte ich gerne am C64 gehabt, die 3,5″ Discs des Amigas waren dagegen fragliler Schrott, deren Daten schneller vergammelten als man bis 10 zählen konnte. Aber an Ladezeiten gab es seit Einführung von Fastloadern auf dem C64 nicht mehr viel auszusetzen und IRQ-Loader (wie bei Defender of the Crown) verkürzten einem die Ladezeiten mit Musik, selbst wenn sie stellenweise langsam waren. Der Loader von Krill/Plush ist auf dem C64 aktuell eines derbesten Ladesysteme und nicht nur neben dem IRQ-Lauffähig, sondern auch schnell genug um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Diese Software gab es damals leider noch nicht auf dem C64, aber sie wäre anstandslos möglich gewesen, genauso wie die geniale Sound-Routine von Sounddemon:
    http://www.youtube.com/​watch?v=Y6mXLxUZvzg
    Der SID war und ist ein Soundmonster! Wahrscheinlich das beste Stück Elektronik, welches je in einem 8-Bit Computer verbaut wurde. Und wenn wir zu den Spielen kommen, auch dort hatte ich am CPC nie den großen Spaß: Sicher, bei Elite war die Grafik etwas bunter, aber flüssiger spielte es sich nicht. Einige Spiele, wie „Head over Heels“ waren auf dem CPC tatsächlich deutlich besser umgesetzt, andere wie „Pacmania“ auf dem C64, aber spätestens mit Turrican II und Last Ninja II war klar, wo in Sachen Spiele auf 8-Bit-Homecomputern der Hammer hängt, daran konnte selbst Prehistorik 2 nichts mehr ändern, ein Spiel, so gut es technisch war, welches, wie so vielen Spiele von „Ikari Warriors“ bis „Operation Wolf“, schlussendlich unter der schlecht abgestimmten Farbpalette des CPC litt.
    und auch als Demo-Plattform kam der CPC leider nie wirklich auf Augenhöhe mit dem C-64; selbst wenn die CPC-Szene mit „Batman Forever“ ein wirklich eindrucksvolles Demo geschaffen hat (das leider auch unter dem Soundchip des CPC und der Bonbon-Palette leidet).
    Doch, ich bin mir sicher: Beim C-64 war das Gerät der Erfolg. Im einzelnen mögen andere Systeme auf dem Papier mehr zu bieten gehabt haben, doch der C-64 war, soweit ich das beurteilen kann, unter dem Strich einfach die bessere, stimmigere Plattform.

    • Hamrath schrieb am :

      Die Farbpalette des CPC war mir bei der Recherche zu meiner Gegendarstellung auch aufgefallen, aber ich hatte mir vorgenommen, nichts negatives über Sachen zu schreiben, die ich nicht kenne. :-)

  5. Torsten schrieb am :

    Vielen Dank für’s lesen ! Wie gesagt, hier gings nicht um besser oder schlechter, sondern um eine subjektive Erinnerung an die Zeit in meinem Zimmer. Es war ja auch ein CPC6128, mit 128kb (den 64 im oberen, und stufenweise 16-Ram-Blöcke im unteren Bereich – die nunmal leider selten bis kaum benutzt wurden. Die Gründe zählte ich auf). Zumal ich die 48 kb als „Mittelmaß“ zu den CPC Modellen erwähnte. Man merkt schon, ich schrieb den Text nicht aus einer einzigen Sichtweise, sondern übergreifend, mit dem nötigen Part an Ironie. Müßig ware es doch eine uralte Diskussion wieder ins rollen zu bringen. Oder wer glaubt das ich schon 1985 einen Bart hatte ? Eher weniger ;) Mir persönlich war es wichtiger mich als grummeligen „alten Mann“ mit „potential zur Erinnerung“ darzustellen. Etwas, das die meisten Schreiberlinge bei größen Magazinen, und nicht wie einem unabhängigem Blog wie hier, sich nie trauen würden/dürften :)
    Nein nein, ich wollte kein System hervorheben, sondern den C64 loben. Und das hab ich auch getan, wenn man den Text auch zwischen den Zeilen lesen kann, und die Sätze zu eben einem solchen zu verbinden weis.
    Dennoch, und gerade deswegen, soll der ernst der Wirklichkeit nicht weiter belangt werden. Sind wir doch alle nun schon deutlich Älter :) Mein erstes Videospiel war ein Pong-Automat den sich mein alter Herr in den Hobbykeller stellte. Gefolgt von der ersten echten Konsole der Welt, dem 2600. Ich war immer ein Fan von Textadventures, habe mir nie viel aus Grafik oder Sound gemacht, und liebe Antiriad’s Titelmusik weil ich damit in meiner Schulzeit auf einem Yamaha PSR Keyboard ne 1 in Musik als Extraaufgabe verdient hatte. Meine damals erste Coverversion. Yeha !
    Spaß beim schreiben hatte ich trotzdem. Und es war abzusehen das Gegenkommentare kommen, ja sogar eine Gegendarstellung. Dazu kann ich nur sagen : Ziel erreicht ! Und nochmals Danke an alle.

    Wie wär’s zur Abwechslung mal mit etwas zocken ?
    Movie ? Academy ? Stunt Car Racer ? The Sentinel ?
    http://java.cpc-live.com/game.php
    (Bei win64 bitte den Button unter der Emulation (java) anklicken)
    Wird im Browser gespielt. Also legt los !
    Frohe Zeit. Und alles beste.
    Torsten

  6. Jonas schrieb am :

    Also da kann ich vielem nicht zustimmen. Der C64 war einfach eine fantastische Maschine auf der viele Ideen verwirklich wurden, deren Kinder und Kindeskinder wir heute noch in Spielen erleben. Der SID Chip war für die damalige Zeit einfach der Hammer und ich verwende ihn noch heute gerne zum Musik machen. Gerade wenn man ihn mit anderen Chips aus der Zeit vergleicht merkt man, was für ein Meilenstein er war. Der YM Chip des Atari ST war im Vergleich ziemlich mies, gerade die Samples sind in dieser Zeit ein ganz schlechter Vergleichspunkt, weil die Musik nicht auf ihnen beruhte. Und wer heutzutage versucht mit einem YM Chip Musik zu machen, der kotzt ziemlich schnell, weil der Chip nicht mal PWM beherrscht, oder auch nur das volle Set essentieller OSC Grundformen. Das sage ich übrigens als Atari Jünger, der zu dieser Zeit seinen ST geliebt hat und auf ihm das erste Mal mit Cubase Musik gemacht hat.

  7. Hochbanane schrieb am :

    Wenig bekannt ist das der letzte in der DDR gebaute 8-bit-Kleincomputer (Heimcomputer) mit 4 MHz und 64 KB RAM KC compact ein Nachbau des Amstrad/Schneider CPC war.
    Der KC compact wurde erst mit dem Ende der DDR (ironischerweise als Geschenk zum 40. Republikgeburtstag) serienreif, daher sind nur wenige Geräte produziert und verkauft worden.
    Der Nachbau ist derart gelungen, dass die Kompatibilität des doch etwas anderen Rechners sogar innerhalb (!) der Baureihe der CPC-Rechner einzuschätzen ist.
    https://de.wikipedia.org/wiki/KC_compact

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