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Schwarze Schafe! Wirklich schwarze!

Eingetragen von am 3. Februar 2009 – 02:23Keine Kommentare

Irgendwie labere ich alle möglichen Leute voll, dass ich besonders auf deutsche Filme stehe. Und wenn sie dann fragen, welche ich empfehlen könnte, fällt mir spontan nicht viel ein. Aus diesem Grund führe ich neuerdings eine Liste – mit den deutschen Filmen, die ich gesehen und für gut befunden habe. Derzeit lasse ich TV-Produktionen völlig weg, auch wenn manche Tatort-Folgen tatsächlich richtig großes Kino sind.

Aber bevor ich wieder mal vom Thema abkomme, möchte ich einen besonders kurioses Werk vorstellen, das ich letztens auf DVD konsumierte: Schwarze Schafe. Seit letztem Jahr ist das Werk auf Silberscheibe erhältlich, zuvor hatte ich nie etwas von diesem gehört. “Low-Budget-Produktion” und “Independent-Kino” weckten aber mein Interesse und bereut habe ich die zirka 95 Minuten sicher nicht. Ein wenig krank ist Schwarze Schafe trotzdem.

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Und worum gehts? Tja, um Anarchie in der Realität oder so ähnlich. Verschiedene Geschichten von Berliner Verlierertypen werden hier versucht zu erzählen. Die Storys haben meist keinen so richtigen Zusammenhang, einen gewissen roten Faden kann man aber schon hier und da erkennen. Jedenfalls sind die Erlebnisse der Protagonisten teils sowas von abstrus – da überlegt man sich ernsthaft, ob man lachen oder erschrocken sein soll. Zum Beispiel soll ein Möchtegern-Satanist seine im Koma liegende Oma für ein Rutal sexuell missbrauchen oder ein Hand-Model möchte sich von seinem Kumpel die Hand abhacken lassen, um die Versicherung auszutricksen.

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Ich persönlich mag den  Robert Stadlober als Schauspieler überhaupt nicht, aber in der Rolle eines schwulen “Revolutionärs”, der eine Toilette durch Berlin fährt, passt er perfekt. Ja, ich denke, die Rolle wurde quasi für ihn geschrieben. Endlich zeigt er mal, dass er schauspielern kann…oder dass er am authentischsten ist, wenn er so sein darf, wie er will? Denn in Schwarze Schafe wird improvisiert, was das Zeug hält. Und manche Figuren, übrigens teils von einigen bekannteren Gesichtern wie Tom Schilling oder Milan Peschel übernommen, hätte man vermutlich nie so gut in einem Drehbuch charakterisieren können. Sicher, manche Stellen im Film sind etwas überdreht und ganz sicher nicht glaubwürdig, aber was solls – es soll schließlich eine schwarze Komödie sein.

Weniger gut gefallen hat mir die Endszene, denn die Schwänze von Klischee-Türken muss ich mir in Filmen nicht unbedingt antun. Unabhängig von meiner sexuellen Orientierung ist der Schluss ziemlich unpassend, wie ich finde.

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Eines zeigt sich bei Schwarze Schafe deutlich: Wenn ein Produktionsteam keine Fördermittel von den Öffentlich-Rechtlichen oder irgendwelchen Filmfonds erhält, dann kommt etwas richtig Eigenständiges heraus. Sicher, der Film ist nicht perfekt, aber dafür wurde er komplett selbst finanziert – worauf die Verantwortlichen in dem Making-Of auf der DVD auch Stolz sind. Dumm nur, dass durch ihre “Autonomie” Schwarze Schafe nie in großen Kinos lief, wobei der Film sowieso nichts für den Mainstream ist. Eine 18er-Freigabe besitzt er ebenfalls – was wohl auch an besagten Schwänzen lag.

Kurzum: Ihr glaubt, es gibt keine deutschen Filme, die experimentell, schräg und einfach verrückt sind? Tja, dann solltet ihr Schwarze Schafe mal anschauen.Infos gibts auf der offiziellen Webseite.

Achja, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass Schwarze Schafe komplett in s/w gedreht wurde.

Über den Autor Sven, der für Polygamia.de bisher Artikel verfasste:

Sven Wernicke ist Gründer der “Four-Men-Show” Polygamia.de. Geboren Ende der 1970er Jahre in Halle/Saale (damalige DDR), begann der erste Kontakt mit Computer- und Videospielen kurz nach der Wende....[weiterlesen]

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